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Ampelschaltung

Optimierung finden nicht alle optimal

Damit der Verkehr schneller durch die Stadt fließt und auch die Staus auf den Hauptstraßen weniger werden, hat das Ludwigsburger Landratsamt die Ampelanlagen im Bereich der B 27 in Besigheim optimiert. Die Behörde ist mit den Ergebnissen zufrieden – die Besigheimer Stadträte beurteilen die Veränderungen dagegen nicht ganz so positiv.

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Ludwigsburg. Die Optimierung der Ampelanlagen an der B 27 ist weitgehend abgeschlossen – langes Warten vor roten Ampeln, Rückstau und gefährliche Situationen durch Staus im Tunnel sollen jetzt der Vergangenheit angehören. In der Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Umwelt und Technik gab Henriette Maggi von der Kreisbehörde am Dienstagabend einen Sachstandsbericht über die Arbeiten. Dass der zuständige Ingenieur nicht rechtzeitig zur Sitzung erschien, ließ Bürgermeister Steffen Bühler witzeln, dieser stehe vielleicht noch vor roten Ampeln.

Die Bauarbeiten wurden von Mitte Oktober bis 21. Dezember durchgeführt. Maggi erklärte, schon sehr viele positive Rückmeldungen erhalten zu haben. Ziel sei es gewesen, den Verkehrsablauf zu harmonisieren und verkehrsbedingte Engpässe zu beseitigen – unter der Prämisse eines staufreien Tunnels und flüssigen Verkehrsablaufs. Dafür wurden alle Ampeln auf der B 27 im Stadtgebiet sowie die Ampel am Knotenpunkt L 1115/Bahnhofstraße erneuert, die Signalsteuerung angepasst und das Erfassungssystem mit Radar optimiert. Für den Tunnel gibt es eine Stauüberwachung. „Jetzt muss nur noch eine Feinjustierung vorgenommen werden“, so Maggi.

Ganz so positiv wie die Vertreterin der Kreisbehörde beurteilten die Stadträte die Änderungen allerdings nicht. Hansjörg Kollar (BMU) meinte, von Walheim kommend müsse man jetzt noch länger warten. Negativ ist für ihn auch, dass an der Einfahrt Hauptstraße die Grünphase sehr kurz sei. Das sei gewollt, um den Schleichverkehr über die Hauptstraße zu stoppen, erklärte Maggi. Man hofft, dass die meisten Autofahrer die grüne Welle auf der B 27 nutzen statt vor der roten Ampel zum Rechtsabbiegen zu warten.

Kollar kritisierte zudem, dass die Ampeln auch nachts angeschaltet blieben. Die stoppenden und wieder anfahrenden Autos bescherten den Anliegern mehr Lärm als durchgängig fließender Verkehr. Laut Maggi hat sich das Landratsamt aus Sicherheitsgründen für die durchgängige Signalisierung entschieden, im vergangenen Jahr hat es bei abgeschalteter Ampel einen Unfall gegeben. Für die Fußgänger, an deren Sicherheit schließlich auch gedacht werden müsse, sei es sowieso besser. Ein einziger Unfall rechtfertigt nach Ansicht von Albert Joos (CDU) nicht den durchgängigen Ampelbetrieb. Das sorge für unzumutbare Wartezeiten, forderte Joos, die Ampeln nachts wieder abzuschalten. Außerdem würde man dadurch Strom sparen. Das Argument der Energieeinsparung wollte Maggi bei der Verwendung von LED-Lampen nicht gelten lassen. „Sonst macht man uns immer den Vorwurf, wir würden zu wenig auf Fußgänger eingehen. Jetzt machen wir es und es ist auch nicht gut.“

Bühler schlug vor, zwei Monate auf Probe die Ampeln nachts abzustellen. Doch das lehnte die Landratsamtsmitarbeiterin ab: „Bei Veranstaltungen müssen wir die Ampel auch nachts einschalten. Und das ist personell nicht mehr zu leisten.“ Laut Friedrich Köhler (FWV) haben viele Leute das Gefühl, dass sich nichts verbessert habe. Es gebe immer noch Stau zur Hauptverkehrszeit. Er wollte wissen, warum es für Rechtsabbieger vom Schulzentrum kommend keinen Grünpfeil mehr gebe. Maggi: Das passe nicht zur grünen Welle, da erfahrungsgemäß immer mal wieder jemand auf der B 27 stoppe, um Rechtsabbieger hereinzulassen. Der Erste Beigeordnete Klaus Schrempf sprach ein Problem im Busverkehr an. Bei der Abbiegung von der Landesstraße 1115 in die Bahnhofstraße reiche die Grünphase kaum für einen zweiten Bus. Das soll geändert werden.