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Verkehr

Parkplätze werden im neuen Jahr teurer

Gebührenerhöhung in der Innenstadt und Oststadt – Parkhäuser und Tiefgaragen ziehen später nach – Sonntags kann weiterhin kostenlos geparkt werden

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Ludwigsburg. Das Thema hat für Diskussionen und Uneinigkeit gesorgt, sowohl kürzlich im Mobilitätsausschuss als auch einen Tag später im Gemeinderat: Die Erhöhung der Parkgebühren kam nicht bei allen Parteien gut an. Zumindest nicht in dem Ausmaß, wie es die Stadtverwaltung zunächst vorgeschlagen hatte. Einig waren sich die Stadträte dann vor allem bei einem: Der jetzige Preis ist nicht mehr angemessen. Der Gemeinderat entschied sich mehrheitlich für eine Erhöhung, insbesondere die Grünen hätten die Gebühren gerne noch deutlicher nach oben korrigiert (wir berichteten). Heute geben wir einen Überblick zu den wichtigsten Fragen bei der Gebührenerhöhung.

Um wie viel Euro wird die Gebühr erhöht werden?

Die Parkgebühren sind je nach Zone unterschiedlich gestaffelt (siehe Karte rechts). In der Zone 1, der Kernstadt, kostet das Parken zukünftig 2,40 Euro statt 1,80 Euro. Von 80 Cent auf 1,20 Euro pro Stunde wurden die Parkgebühren in der Zone 2 erhöht, also im Umfeld der Innenstadt. In der Oststadt, der Zone 3, kostet die Stunde bald ein Euro, bisher waren es 60 Cent.

Wie viel kostet das Pendlerticket in der Oststadt künftig?

Das Pendlerticket kostet in Zukunft 40 Euro im Monat. Dieses Thema sorgte in den Sitzungen für die meisten Diskussionen, weil die Stadt zunächst eine Erhöhung auf 80 Euro vorgeschlagen hatte, später auf 50 Euro. Das Monatsticket kostet derzeit noch 25 Euro. Dass das nicht mehr angemessen ist, darin waren sich alle Parteien einig. Nur wie hoch die Erhöhung tatsächlich ausfallen soll, das stand zur Debatte. Eine Mehrheit gab es schließlich für den Antrag der SPD, die sich dem Vorschlag der FDP anschloss und sich für die 40 Euro aussprach.

Zu welchen Zeiten sind die Parkplätze gebührenpflichtig?

Von Montag bis Samstag gelten die Gebühren mit der neuen Regelung zwischen 8 und 19 Uhr. Montag bis Freitag ändert sich also nichts, samstags kostet Parken bisher allerdings nur von 8 bis 16 Uhr, weshalb an diesem Tag mehr Gebühren anfallen. Die Stadtverwaltung wollte an allen sechs Tagen die Bewirtschaftungszeit auf 20 Uhr festlegen, was die Grünen für gut befanden, weil dies den Anwohnern in der Innenstadt entgegenkomme. Alle anderen Fraktionen lehnten dies jedoch ab.

Muss man sonntags auch einen Parkschein einlösen?

Nein, denn die Stadträte haben dagegen gestimmt. Im Vorschlag der Stadtverwaltung war allerdings vorgesehen, auch sonntags Gebühren zu erheben – und zwar ebenso wie werktags von 8 bis 20 Uhr. Dies mit dem Hinweis, dass viele auswärtige Besucher, etwa des Blühenden Barock, auch Anwohnerstraßen zuparkten.

Ab wann gilt die jetzt beschlossene Erhöhung?

Genaue Angaben kann die Stadtverwaltung dazu noch nicht machen. Es dauere einige Zeit, die Parkscheinautomaten umzustellen, heißt es. Die neue Parkgebührensatzung werde wohl voraussichtlich im April 2020 in Kraft treten, so die Auskunft.

Welche Parkplätze sind von der Erhöhung betroffen?

In den drei Zonen sind alle Parkplätze entlang der Straße sowie auf den öffentlichen Plätzen der Stadt betroffen. Dazu zählen zum Beispiel auch der Arsenalplatz, der Karlsplatz und der Parkplatz in der Unteren Stadt beim Walckerpark. Nicht betroffen sind die Parkhäuser und Tiefgaragen in der Stadt sowie die großen Parkplätze an der Bärenwiese. Über diese kann die Stadt nicht entscheiden, da sie von den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim betrieben werden.

Werden auch in den Parkhäusern und Tiefgaragen der Stadtwerke die Gebühren erhöht?

Nein, vorerst nicht. Doch der Grund für die Anpassung der Parkgebührensatzung ist der, dass die Stadtwerke die Gebühren in ihren Parkhäusern im Laufe des Jahres 2020 erhöhen möchte, so die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage. Tagsüber kostet die erste Stunde in den Parkhäusern 1,50 Euro, jede weitere Stunde ein Euro. Auf der Bärenwiese kostet die erste Stunde ein Euro, jede weitere 50 Cent. Die Parkgebühren der Stadt seien bewusst höher als die in den Parkhäusern und auf der Bärenwiese, so die Verwaltung. Damit soll unnötiger Parksuchverkehr im Stadtgebiet vermieden werden, weil Parkplatzsuchende direkt die Garagen anfahren. Die Auslastung der Tiefgaragen – immer wieder ist in der Vergangenheit auf die großen Leerstände etwa in der Akademiehofgarage oder der Arena-Tiefgarage verwiesen worden – werde durch diese Maßnahme verbessert. Die Stadt hofft dadurch, auch etwas zur Luftreinhaltung beizutragen.

Was passiert mit den Mehreinnahmen aus der Gebührenerhöhung?

Mit einem Teil der Mehreinnahmen sollen „Maßnahmen zur Attraktivierung der Innenstadt finanziert werden“, heißt es in der Begründung. Als Idee gibt es bereits einen Gutschein, der nicht nur fürs Parken, sondern auch bei den Bussen der Ludwigsburger Verkehrslinien (LVL) eingelöst werden kann. Auch soll die Präsenz der Innenstadtakteure stärker beworben werden, etwa über Werbung an mehreren Bussen. Ergänzend soll das Aufkommen an Autos im Stadtgebiet, insbesondere durch attraktive Angebote des ÖPNV an verkaufsoffenen Sonntagen, reduziert werden, beispielsweise durch eine kostenlose Wabe Ludwigsburg. Die Kosten für die beiden beschriebenen Maßnahmen beziffert die Stadt im Jahr auf etwa 70.000 Euro, die aus einem Teil der Mehreinnahmen der Parkraumbewirtschaftung finanziert werden können. Wie berichtet, hat der Gemeinderat beschlossen, an den Adventssamstagen und an zwei verkaufsoffenen Sonntagen einen kostenlosen Bus anzubieten.

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