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Mobilität

Premiere: Radler auf der Busspur

Für Ludwigsburg sind Busspuren bisher etwas Außergewöhnliches. Jetzt sind gleich zwei neue in Betrieb gegangen. Und auf einer, der Spur in der Schorndorfer Straße, gibt es eine weitere Neuerung: Dort dürfen auch Radfahrer verkehren.

Zwei neue Busspuren: Links in der Schorndorfer Straße mit dem Ausgangspunkt beim Schorndorfer Tor, wo es rechts ab zum Klinikum geht. Auf der Spur dürfen auch Radler fahren, sie reicht bis vor das Blühende Barock. Auf dem Bild rechts die neue Busspur
Zwei neue Busspuren: Links in der Schorndorfer Straße mit dem Ausgangspunkt beim Schorndorfer Tor, wo es rechts ab zum Klinikum geht. Auf der Spur dürfen auch Radler fahren, sie reicht bis vor das Blühende Barock. Auf dem Bild rechts die neue Busspur in der Schlossstraße (im Hintergrund ist das Heilbronner Tor und die Kreuzung mit der Marbacher Straße zu sehen). Foto: Holm Wolschendorf
Verkehr auf der Schlossstraße (B 27) bei der Fahrt vom Heilbronner Tor hinauf in Richtung Innenstadt Archivfoto: Holm Wolschendorf
Verkehr auf der Schlossstraße (B 27) bei der Fahrt vom Heilbronner Tor hinauf in Richtung Innenstadt Foto: Holm Wolschendorf

Die Stimmung unter Radlern variiert. Einige genießen es, auf ungewohnt breiter Bahn aus dem Schlösslesfeld oder Oßweil kommend jetzt den direkten Weg in die Innenstadt zu nehmen. Andere haben es wieder aufgegeben und sind auf ihre alte Route vorbei am Stadionbad zur Radlerachse auf der Friedrich-Ebert-Straße zurückgekehrt. Auf der Busspur fühlen sie sich zu nah am starken Verkehr der Schorndorfer Straße und haben zudem ein mulmiges Gefühl, wenn sie vom Bus überholt werden.

Die Stimmung bei den Ludwigsburger Verkehrslinien ist bestens. Bringen Busspuren doch genau das, was den Öffentlichen Nahverkehr attraktiver macht: Stabile Fahrpläne ohne Hängepartien im Stau. Das gilt jetzt zum einen auf der Schorndorfer Straße stadteinwärts auf einem Abschnitt, der am Schorndorfer Tor (nahe dem Klinikum) beginnt und bis vors Blühende Barock reicht. Dort wurde eine der beiden Fahrspuren für den Autoverkehr geschlossen und mit dicken weißen Linien als Busspur markiert. Zusätzlich weisen kleine Schilder darauf hin, dass auf der Busspur auch Radler fahren dürfen.

Die zweite neue Busspur hat die Stadt in der Schlossstraße (B.27) eingerichtet, ebenfalls nur stadteinwärts. Sie beginnt an dem großen Verkehrsknoten beim Heilbronner Tor, wo die B 27 und die Marbacher Straße zusammenkommen. Die Busspur beginnt direkt hinter dieser Kreuzung und führt dann die gesamte Strecke bergauf bis zum Abzweig in die Wilhelmstraße, also bis zum Anschluss an die zentrale städtische Nahverkehrsachse Richtung Bahnhof.

Auch in diesem Fall ist eine Fahrspur für Autos und Lastwagen gesperrt worden, sie dient jetzt als reine Busspur. Hier allerdings kann die Frage, ob der Wegfall einer Fahrspur für den Autoverkehr zu Staus führen wird, besondere Brisanz bekommen und die Stadt in eine verkehrspolitische Klemme bringen. Denn es geht um die derzeit empfindlichste Stelle in der Stadt, was die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid angeht. An der Schlossstraße werden derzeit Werte deutlich über dem Grenzwert gemessen, deswegen droht Ludwigsburg erneut das schon als überwunden geglaubte Fahrverbot.

Die Stadt will noch vor dem Sommer Tempo 40 in diesem Bereich der B 27 einführen. Und mit digitaler Ampeltechnik den Verkehr möglichst flüssig halten. Denn klar ist: Stop and Go erhöht gerade bergauf den Ausstoß an Schadstoffen.

Warum dürfen auf der Busspur Schlossstraße anders als in der Schorndorfer Straße keine Radler fahren? Die Antwort der Stadtverwaltung: In der Schlossstraße gibt es auf der gegenüberliegenden Straßenseite (Ostseite) bereits einen Zweirichtungsradweg, was es in der Schorndorfer Straße nicht gibt.

Und wie ist es auf der Busspur Marbacher Straße, dürfen Radler dort fahren? Die Stadtverwaltung dazu: Auf der Marbacher Straße ist die Busspur für Radler nicht freigegeben. Dort ist es aber auch nicht nötig, weil wir überall einen eigenen Radweg haben. Nur bergab ist an einer Stelle eine Sondersituation an der Bushaltestelle, hier fährt allerdings nicht der Radfahrende auf der Busspur, sondern der Radweg ist für den Busverkehr unterbrochen.

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