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Vorsorge

Reger Besuch bei „Alles geregelt?“

Alles geregelt? Von wegen. Laut Dr. Jürgen de Vries vom Generationenmanagement der Kreissparkasse Ludwigsburg haben lediglich 23 Prozent aller testierfähigen Deutschen Regelungen zum Nachlass getroffen. Es besteht also hoher Beratungsbedarf, das zeigte auch die gemeinsame Veranstaltung der Ludwigsburger Kreiszeitung und der Kreissparkasse im Louis-Bührer-Saal.

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Die Veranstaltung der LKZ und der Kreissparkasse trifft den Nerv der Zeit. Der Beratungsbedarf ist hoch.Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Ausgebuchte Vorträge und Informationen an den Ständen sowie den Stehtischen kennzeichneten die Veranstaltung „Alles geregelt? – Heute schon an morgen denken“, die sich mit einem bedeutenden Thema befasste, das Menschen aber gerne verdrängen oder viel zu lange vor sich herschieben. Das betonte auch der Anzeigenleiter der Ludwigsburger Kreiszeitung, Dietmar Merz, bei der Eröffnung dieser neuen Veranstaltung. „Wir wollen damit den Großteil der Vorsorgethemen abdecken“, betonte Merz. Und die können ganz schnell Aktualität bekommen. Eine Krankheit, Unfall oder plötzlicher Tod, da gibt es viel zu regeln.

Generationenmanagement nennt die Kreissparkasse ihren Service rund um die Themen Nachlassabwicklung und Vollmachten. Das Geldinstitut kooperiert laut de Vries dabei auch mit Notaren und Rechtsanwälten. Vor allem in puncto Vorsorgevollmacht empfahl er eine notarielle Beurkundung. Mit dem Herunterladen eines Dokuments aus dem Internet sei es nämlich nicht getan. In der Vorsorgevollmacht wird eine Person bestimmt, die Entscheidungen trifft, wenn der Betreffende dazu nicht mehr in der Lage ist. Mit vielen Emotionen ist auch das Thema Nachlass verbunden. „In jedem fünften Erbfall entsteht Streit“, berichtete de Vries. Deshalb sei es wichtig, auch hier rechtzeitig alles zu regeln, sei es in einem Testament oder einem Erbvertrag. Die Kreissparkasse übernehme da auch die Rolle des Testamentsvollstreckers. Erblassern, die keine Nachfahren haben, denen sie etwas hinterlassen möchten, bot er eine Alternative an: Die Gründung einer Stiftung unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse Ludwigsburg. Das sei schon ab 10 000 Euro möglich.

Das Erbe besteht meist aus Geldvermögen, Geldanlagen oder Immobilien, aber neuerdings gibt es auch den digitalen Nachlass. Was geschieht nach dem Tod mit E-Mail- und Social-Media-Accounts, Online-Abos, Fotos sowie Dokumenten in der Cloud und vieles andere mehr? Darüber informierte Notariatsassessor Andreas Kuhn von der Kanzlei Menold Bezler. Das alles sollte ebenfalls im Testament sowie in der Vorsorgevollmacht aufgelistet sein. Notar Sebastian Mensch empfahl jedem, rechtzeitig eine General- und Vorsorgevollmacht zu erstellen. Eine Patientenverfügung nehme lediglich Entscheidungen zu lebensverlängernden Maßnahmen vorweg. Eine Betreuungsverfügung sei außerdem nicht erforderlich, wenn eine ordnungsgemäße General- und Vorsorgevollmacht bestehe.

Vor allem bei einem Krankenhausaufenthalt treten Fragen rund um die Themen Pflege, Reha und Kostenübernahme auf. Die Pflege- und Sozialberatung der Regionalen Kliniken Holding stellte ihre Hilfs- und Serviceangebote vor. Im Blickpunkt stehen hier auch die Angehörigen. Als vorübergehende Lösung oder einfach mal zum Krafttanken eignet sich ein Aufenthalt im Pflegehotel des Seniorenstifts Ludwigsburg. Dieses Angebot wurde ebenfalls vorgestellt.

Vorsorge heißt aber auch, Regelungen rund um Bestattung sowie Grabmale zu treffen. Denn es gibt ja heute eine Vielzahl von Bestattungsmöglichkeiten und individuellen Wünschen vor allem auch zur Trauerfeier. Darüber informierten die Firmen Ivancic und Meyle.