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Infrastruktur

Sanierungsoffensive für Straßen

Keine Landesstraße im Kreis ist offenbar in so schlechtem Zustand wie die Eglosheimer Straße in Asperg. Sie belegt Rang 52 von landesweit 1174 Sanierungsprojekten, für die das Land ab dem kommenden Jahr Geld zur Verfügung stellen will. Außerdem ist geplant, 16 weitere marode Ortsdurchfahrten zu erneuern.

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Asperger Ortsdurchfahrt bei Rewe: Hier sollen schon bald die Straßenbauarbeiter anrücken. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Die Asperger Ortsdurchfahrt hat mit 96,6 von 100 möglichen Punkten einen abgrundtief schlechten Wert. Der Fahrbahnzustand ist wie bei allen anderen Straßen, die in das Landesprogramm aufgenommen wurden, miserabel. Schlaglöcher, in denen sich tiefe Pfützen bilden können, sind nur ein Kriterium. Aber auch Spurrillen, Flicken und Unebenheiten. Außerdem fließen Verkehr, Länge und Breite der sanierungsbedürftigen Straßen in das Ranking ein.

Zum zweiten Mal sind diese Daten nun von der Landesstelle für Straßentechnik beim Regierungspräsidium für alle vier Regierungsbezirke systematisch erhoben worden. „Das früher geltende Windhundprinzip, wonach der zuerst mahlt, der zuerst kommt, wird abgeschafft“, sagte der Bietigheimer Grünen-Politiker Daniel Renkonen jetzt vor Journalisten. Er hoffe, dass dadurch die Unzufriedenheit insbesondere bei Gemeinderäten und Bürgermeistern sowie Eifersüchteleien zwischen Kommunen abgestellt werden.

Insgesamt stehen 17 Ortsdurchfahrten zwischen 300 und 700 Metern Länge und zahlreiche freie Strecken im Landkreis auf der Liste, die bis 2020 abgearbeitet werden soll, so die Empfehlung aus dem Verkehrsministerium. Dazu kommen zwei Abschnitte auf Bundesstraßen und eine Strecke auf der A 81. „Die grün-schwarze Landesregierung will den Sanierungsstau bei den Landesstraßen weiter abbauen“, sagt Renkonen.

Planung und Umsetzung liegen nach Ansicht des Abgeordneten jetzt beim Regierungspräsidium in Absprache mit den Kommunen. Es sei auch die Gelegenheit, die kommunale Infrastruktur zu verbessern, indem Kanäle ausgebessert und Leitungen für Strom, Gas und Telekommunikation neu verlegt werden. Das Land zahle aber nur den Straßenbelag.

Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen in Baden-Württemberg 826 Kilometer Bundesstraße und 1000 Kilometer Landesstraße hergerichtet werden, Brücken inklusive. Davon entfallen auf den Regierungsbezirk Stuttgart 278 Kilometer. Im Landkreis Ludwigsburg stehen bis 2020 rund 34 Kilometer auf dem Sanierungsfahrplan der Landesregierung. „Bei landesweit 1828 Kilometern mag das wenig klingen, und doch wird das ein beispielloser Kraftakt“, betont Renkonen. Ziel sei es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Lärmbelastung für die Bürger zu senken. „Damit dürften wir dann aus dem Gröbsten raus sein.“ In vier Jahren, kündigt Renkonen an, werde dann eine neue Bestandsaufnahme organisiert und danach eine neue Prioritätenliste aufgestellt.

Der Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) stellte kürzlich fest: „Die seit Beginn der systematischen Zustandserfassung im Jahr 1992 stetige Verschlechterung des Gesamtzustandswerts der Bundes- und Landesstraßen ist nun gestoppt.“ Unter dem Strich registriere er sogar eine leichte Verbesserung. Beim Vergleich der im Jahr 2015 erhobenen Daten der Bundesstraßen mit der Erfassung aus dem Jahr 2011 zeige sich eine Verbesserung des Gesamtzustandswerts von 3,2 auf 3,0 auf einer Skala von 1,0 für sehr gut bis 5,0 für schlecht. Bei den Landesstraßen sei eine vergleichbare Entwicklung festzustellen. Hier habe sich die Durchschnittsnote um ein Zehntel verbessert. Von 3,5 auf 3,4. Der eingeschlagene Weg mit dem Erhaltungsmanagement nach Prioritäten habe sich als richtig bestätigt, so der grüne Minister.

Und zum Schluss noch einmal Asperg, dieses Mal in Verbindung mit Ludwigsburg: Hier ist immerhin auch die Beste unter den schlechten Straßen im Kreis. Die Eglosheimer Straße im Übergang zur Markgröninger Straße bis zur Stadtgrenze hat einen Sanierungsbedarf von 85,2.