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Kliniken

Schlechte Zahlen bei Sepsis, gute bei Herzinfarkt

An einer Blutvergiftung sterben im RKH Klinikum Ludwigsburg deutlich mehr Patienten als in vergleichbaren anderen Kliniken, die sich ebenfalls der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) angeschlossen haben. Das geht aus einer Pressemitteilung der Regionalen Kliniken Holding (RKH) hervor. In anderen Bereichen schneidet das Klinikum besser ab als der Durchschnitt.

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Mit speziell ausgebildeten Ärzten soll am Klinikum Ludwigsburg Todesfällen durch Blutvergiftung entgegen gewirkt werden.Archivfoto: Werner Kuhnle

Kreis Ludwigsburg. Die Ergebnisse der RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim sind auf den Homepages der Kliniken abrufbar. Darin stellen die Kliniken ihre aus Routinedaten berechneten Ergebnisse für alle relevanten Krankheitsbilder des jeweiligen Krankenhauses dar.

Die Ergebnisse stammen aus dem Vergleich von über 400 Kliniken in Deutschland und der Schweiz, die sich der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) angeschlossen haben. Insgesamt sind hierbei über 350 Kennzahlen für 60 relevante Krankheitsbilder und Behandlungsverfahren dargestellt. Die Kliniken im Landkreis Ludwigsburg nutzten die IQM-Methodik für ihr „aktives Qualitätsmanagement“, heißt es in der Pressemitteilung. Die ständige Verbesserung von Behandlungsprozessen und –ergebnissen führe zu besserer Behandlungsqualität und mehr Patientensicherheit. „Ziel ist es, unseren Patienten die bestmögliche Qualität in der medizinischen Versorgung zukommen zu lassen“, sagt Matthias Ziegler, Regionaldirektor der RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim. „Deshalb sind wir der trägerübergreifenden Initiative beigetreten. Die IQM-Daten zur Ergebnisqualität belegen unsere Stärken, zeigen aber auch, wo Optimierungspotenzial besteht.“

Zum Beispiel im RKH Klinikum Ludwigsburg: Dort zeigte sich im Jahr 2017 bei den Todesfällen nach Blutvergiftung – der sogenannten Sepsis – eine erhöhte Sterblichkeit von 22,8 Prozent. Die Sterblichkeit habe sich zwar zum Vorjahr bereits reduziert, liege aber noch immer über dem IQM-Durchschnittswert von 15,2 Prozent.

Im Laufe des vergangenen Jahres seien Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet worden. Neben der Vermeidung von zusätzlichen Infektionen bei schwerstkranken Intensivpatienten durch Hygiene-Visiten werde in allen RKH Kliniken an der Qualität der Antibiotikabehandlung gearbeitet. „Speziell ausgebildete Ärzte haben die Therapie bei Infektionen entsprechend aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse standardisiert und beraten ihre Kollegen bei der Auswahl, Dosierung und Anwendungsdauer“.

Besser sieht es auf einem anderen Gebiet aus: Die Sterblichkeitsrate von 5,1Prozent bei der Hauptdiagnose Herzinfarkt liegt erneut deutlich unterhalb des Erwartungswertes von 8,4 Prozent und dem Bundesdurchschnitt. Garant für die guten Ergebnisse in der Kardiologie sei die „hervorragende Zusammenarbeit der Notdienste und des Rettungsdienstes mit den Handelnden im Klinikum Ludwigsburg sowie das kontinuierliche Analysieren der Behandlungszeiten und die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen“, sagt Professor Dr. Christian Wolpert, Sprecher der Ärztlichen Direktoren und Leiter der Klinik für Kardiologie und internistische Intensivmedizin.

Bei der Behandlung von Herzinsuffizienz-Patienten weist das RKH Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen eine Sterblichkeitsrate von 7,6 Prozent auf und liegt damit deutlich unter dem IQM-Durchschnittswert von 9,6 Prozent. „Hier zeigt sich die kontinuierliche und gute Arbeit unseres Qualitätsmanagements zum Wohl der Patienten“, erläutert Dr. Gitsios Gitsioudis, der die Sektion für Kardiologie am RKH Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen leitet.

Verbesserungen voranzutreiben, gelte es jedoch bei der Behandlung von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD). Hier schnitt das RKH Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen mit 4,8 Prozent etwas schlechter ab als der Durchschnitt aller beteiligten Krankenhäuser, der bei 4,2 Prozent für das Jahr 2017 lag. (red)