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Demonstration

Schüler positionieren sich zur Europawahl

Jetzt wird es ernst: Die Europawahl steht kurz bevor, morgen entscheidet sich, wer die nächsten fünf Jahre im EU- Parlament sitzen wird. Deshalb haben gestern wieder weltweit Schüler und Studenten für den Klimaschutz gestreikt. In Ludwigsburg sind so viele gekommen wie noch nie.

Mit bunten Schildern sind 250 Schüler gestern für den Klimaschutz auf die Straße gegangen. Fotos: Holm Wolschendorf
Mit bunten Schildern sind 250 Schüler gestern für den Klimaschutz auf die Straße gegangen. Foto: Holm Wolschendorf
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Sechs Wochen ist es her, dass Anhänger der Bewegung „Fridays for Future“ für den Klimaschutz auf die Straßen Ludwigsburgs gegangen sind. Gestern war es wieder so weit. Etwa 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind durch die Stadt gelaufen, um sich für den Klimaschutz einzusetzen. Die Schwedin Greta Thunberg hatte zwei Tage vor der Wahl alle Schüler weltweit zu einem Streik aufgerufen.

Die kommende Europawahl bedeutet viel, findet der Organisator des Ludwigsburger Streiks, Markus Moskau. „Wir haben die Hoffnung, dass nach der Wahl alles besser wird“, sagte er. Besser bedeute in dem Fall, dass die Politik in Zukunft mehr für den Klimaschutz tut, anstatt davon zu reden. „Vor allem jetzt müssen wir zeigen, dass es um etwas geht“, erklärte ein Schüler, auf dessen Plakat „Klimaschutz statt Kohleschmutz“ stand.

Es ging diesmal um einiges politischer zu, als sich die Jugendlichen gestern am Bahnhof trafen. Parteimitglieder mischten sich unter die Streikenden, schwenkten ihre Fahnen und ließen ihre Flyer herumgehen. „Hier geht’s nicht um Parteien, sondern um den Klimaschutz“, warf eine Demo-Teilnehmerin ihnen vor. Eine andere Partei hatte einen Informationsstand genau am Treffpunkt aufgebaut, die Mitglieder verteilten munter Popcorn. „Wir distanzieren uns ganz klar davon“, rief Markus Moskau durch das Megafon. Die Demonstration sei in keiner Weise mit einer Partei verbunden.

Bei seiner Rede auf dem Rathausplatz rief der Abiturient den Streikenden zu: „Sagt es euren Eltern, Großeltern, einfach allen: Geht wählen!“ Jetzt müsse sich etwas verändern, nicht erst wenn die Schüler eigene Kinder haben. „Alles, wirklich alles lässt sich verändern, wenn man nur will“, sagte Markus Moskau.

Oberbürgermeister Werner Spec werfen die Schüler vor, ihre Forderungen nicht umsetzen zu wollen. Denn sie haben ihm bereits vor ein paar Wochen ihre Forderungen bei einem Gespräch präsentiert. Sie wollen in Ludwigsburg zum Beispiel eine autofreie Innenstadt, einen Foodsharing-Stand und den Ausbau des Fahrradnetzes.

„Wenn ich ehrlich sein soll, bin ich vom Austausch mit dem OB sehr enttäuscht“, gab Moskau zu, der zwar bei den Gesprächen mit Spec nicht dabei war, jedoch bei der Nachbereitung aktiv war. „Einen Foodsharing-Stand könnte man innerhalb von zwei Wochen aufbauen, wenn man will“, werfen ihm die Schüler vor.

Die streikenden Jugendlichen zumindest wollen so schnell nicht aufgeben, bevor ihre Forderungen nicht erfüllt sind. „Es ist einfach wichtig, dass man dran bleibt“, sagte Viktoria Wilckens, die bereits mehrmals an den Demonstrationen teilgenommen hat. „Sonst gerät unser Anliegen sehr schnell in Vergessenheit.“

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