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Kriminalität

Senioren verlieren ihre Ersparnisse

Drei Senioren sind am Montag Opfer von Telefonbetrügern geworden. Ein Ehepaar und eine ältere Dame haben jeweils fünfstellige Summen – also mehr als 10.000 Euro – verloren. Zum Verhängnis wurden ihnen Lügengeschichten.

Wieder sind in Ludwigsburg ältere Menschen Opfer von Telefonbetrügern geworden und haben viel Geld verloren.Archivfoto: dpa
Wieder sind in Ludwigsburg ältere Menschen Opfer von Telefonbetrügern geworden und haben viel Geld verloren. Foto: dpa

Ludwigsburg. Erneut haben Telefonbetrüger in Ludwigsburg zugeschlagen. Beide Fälle sind besonders bitter. Denn die Betrüger haben die Arglosigkeit von Senioren missbraucht, um sie um ihr Erspartes zu bringen.

Im ersten Fall rief eine unbekannte Frau bei einer Ludwigsburger Seniorin an. Am Telefon gab sich die Frau als eine alte Bekannte aus und die Seniorin fiel darauf herein. Während des Gesprächs behauptete die Unbekannte, sie sei gerade bei einer Notarin in Stuttgart und sie benötige einen fünfstelligen Betrag für einen Wohnungskauf. Zuerst hielt die betagte Frau Rücksprache mit ihrem Ehemann, dann machte sie sich gemeinsam mit ihm auf den Weg zur Bank. Dort angekommen hoben die beiden Geld von ihren Konten ab.

Nach der Rückkehr meldeten sich sowohl die angebliche Bekannte, als auch die vermeintliche Notarin immer wieder am Telefon und das Seniorenpaar stellte einen Teil des benötigten Geldes in Aussicht. Daraufhin teilten die Betrüger mit, dass am Abend eine Notarmitarbeiterin zur Wohnanschrift des Paares komme, um das Geld abzuholen. So geschah es auch. Erst nachdem der angekündigte Besuch der vermeintlichen Bekannten ausblieb, alarmierte das Ehepaar die Polizei.

Eine Anruferin gibt sich

als Enkelin des Opfers aus

Ebenfalls am Montag wurde eine weitere ältere Dame ein Opfer der Betrüger. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um dieselben Täter handelt. Die Seniorin erhielt kurz nach 14 Uhr den Anruf einer Frau, die vorgab, ihre Enkelin zu sein. Die Unbekannte bat am Telefon um Bargeld. Die ältere Dame machte sich daraufhin auf den Weg zu ihrer Bank und hob dort eine fünfstellige Summe von ihrem Sparbuch ab. Dieses Geld übergab sie anschließend einem „Kurier“. Am Dienstag ging die Frau dann erneut zur Bank, um sich nach einer „Blitzüberweisung“ zu erkundigen. Offenbar hatte man der Frau versprochen, dass das Geld am nächsten Tag gleich zurücküberwiesen wird. Erst daraufhin fragte eine Mitarbeiterin der Bank genauer nach. Als klar war, dass die Seniorin Betrügern aufgesessen ist, informierte die Mitarbeiterin die Polizei.

Im Laufe des Montags erhielten auch viele weitere Personen im Kreis Ludwigsburg Anrufe der Betrüger. Mindestens zwölf Fälle hat die Polizei registriert, darunter in Ludwigsburg, Mundelsheim. Korntal-Münchingen, Besigheim und Oberstenfeld. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter (0.71.41) 1.89 entgegen. Wie hoch die Summe genau ist, die die Ludwigsburger Senioren verloren haben, möchte die Polizei nicht bekanntgeben.

Die Täter werden nur ganz selten von der Polizei gefasst

Die Chance, die Täter solcher perfiden Betrugsmaschen zu fassen, ist übrigens sehr gering. Hinter den Anrufern stecken meist professionelle Banden, deren psychologisch geschulte Mitarbeiter aus dem Ausland anrufen. Die Polizei vermutet die Hintermänner oft in der Türkei. Nur selten gelingt es, in Deutschland einen der „Kuriere“, die das Geld bei den Opfern abholen, zu fassen. Das sind aber meist nur kleine Fische. Die Hintermänner leben dagegen im Ausland – für die deutschen Behörden unerreichbar – von dem ergaunerten Geld ein Luxusleben.

Zielgruppe der Telefonbetrugsmaschen, die es in unterschiedlichen Varianten gibt, sind zumeist ältere Menschen. Oft werden dafür die Telefonbücher nach Namen durchsucht, die nach Personen klingen, die heute im Seniorenalter sind. „Um ihre Opfer in falscher Sicherheit zu wiegen, geben die Anrufer vor, im Auftrag von Rechtsanwälten und Notaren anzurufen“, so die Polizei. In anderen Fällen haben sich Betrüger am Telefon auch schon als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Richter ausgegeben und behauptet, die Angerufenen spielten in einem Ermittlungsverfahren der Polizei eine wichtige Rolle. Und zur Unterstützung der Behörden müsse Geld überwiesen werden.

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