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Sicherer Schulweg nicht an dieser Stelle

Abgeschaltete Fußgängerampel in der Gänsfußallee – Straße wird für Grundschüler zum Hindernis

Der Schulweg der Kinder führt von links nach rechts über die Gänsfußallee (im Vordergrund). Im Hintergrund ist die Schwieberdinger Straße. Autos, die in die Gänsfußallee einbiegen, bekommen keinen Hinweis auf querende Kinder, weil die Ampel ausgescha
Der Schulweg der Kinder führt von links nach rechts über die Gänsfußallee (im Vordergrund). Im Hintergrund ist die Schwieberdinger Straße. Autos, die in die Gänsfußallee einbiegen, bekommen keinen Hinweis auf querende Kinder, weil die Ampel ausgeschaltet ist. Foto: privat
Diese Mini-Verkehrsinsel sorgt ebenfalls für Kritik. Kaum drei Kinder finden hier auf der Mitte der Schwieberdinger Straße Platz, um zu warten.
Diese Mini-Verkehrsinsel sorgt ebenfalls für Kritik. Kaum drei Kinder finden hier auf der Mitte der Schwieberdinger Straße Platz, um zu warten.

Ludwigsburg. Vor wenigen Tagen hat die Schule begonnen. Schulen und Stadtverwaltung appellieren an die Eltern, die Kinder nicht mit dem Auto vor die Schultüre zu fahren, sondern zu Fuß zur Schule zu schicken – zunächst in Begleitung, später dann allein.

Grundschüler aus der Ludwigsburger Weststadt, die in die Friedensschule gehen, stehen vor einem für sie nahezu unüberwindbaren Hindernis: Die Kreuzung Schwieberdinger Straße/Ecke Gänsfußallee. Die Sechs- bis Zehnjährigen haben gleich mehrere Herausforderungen zu meistern, weshalb sie von ihren Eltern begleitet werden. Und diese sind momentan nicht sonderlich gut auf die Ludwigsburger Stadtverwaltung zu sprechen.

„Die Stadtverwaltung hat es bis zum heutigen Tag nicht geschafft, die Ampelschaltung an der Ecke Gänsfußallee/Schwieberdinger Straße zu aktivieren“, ärgert sich Frank Dapper auf Facebook. Sein Sohn geht auf die Friedensschule und muss täglich wie viele andere Kinder auch von der Weststadt über die Schwieberdinger Straße zur Schule – und mittags zurück. Dazu müssen die Kinder unter anderem die Gänsfußallee überqueren. Eigentlich kein Problem, denn dort gibt es eine Fußgängerampel. Weil in diesem Bereich der Schwieberdinger Straße aber gerade gebaut wird, ist die Ampel außer Betrieb.

„An der Rechtsabbieger-Ampel in der Schwieberdinger Straße findet man als Autofahrer keinen Hinweis auf eventuell querende Fußgänger. Ganz abgesehen von den Autofahrern, die sich ihr Smartphone ins Gesicht halten, während sie den Fußgängerüberweg blockieren“, so Dapper.

„Das geht schon eine ganze Weile so“, bestätigt der Elternbeiratsvorsitzende der Friedensschule, Michael Hasler. Er lässt seine Kinder inzwischen lieber einen Umweg laufen, um diese Stelle zu meiden.

Denn auch wenn die Kinder den Schulweg über die Gänsfußallee geschafft haben, sind sie keineswegs auf der sicheren Seite. Dann müssen sie morgens noch im Berufsverkehr die Schwieberdinger Straße überqueren. Dort allerdings funktioniert die Ampel. Während die Kinder darauf warten, dass die Ampel auf grün springt, rauschen hunderte Autos an ihnen vorbei. Vierspurig. Die Kinder starren gebannt auf die Ampel, um den Moment nicht zu verpassen, wenn sie grün wird. Damit sie schnell loslaufen können, um es bis zum Ende der Grün-Phase bis auf die andere Seite der automobilen Hauptschlagader der Stadt zu schaffen. Das gelingt nur, wenn man schnell ist. Und wenn man sicher ist im Straßenverkehr. Schulanfänger sind das nicht, kritisiert der Elternbeirat der Friedensschule. „Das bemängeln wir schon seit Jahren“, sagt Dapper. „Der fließende Verkehr ist der Stadt offenbar wichtiger als die Unversehrtheit der Kinder“, so Hasler.

Oberbürgermeister Matthias Knecht versprach am Wochenende per Facebook, er werde sich „noch heute trotz Hochzeitstag“ mit Bürgermeister Michael Ilk verständigen. Dieser versprach gegenüber unserer Zeitung: „Die Ampelanlage wird Dienstagabend komplett eingeschaltet.“ Dann sei es auch möglich, die Grün-Phase für die Kinder zu verlängern. Bis dahin werde der Städtische Vollzugsdienst die Übergänge sichern. Frank Dapper hat davon gestern Morgen allerdings niemanden gesehen.

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