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Corona

So hilft die Stadt Ludwigsburg dem Einzelhandel und den Gastronomen in der Innenstadt

Ludwigsburg wird auch in diesem Jahr den Händlern und Gastronomen mit einem Hilfspaket unter die Arme greifen. Alles in allem ist man bereit, gut 70000 Euro dafür in die Hand zu nehmen.

Einen verkaufsoffenen Sonntag, wie hier beim Kastanienbeutelfest 2019, wird es zum Märzklopfen in diesem Jahr nicht geben. Der Termin soll aber zum Pferdemarkt, am 15. Mai, nachgeholt werden. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Einen verkaufsoffenen Sonntag, wie hier beim Kastanienbeutelfest 2019, wird es zum Märzklopfen in diesem Jahr nicht geben. Der Termin soll aber zum Pferdemarkt, am 15. Mai, nachgeholt werden. Archivfoto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Es geht um Treue-Gutscheine für Kunden, größere Flächen für die Außengastronomie, Stundung von Pachtzahlungen bei städtischen Immobilien sowie Werbemaßnahmen. Mit all dem soll den von der Coronapandemie stark gebeutelten Händlern, Gastronomen und Dienstleistern geholfen werden. „Es ist ein kleines, feines Aktionsprogramm als Unterstützung, um wieder in normale Wege zu kommen“, sagte der städtische Wirtschaftsförderer Frank Steinert am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung.

Das ist im Einzelnen geplant:

Dankeschön nennt sich eine gemeinsame Kampagne des Ludwigsburger Innenstadtvereins Luis und der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim. Das „Dankeschön“ soll das bisherige „Parkeschön“ ersetzen. Denn diese richtet sich bislang nur an Autofahrer, die für ihren Einkauf einen Gutschein bekommen, der am Parkscheinautomaten eingelöst werden kann. Stattdessen haben Händler nun die Möglichkeit, einen Wertgutschein über 50 Cent zu verschenken. Der kann nach wie vor für eine Stunde kostenloses Parken genutzt werden, ebenso aber auch beim Busfahrer oder als Wertbon in Ludwigsburger Geschäften eingelöst werden. Laut Citymanager Markus Fischer soll das Dankeschön im Mai starten. Zu Beginn sind 30 Anlaufstellen zum Einlösen definiert. „Wir sind bundesweit die einzige Stadt, die ihren Kunden ein solches Angebot macht“, sagte Fischer. Start soll im Mai sein.

Der Treuebonus „Comeback Ludwigsburg“ war schon im vergangenen Jahr ein großer Erfolg und soll wiederholt werden. Wer einen Ludwigsburg Gutschein im Wert von 20 oder 50 Euro kauft, erhält einen Gutschein über 5 beziehungsweise 10 Euro als Geschenk obendrein. Der Gutschein muss binnen drei Monaten eingelöst werden. Maximal 25000 Euro stehen hierfür zur Verfügung.

Die Gastronomie darf, wie auch in den vergangenen beiden Jahren mehr Fläche im Außenbereich in Anspruch nehmen und zahlt außerdem nur 50 Prozent der Sondernutzungsgebühr. Die Verwaltung wollte die Sondernutzungsgebühr sogar um 75 Prozent reduzieren. Insbesondere aus den Reihen der CDU gab es in diesem Punkt Kritik, da diese Förderung nur einem relativ kleinen Teil der hilfsbedürftigen Akteuren zugute käme. Die Stadträte einigten sich auf die 50-Prozent-Reduzierung. Die dadurch freiwerdenden finanziellen Mittel sollen in andere Maßnahmen gesteckt werden.

Ab 18. Februar dreht sich auf der Bärenwiese das Riesenrad. Die Stadt Ludwigsburg bezuschusst dieses Projekt, knüpft daran aber ein Werbe- und Kartenkontingent. Karten für das Riesenrad könnten so zum Beispiel an Kunden verschenkt oder verlost werden. Auch Inhaber der Ludwigsburg-Card sollen einen Bonus bekommen. Außerdem soll rund ums Riesenrad auf weitere Attraktionen Ludwigsburgs hingewiesen werden, um Besucher in die Innenstadt zu locken.

Wie bereits im vergangenen Jahr bietet die Stadt ihren Mietern und Pächtern eine Miet-/Pachtstundung an. Einen Erlass der Mietzahlungen werde es jedoch nicht geben, sagte Wirtschaftsförderer Frank Steinert.

Der verkaufsoffene Sonntag zum Märzklopfen am 20. März ist abgesagt. „Aktuell wäre der Kunst- und Genussmarkt nur mit einer Umzäunung, Zugangskontrollen, maximal 50 Prozent Kapazität und einer FFP2-Maskenpflicht möglich“, erläuterte Citymanager Fischer. Der verkaufsoffne Sonntag soll jedoch nicht ersatzlos gestrichen, sondern während des Pferdemarktes am 15. Mai nachgeholt werden, kündigte Kreh an. Die Gewerkschaft Verdi habe bereits grünes Licht gegeben, ergänzte Oberbürgermeister Matthias Knecht.

Aus den Reihen der Stadträte kam mehrfach der Wunsch nach einem Late-Night-Shopping, also einer langen Einkaufsnacht. Für Michael Vierling (Grüne) hätte dies den Charme, dass sich das Verkehrschaos, mit dem Ludwigsburg an verkaufsoffenen Sonntagen zu kämpfen hat, etwas entzerrt. Sebastian Haag (FDP) kann sich so etwas vor allem im Sommer vorstellen, wenn die Abende lange hell und warm sind.

„Wir denken über solche Aktionen nach, aber sie können einen verkaufsoffenen Sonntag nicht ersetzen“, erläuterte Steinert. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Geschäfte spätestens ab 21 Uhr leer seien und der Effekt für die Einzelhändler verpuffe.

Die Stadträte votierten einstimmig für das Hilfspaket. „Unser Dank geht an die Stadtverwaltung, die die Initiative ergriffen hat“, lobte Michael Vierling. „Eine Unterstützung aus jeder Richtung ist absolut willkommen“, erklärte Edith Klünder (CDU). Das Hilfspaket sei gut für die ganze Stadtgesellschaft.

Oberbürermeister Knecht betonte, die Stadtverwaltung stehe „voll hinter dem Einzelhandel und der Gastronomie. Wir wollen, dass die Innenstadt lebenswert bleibt. Dazu ist das ein Baustein“.

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