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So soll der Monrepos-See gerettet werden

Zunächst wird der Seeauslauf saniert werden – Ein Ausbaggern kommt nicht infrage

Eine Hinweistafel erklärt, warum an die Enten kein Brot gefüttert werden soll. Foto: Holm Wolschendorf
Eine Hinweistafel erklärt, warum an die Enten kein Brot gefüttert werden soll. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Die Rettung des Monrepos-Sees stand im Mittelpunkt eines Treffens, an dem sich die Hofkammer als Grundstückseigentümerin, das Landratsamt, die Stadt Ludwigsburg, Hydrologen, Limnologen (See-Wissenschaftler) und Sportfischer beteiligt haben.

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Eindrücke von der Kapelleninsel im Monrepos

Durch unerwünschte Nährstoffeinträge, geringe Wasserzufuhr und daraus resultierend einer Nährstoffakkumulation im Gewässersediment befindet sich der Monrepos-See in Ludwigsburg in einem zunehmend schlechten Zustand (wir berichteten). Die Sauerstoffwerte des Seewassers liegen zeitweise in einem für Fische kritischen Bereich. Ein Kippen des Sees mit Fischsterben hätte enorme Auswirkungen auf das beliebte Naherholungsgebiet zwischen Ludwigsburg und Freiberg am Neckar.

Fachleute, Behördenvertreter, Sportfischer und Grundstückseigentümer sind daher zu einem fachlichen Austausch zusammengekommen und haben die Ergebnisse limnologischer und hydrologischer Untersuchungen diskutiert. Dabei hat sich herausgestellt, dass es „die einfache Lösung“ nicht gibt, sondern ein Zusammenspiel von mehreren Maßnahmen zielführend ist.

Erste Maßnahmen wurden durch die Reduzierung von Laubeintrag, Aktivitäten im Bereich des Wildtiermanagements und durch Aufklärung, warum es für die Natur und den See schädlich ist, Enten, Gänse und andere Tiere zu füttern (neue informative Beschilderung) bereits ergriffen.

In der Planung und Abstimmung mit dem Landratsamt Ludwigsburg befindet sich aktuell die Sanierung des Seeauslaufs. Die darüber hinaus infrage kommenden Möglichkeiten, wie Einsatz eines Saugbaggers zur Schlammentnahme, Phosphorfällung, Erstellung von Retentionsflächen zur Rückhaltung von nährstoffreichen Einträgen bei Hochwasser im Zulaufbereich, müssen zunächst weiter untersucht und anschließend aufgrund teils immenser Kosten unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten priorisiert werden. Mit ersten Ergebnissen ist im Frühjahr 2022 zu rechnen. In einem Punkt sind sich die Beteiligten einig – ein Ablassen und Ausbaggern des Sees kommt wegen des geringen Frischwasserzulaufs nicht infrage.

Alle Teilnehmer sind vorsichtig optimistisch, dass eine Verbesserung der Wasserqualität des Monrepos-Sees in den nächsten Jahren durch gemeinsame Anstrengungen erreicht werden kann. Die Bevölkerung und alle Besucher können durch den Verzicht auf das Füttern von Wildtieren ebenfalls zur Verbesserung beitragen. (red)