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Saubere Stadt

So viele Helfer wie nie bei Putzete

„Putzteufelswild“ waren die Ludwigsburger am Samstag. Noch nie beteiligten sich so viele an der Stadtputzete. 700 Teilnehmer waren unterwegs und in der Woche zuvor mehr als 3300 Kinder und Jugendliche, die die Umgebung ihrer Schulen und Kitas sauber machten.

Das ist längst nicht alles, was bei der Putzete am Samstag im Ludwigsburger Stadtgebiet gesammelt wurde. Foto: Holm Wolschendorf
Das ist längst nicht alles, was bei der Putzete am Samstag im Ludwigsburger Stadtgebiet gesammelt wurde. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. „Pudelnass aber glücklich“, das waren die Rückmeldungen, die Organisatorin Aleksandra Zippler in den letzten Tagen vom „Vorputz“ erreichten. Erzieherinnen, Lehrer und Eltern sind sich einig: Die Gemeinschaftsaktion sensibilisiert und weckt den Teamgeist.

Insgesamt also waren rund 4000 Freiwillige im ganzen Stadtgebiet und den Ortsteilen unterwegs. Mehr als 12.000 Stunden wurden dabei geleistet. Das entspricht 1500 Arbeitstagen oder fast sieben Mannjahren. Aber: Es ist eine Sisyphos-Arbeit: Wenn man vorne fertig ist, könnte man hinten gleich wieder anfangen.

Es gibt sie, die Stammputzer. Neu dagegen sind Angestellte von Firmen, die sich unter der Ägide der Chefs beteiligten. Die Unternehmensgruppe Arta mit Geschäftsführer Ulrich Kraft und die Wohnbau Ludwigsburg mit ihrem Chef Andreas Veit zum Beispiel. Ebenfalls zum ersten Mal dabei der muslimische Kulturverein Ymus Emre. „Sie alle leisten Großes“, lobt Bürgermeister Michael Ilk.

Was rumpelt da nicht alles von den Pritschen der zehn Laster, die mit 18 Mitarbeitern der Technischen Dienste im Einsatz waren: Waschmaschinen und Backöfen, Laserdrucker und Klappbett, hochwertige Transportbox und – alle Jahre wieder – penibel abgeräumte Weihnachtsbäume. Dazu Fernseher, Mikrowelle, Matratzen und Autofelgen. Leider auch umweltfeindliche Lacke und Farben. Der ganze Krempel wird in den nächsten Tagen von zehn Mitarbeitern sortiert. „Zwei bis drei Stunden dauert das“, schätzt Achim Maier, Bereichsleiter der Stadtreinigung.

Rot statt blau. Erstmals wurden neben 200 Greifzangen 1200 rote Müllsäcke verteilt. Hintergrund: Man wollte „Fremdgänger“ feststellen. Beutel also, die von Privatleuten einfach dazugestellt wurden. Maier schätzt die Zahl auf ein Drittel. Zusammen landen am Ende 50 Kubikmeter Müll auf dem Kugelberg.

Das Gros der Bilanz von 50 Kubikmetern ist aber Alltagsmüll. Coffee-to-Go-Becher machen große Probleme, ebenso Pizzakartons und Burgerboxen, Zigarettenkippen und Scherben. „Wir müssen darüber nachdenken, dass die verantwortlichen Restaurants in einem gewissen Umkreis ihr Gebiet selber sauber halten“, meint Bürgermeister Michael Ilk. Die Kosten dafür der Allgemeinheit aufzubrummen, sei nicht länger zumutbar. Alternativ müssten sich die Restaurants anteilig an den Kosten der Stadtreinigung beteiligen.

Lob zollte Bürgermeister Ilk dagegen den Pfandsammlern, die sich mit Dosen und Flaschen ihren Unterhalt aufbessern und damit zur Sauberkeit beitragen würden.

Als Dank für alle Helfer gab es warmes Essen aus der „Feldküche“ des Roten Kreuzes. Die lieferten an die 13 Stationen der Markungsputzete 430 Portionen Gulaschsuppe und Minestrone. Die Marktplatzgruppe zog Sympathie auf sich und bekam von einem Standbetreiber des Wochenmarktes spontan ein hartgekochtes Ei als zweites Frühstück geschenkt. Schließlich gilt auch hier: Ohne Mampf kein Kampf.

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