Logo

Projekt

Sport und Spaß gegen den Corona-Blues

Kinder und Jugendliche sind in besonderer Form Leidtragende der Pandemie. Egal ob Motivation, Antrieb, Lernstruktur oder der Kontakt zu Gleichaltrigen – vieles ist während Corona auf der Strecke geblieben oder gar verloren gegangen. Genau hier setzt Tobias Roese gemeinsam mit den Leichtathleten vom KSV Hoheneck an.

Im Fokus des Projekts steht die Stärkung des Wir-Gefühls.Symbolfoto: Halfpoint - stock.adobe.com
Im Fokus des Projekts steht die Stärkung des Wir-Gefühls.Symbol Foto: Halfpoint - stock.adobe.com

Ludwigsburg. Es ist ein ambitioniertes Ziel, das sich Tobias Roese gesetzt hat: Kindern und Jugendlichen das „Wir-Gefühl“ zurückgeben. Doch als Sportler weiß er nur zu gut, dass sich die Arbeit, die hinter dem Erreichen der Ziele steht, oft lohnt. Gemeinsam mit den Leichtathleten des KSV Hoheneck möchte er besonders die Zwölf- bis 19-Jährigen erreichen, diese in gesunde gesellschaftliche und strukturelle Bahnen zurückführen. Das soll nicht nur über den Sport gelingen, wie Roese verrät. Auch über Kurzvorträge, Tagesausflüge und weitere kleine Highlights. Das Projekt des KSV Hoheneck beginnt am Mittwoch, 22. September, und endet mit der Sportwoche über Ostern 2022. Anmeldeschluss ist der 15. September.

Seit mehreren Jahren arbeitet Roese im Coachingbereich an Schulen, bietet dort Trainings mit Lehrern, Schülern und Eltern an. „Ich habe deutlich zu spüren bekommen, wie sehr die Schülerinnen und Schüler unter Corona leiden“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Nachdem er eine Umfrage und Interviews zu den Folgen der Coronapandemie unter den Schülern der Region Stuttgart durchgeführt und ausgewertet hatte, kam die Idee des Sportprojektes. „Ich möchte die Jugendlichen auch in der Freizeit unterstützen“, sagt er. Bei vielen sei in der Coronazeit die Motivation, der Antrieb, die Lernstruktur verloren gegangen. Auch das Stressmanagement der Schüler habe stark gelitten. „Viele waren einfach überfordert, als es dann wieder in die Schulen ging“, so Roese, der selbst seit vielen Jahren Leichtathlet ist. Genau hier soll das Projekt ansetzen.

Auch wenn das Sportprojekt von den Leichtathleten des KSV Hoheneck ins Leben gerufen wurde, dreht sich nicht alles um den Sport. „Die Ausdauer ist wichtig für das Stressmanagement“, weiß Roese. „Aber es geht uns nicht darum, wer am schnellsten läuft, wer der oder die Beste ist, sondern darum, das Wir-Gefühl zu stärken.“ Spiel und Spaß stünden im Fokus, geplant sind beispielsweise Spiele wie Wurf-Biathlon oder Tauziehen – nur im Team kann der Sieg errungen werden. Dabei haben Roese und sein Team keine Kosten gescheut und Extra-Equipment für die verschiedenen Spiel- und Trainingseinheiten eingekauft.

Unterstützt werden Roese und die Leichtathleten des KSV Hoheneck unter anderem von der Stadt Ludwigsburg, der AOK oder auch der Volksbank. Es sollen auch Jugendliche aus sozial schwächeren Familien erreicht werden. „Gerade für die Ausflüge gibt es finanzielle Unterstützung“, so Roese. Seit einigen Tagen werden Flyer verteilt, auch hängen einige Plakate in der Stadt, um auf das Projekt aufmerksam zu machen. „Außerdem sind wir an den nächsten beiden Wochenenden mit einem Stand auf dem Marktplatz vertreten“, so der Initiator.

Durch das Sportprojekt soll das allgemeine Wohlbefinden der Jugendlichen wieder gesteigert werden, ein körperlicher Ausgleich zu dem vielen Sitzen geschaffen und der mentale Stresspegel gesenkt werden. „Wir werden schauen, wie viele Anmeldungen wir bekommen. Bis zu 50 Teilnehmer sind auf jeden Fall möglich“, so Roese. „Ich habe aktuell kein Gefühl, wie das Angebot wohl angenommen wird. Aber der Bedarf ist auf jeden Fall da. Und der erste Schritt ist meistens auch der schwerste.“ Eine Vereinszugehörigkeit ist für das Projekt nicht verpflichtend. Natürlich stehe es aber jedem Teilnehmer offen, auch über die Zeit des Sportprojekts hinaus weiterhin Sport im Verein zu treiben.

Für den Start am 22. September ist zunächst einmal ein Kennenlernen geplant. „Dort wollen wir uns natürlich auch vorstellen und noch einmal erklären, worum es geht“, so Roese. Je nachdem, wie die Entwicklung der Coronapandemie es zulässt, sind dann jeweils montags, mittwochs und freitags von 18 bis 20 Uhr die Trainings- und Spielzeiten geplant. „Es ist aber auch kein Problem, wenn es jemand nicht dreimal in der Woche schafft“, sagt Roese. Trainiert wird im Jahnstadion, in der kalten Jahreszeit steht auch die Halle in Neckarweihingen zur Verfügung. „Ideen haben wir auf jeden Fall viele, mal schauen, was Corona alles zulässt“, ist Roese optimistisch.

Ebenfalls geplant ist beispielsweise eine dreitägige Reise in den Schwarzwald. Auch eine Sportwoche über Ostern im Ausland haben die Initiatoren vor Augen.

Info: Eine Anmeldung ist auf der Internetseite www.ksvhoheneck-fvl.de möglich. Nach der Anmeldung werden weitere Informationen und ein offizieller Anmeldebogen zum Sportprojekt verschickt. Anmeldeschluss ist der 15. September.

Autor: