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Vandalismus

Sprayer schlagen schon wieder zu

Unbekannte beschmieren barocke Malereien in der Unterführung an der Keplerbrücke – Täter werden nur selten erwischt

Die Schönheit der barocken Motive haben diese „Künstler“ nicht anerkannt. So verunstaltet sieht die Unterführung an der Keplerbrücke mittlerweile aus. Fotos: Holm Wolschendorf
Die Schönheit der barocken Motive haben diese „Künstler“ nicht anerkannt. So verunstaltet sieht die Unterführung an der Keplerbrücke mittlerweile aus. Foto: Holm Wolschendorf
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Die barocken Malereien in der Unterführung zwischen der Solitudestraße und dem Gießhausweg sind schon wieder von Vandalen verunstaltet worden. Die Sprayer haben dabei wenig Wert auf Kunst, sondern vielmehr auf die Zerstörung der Blumenmotive gelegt. In der jüngsten Vergangenheit hat es immer wieder solch eine Verschandelung durch Graffiti im Stadtgebiet gegeben.

Laut Polizei wurde in dem jüngsten Fall zwar ermittelt, die Aufklärungsquote ist in solchen Fällen aber sehr gering, denn die Verfolgung der Täter ist äußerst schwierig und aufwendig. Zwar bietet die Polizei regelmäßig Aufklärungsveranstaltungen zum Thema Graffiti an Schulen an. Trotzdem lässt sich manch einer nicht davon abhalten, zur Spraydose zu greifen. Bei den Veranstaltungen in Schulen weist die Polizei auf die strafrechtlichen Konsequenzen hin, wenn man beim Sprühen erwischt wird.

Auch die Stadtverwaltung hat sich einiges einfallen lassen, um gegen die Sprayer vorzugehen. Die schnelle Beseitigung der „Schandtaten“ sei wichtig, um Nachahmungstäter davon abzuhalten, sich selbst verewigen zu wollen. Außerdem sind die barocken Motive in der Unterführung durch eine sogenannte Opferschicht speziell geschützt. Wenn die Wand mit Hochdruckgeräten gereinigt wird, verschwindet neben den Schmierereien nur diese Opferschicht, die dann hinterher wieder aufgetragen werden muss.

Bereits vor zwei Jahren waren die barocken Malereien unter der Keplerbrücke beschmiert worden. Danach war die Unterführung komplett gereinigt worden. Die Malereien waren vor gut sieben Jahren nach der Umgestaltung der Unterführung von Künstlern der Porzellanmanufaktur geschaffen worden. Die Hoffnung der Stadt damals war: Die Blumen und Schmetterlinge könnten Sprayer davon abhalten, die Wand zu verunstalten. Das hat phasenweise auch funktioniert.

Um den Schmierereien in der Stadt Herr zu werden, sind mittlerweile zwei Mitarbeiter der Technischen Dienste dauerhaft nur mit der Reinigung von Wänden beschäftigt. Gut 150.000 Euro lässt sich die Verwaltung die Beseitigung der Schmierereien jedes Jahr kosten. Meist rücken die Mitarbeiter mit schwerem Gerät an und entfernen die Farbe mit einem Wasser-Granulat-Gemisch.

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