1. Startseite
  2. Lokales
  3. Stadt Ludwigsburg
Logo

Energiekrise
Stadt Ludwigsburg spart Energie beim Heilbad, bei der Eishalle und dem Weihnachtsmarkt

Noch dampft es hier im Außenbecken. Über den Winter allerdings wird das Heilbad geschlossen. Archivfoto: Stadtwerke Ludwigsburg/p
Noch dampft es hier im Außenbecken. Über den Winter allerdings wird das Heilbad geschlossen. Archivfoto: Stadtwerke Ludwigsburg/p
Um angesichts der Gasknappheit gut über die Wintermonate zu kommen und Energie zu sparen, wird die Stadt das Heilbad Hoheneck schließen. Auch sonst werden Annehmlichkeiten gekappt.

Ludwigsburg. Es sei ihnen nicht leicht gefallen, diese Einrichtung zu schließen, die gerne von älteren Menschen besucht wird, berichtet Oberbürgermeister Matthias Knecht. „Es ist klar, dass das auch zu Unmut führen wird“, räumt er bei einem Pressegespräch am Mittwochnachmittag ein. Allerdings würde man ohne die Schließung nicht das angestrebte Einsparziel von 20 Prozent beim Erdgasverbrauch erreichen. Allein mit dem Heilbad Hoheneck, für dessen Beheizung und Betrieb allein 2,4 Millionen Kilowattstunden verbraucht werden, könne ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet werden. Die Situation zwinge dazu, zu Handeln. „Wir können uns, wir müssen uns das erlauben.“

Die Verwaltung stand vor der Frage, welches Bad geschlossen werden muss. Campusbad, Stadionbad oder das Alfred-Kercher-Bad in Kornwestheim hätten Schulen und Vereine getroffen, das wollte man nicht. Andererseits wollen die Stadtwerke als Alternative im Stadionbad ein Wärmebad anbieten. „Ein emotionales Thema“, weiß auch Stadtwerke-Chef Christian Schneider, das Heilbad sei ein „Bad mit gesundheitspolitischem, aber ohne kommunalen Auftrag“. Bereits seit Juli ist die Saunalandschaft im Stadionbad geschlossen, im Freibad muss man kalt duschen.

Die Lehrschwimmbäder in den Stadtteilen bleiben dagegen geöffnet, auch wenn mit ihnen der Gasverbrauch weiter gedrosselt werden könnte. Auch die Duschen in den Sporthallen sollen aus Hygienegründen weiter betrieben werden. Die Lehrschwimmbäder und die Duschen gelten allerdings als weitere mögliche Einsparkandidaten.

Die Verwaltung hat ein Einsparprogramm vorgelegt, das aber auch andere liebgewonnene Bereiche betrifft. Etwa die Kunsteisbahn und den Weihnachtsmarkt, der mit weniger Beleuchtung auskommen muss. „Der Weihnachtsmarkt wird allerdings nicht im Dunkeln stattfinden“, heißt es. Auch die Engel werden leuchten. Insgesamt will die Verwaltung aber alles zurückfahren: „In den Straßen gehen deswegen nicht die Lichter aus“, betont Knecht. Man habe schon beim letzten Mal auf energiesparende LED-Beleuchtung umgerüstet. In der Fußgängerzone und in der Achse vom Bahnhof bis zur Sternkreuzung werde es eine „Mindestbeleuchtung“ geben.

Betroffen von den Einsparungen ist auch die Kunsteisbahn. Die Kunststoffplatten, die bereits über Sommer ausgelegt worden sind, werden bleiben. Die sogenannten Glice-Platten eignen sich zum Schlittschuhfahren. „Wir werden in diesem Winter deshalb kein Eis produzieren“, so der Stadtwerke-Chef. Auch andere Eishallen würden inzwischen überlegen, diese Energie wie auch die hohen Energiekosten einzusparen. Wer jetzt aber auf die Kunststoffplatten umrüsten wolle, müsse inzwischen mit Lieferschwierigkeiten rechnen.