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Krisenstab
Stadt schließt Museen und Kinos

Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen: Die Stadt schließt ihre Einrichtungen, darunter die Bücherei, das MIK und die Kinos.Archivfotos: LKZ
Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen: Die Stadt schließt ihre Einrichtungen, darunter die Bücherei, das MIK und die Kinos.Archivfotos: LKZ
Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen: Die Stadt schließt ihre Einrichtungen, darunter die Bücherei, das MIK und die Kinos.Archivfotos: LKZ
Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen: Die Stadt schließt ihre Einrichtungen, darunter die Bücherei, das MIK und die Kinos.Archivfotos: LKZ
Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen: Die Stadt schließt ihre Einrichtungen, darunter die Bücherei, das MIK und die Kinos.Archivfotos: LKZ
Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen: Die Stadt schließt ihre Einrichtungen, darunter die Bücherei, das MIK und die Kinos.Archivfotos: LKZ
Das öffentliche Leben in der Stadt Ludwigsburg kommt weitestgehend zum Erliegen. Der Coronavirus-Krisenstab hat gestern die Museen, die Bäder und Kinos geschlossen. Auch die Volkshochschule, die Stadtbücherei und andere Einrichtungen sind betroffen.

Die Stadt Ludwigsburg hat sich gestern zu dramatischen Schritten entschlossen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Mit sofortiger Wirkung wurde ein Großteil der öffentlichen Einrichtungen wie Museen, Bäder und Kinos geschlossen.

Die Landesregierung hat zudem öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern untersagt. Aus diesem Grund hat der städtische „Stab außergewöhnliche Ereignisse“ auch noch weitere öffentlichen Einrichtungen geschlossen: darunter die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, die Sporthallen und die städtischen Lehrschwimmbecken. Die allgemeine Schließung gilt zunächst bis zum Ende der Osterferien.

Den Sportvereinen wird empfohlen, auch in den eigenen Hallen der aktuellen Pandemielage Rechnung zu tragen, heißt es in einer Meldung der Stadtverwaltung.

Durch den Beschluss der Landesregierung am Freitag, mit dem alle Schulen und Kindergärten von Dienstag an bis zum Ende der Osterferien geschlossen werden, die die Stadtverwaltung außerdem gezwungen, eine Notfallbetreuung wird für die Kinder anzubieten, deren Eltern zwingend im Job gebraucht werden.

Eine Schulkindbetreuung für diese Notfälle koordiniert die Stadtverwaltung mit dem Staatlichen Schulamt. Der Fachbereich Bildung und Familie erarbeitet jetzt ausführliche Informationen für die Eltern, die ab kommenden Montag sowohl in den Kindertagesstätten und Schulen als auch auf der Website www.ludwigsburg.de zur Verfügung stehen.

Nur der Gemeinderat tagt noch

„Die Landesregierung hat mit der Schließung ab Dienstag eine gute Entscheidung getroffen“, betont der Erste Bürgermeister Seigfried, der der Leiter des Krisenstabs ist. Damit sei es für die Stadtverwaltung, die Schulen und Kindertageseinrichtungen möglich, sich auf diese Situation angemessen einzustellen. „Aber auch die Eltern können sich jetzt auf die neue Lage vorbereiten“, so Seigfried. Eine Notfallversorgung für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen wird überall dort angeboten, wo es erforderlich ist. Das betrifft Angehörige etwa der Polizei und Feuerwehr, medizinisches und pflegerisches Personal, der Lebensmittelproduktion und Infrastruktur.

Der Krisenstab hat zudem entschieden, den Eltern die Gebühren vom ersten Tag der Schließung an zurückzuerstatten. Die Stadtverwaltung wird den freien Trägern wie der katholischen und evangelischen Kirche sowie der Arbeiterwohlfahrt empfehlen, genauso zu verfahren. „Es ist für uns ein Zeichen der Solidarität, in dieser für alle schwierigen Situation die Betroffenen so gut wie möglich zu unterstützen“, erklärt OB Matthias Knecht.

Dem Beschluss der Landesregierung folgend entschloss sich der Stab bei Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern zu weitreichenden Entscheidungen: Auch die Seniorenbegegnungsstätten und Jugendeinrichtungen werden geschlossen. Es wird bis auf weiteres auch keine Ferienaktionen geben.

Bei einer Besucherzahl von mehr als 100 Personen sind nun auch alle Veranstaltungen im Forum betroffen. Hinweise sind unter www.forum.ludwigsburg.de zu finden.

Von der Entscheidung des Landes sind zudem auch Clubs, Tanzlokale und Bars betroffen. Dort sind alle Veranstaltungen mit über 100 Besuchern ebenfalls untersagt.

Um die Infektionsgefahr weiter zu verringern, werden darüber hinaus alle nicht zwingend notwendigen städtischen Termine und Veranstaltungen abgesagt. Dazu gehört, dass vorerst lediglich die beschließenden Ausschüsse und der Gemeinderat selbst tagen. Sitzungen der beratenden Gremien wie Beiräte und Stadtteilausschüsse sowie Bürgerinformationen finden bis auf weiteres nicht statt.

Alle Großveranstaltungen abgesagt

Bereits gestern hatte die Stadt auf Weisung des Landes Großveranstaltungen bis Ende April abgesagt, darunter Termine in der MHP-Arena. Details sind auf der Website www.mhparena.ludwigsburg.de zu finden. Ebenfalls gestern wurden die Veranstaltung Märzklopfen mit Frühlingsmarkt und verkaufsoffener Sonntag am 21. und 22. März abgesagt. Zwei weitere Großveranstaltungen im Mai sind auch betroffen. Es handelt sich um die Stadtgründungsfeier im Schloss und den Pferdemarkt.

Sehr überrascht ist Claus Wollenschläger, der Inhaber vom Central und dem Union Kino, nicht. Er werde seine 35 Mitarbeiter in den Urlaub schicken, die heutige Opernübertragung aus der Met sowie die Schulkindwoche ab 19. März seien abgesagt. Dies sei besorgniserregend, sagt er, „aber wir können es nicht ändern“. (ja/red/wa)