Logo

Bewerbung

Stadt will Gartenschau an der Enz

Der Vaihinger Gemeinderat hat am Mittwoch grünes Licht für die Erstellung von Bewerbungsunterlagen für eine Gartenschau gegeben. Das Ausschreibungsverfahren beginnt mit dem Jahr 2026.

350_0900_16338_COKREnztal_Vai.jpg
Hier würde das Zentrum der Vaihinger Gartenschau liegen: auf einer Fläche unterm Schloss. Auch die ehemalige Leimfabrik Häcker (Bildmitte mit Kamin) könnte eingebunden werden. Foto: Albert Arning

Ludwigsburg. Das Büro Planstatt Senner hat für Vaihingen eine Machbarkeitsstudie für ein Grünprojekt – die „kleine“ Landesgartenschau – oder eine Landesgartenschau erstellt. Eine mögliche Schau in Vaihingen würde sich auf den rund zwölf Hektar großen Grünzug entlang der Enz zwischen Seemühle und Egelsee (Löbertsbrunnen) konzentrieren. Als reizvoll wird auch der „Sprung über die Enz“ aufs Gelände der ehemaligen Leimfabrik Häcker angesehen (Einbindung von Industriekultur).

„Vaihingen hat ein riesiges Potenzial, eine tolle Altstadt, ein tolles Schloss, eine tolle Topographie, eine einmalige Kulturlandschaft“, schwärmte vor dem Gemeinderat Johann Senner, Landschaftsarchitekt aus Überlingen. „Aber es gibt auch genügend zu tun. Wenn wir das aufarbeiten, haben wir gute Chancen.“ Senner und sein Büro mit Filialen in Stuttgart und München haben mit Gartenschauen viel Erfahrung, unter anderem die Bewerbungen in Mühlacker, Sigmaringen und Tuttlingen gewonnen. Die Planer setzen auf einen intensiven Dialog mit der Bevölkerung, wollen bei Bürgerspaziergängen und Workshops Meinungsbilder sammeln und versprechen, „dass die Stadt damit grüner werden wird“.

Das Land stellt bei Grünprojekten einen Zuschuss in Höhe von maximal zwei Millionen Euro, bei Landesgartenschauen von maximal fünf Millionen Euro in Aussicht, wobei die Kommunen entsprechende Eigenleistungen zu erbringen haben. Gartenschauen seien inzwischen kostendeckend zu organisieren, betonte Senner, man müsse aber mindestens zehn Millionen Euro in die Hand nehmen. Sie hätten sich zu wahren Lokomotiven der Stadtentwicklung entwickelt. Das hat sich zuletzt in der unmittelbaren Nachbarschaft in Mühlacker gezeigt. Dort spricht man von einer Erfolgsstory. Bis zum Jahresende soll das Konzept stehen, um im Herbst 2018 in die Vergabetranche des Landes ab 2026 aufgenommen zu werden, wobei auch schon die 1250-Jahr-Feier der Stadt im Jahre 2029 ins Gespräch gebracht wurde (Peter Schimke, Linke).

Die Idee mit einer Gartenschau in Vaihingen hat schon etwas Staub angesetzt. Bereits im Jahre 2000 hatten die Sozialdemokraten dafür geworben, um einen „dynamischen Schub“ für die Stadt zu erhalten. Der Antrag der SPD wurde vom Gemeinderat damals auch zum gemeinsamen Ziel erklärt, wobei 2010 als frühestmöglicher Termin genannt wurde. Daraus ist nichts geworden. Wie 2002 mit dem Konzept „Grünring“ (Enzgarten und neue Stadtgärten am Bahnhof mit Verbindung durchs Glattbachtal). Auch eine Kooperation mit Mühlacker war mal im Gespräch. 2003 wurde ein neuer Versuch gestartet, der mit einer Absage endete. 2009 wurden wieder Überlegungen angestellt – und letztlich auf eine Bewerbung verzichtet.

Im Gemeinderat herrschte jetzt quer durch alle Fraktionen Einigkeit, sich nochmals dem Wettbewerb zu stellen, „denn die Förderung ist der besondere Reiz“ (OB Gerd Maisch). Die Kosten für die Erstellung der Bewerbungsunterlagen von 38 500 Euro waren kein Hindernis. „Wehe, Sie enttäuschen uns“, war die abschließende Mahnung von SPD-Stadtrat Eberhard Berg an den Planer.

Ob es zu einer Konkurrenzsituation im Landkreis kommt? Auch Marbach und Benningen liebäugeln wie berichtet mit der gemeinsamen Ausrichtung einer kleinen Gartenschau. Für den Vergabezeitraum 2026 bis 2030 müssten die beiden Kommunen im Mai 2018 ihre Unterlagen einreichen. In diesem Monat sollen die Gemeinderäte grundsätzlich über die Bewerbung entscheiden.