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Hoheneck

Steht dem Heilbad das Wasser bis zum Hals?

Dieses Jahr soll eine Entscheidung über den Standort fallen – Noch umstritten ist, ob es einen Neubau gibt oder das bestehende Bad saniert wird – Stadt und Stadtwerke zeigen sich mit Auskünften zurückhaltend

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Ludwigsburg. Es ist noch nicht lange her, da stellte Ludwigsburg die Bäderfrage: Sollen Heilbad und Schwimmbäder geschlossen und mit Kornwestheim ein großes Freizeitbad gebaut werden? Nicht allein wegen der Kosten ruderten die beiden Städte vor fünf Jahren zurück. Für die Schulen wären die weiten Wege zum Schwimmunterricht fatal gewesen. Doch das Heilbad ist sanierungsbedürftig – weshalb im Hintergrund die Planungen weiter laufen, auch ein Neubau an einem neuen Standort wird in Erwägung gezogen.

Inzwischen ist das Thema wieder akut, die seitherige Baubürgermeisterin Gabriele Nießen hat jüngst noch die Hohenecker vertrösten müssen. „Wir sind nicht so weit, wie wir das letztes Frühjahr zugesagt hatten“, sagte sie. Es habe weitere Gespräche wegen möglicher Grundstücke gegeben. Oberbürgermeister Matthias Knecht sagte jedoch zu, „im 1. Quartal 2020“ aufzuzeigen, wie es weitergehen soll, versprach er im Stadtteilausschuss. Stadtverwaltung und Stadtwerke erklären nun auf Nachfrage, dass es innerhalb des genannten Zeitrahmens „eine mögliche Weichenstellung“ geben wird.

Nach wie vor geht es darum, ob und wann das Heilbad saniert oder ein Neubau angepeilt wird. Eine Sanierung, so eine Schätzung von 2015, käme auf rund 15 Millionen Euro. Ein Neubau ist in dem genannten Bäderkonzept mit 21 Millionen Euro angegeben worden. Drei Standorte waren im Gespräch, der frühere Oberbürgermeister versicherte dabei dem Stadtteil, dass ein Neubau nicht außerhalb von Hoheneck erfolgen würde. Davon ist die Stadt, wie auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt wird, nicht abgerückt. „Es wurden keine Standorte außerhalb von Hoheneck untersucht.“

Im Sommer voriges Jahr hatte die Stadt mit den Stadträten in einem Workshop über die Zukunft des Heilbads beraten. Dabei war keiner der präsentierten Standorte für ein Heilbad ausnahmslos geeignet. Die CDU hat deshalb in einem Antrag gefordert, den jetzigen Standort an der Uferstraße nicht zu vernachlässigen und zu prüfen, ob dort saniert und ergänzend ein Neubau erstellt werden kann. Für sie zählt die sehr attraktive Lage – am Neckar und mit Blick auf eine Parklandschaft. Nicht nachvollziehen kann die Fraktion, dass dies von dem Planungsbüro ohne nähere Prüfung ausgeschlagen worden ist. Das Heilbad wäre, wie dargelegt wurde, je nach Größe des Umbaus eineinhalb bis zweieinhalb Jahre geschlossen.

Erneut soll ein Workshop zu den verschiedenen Standorten anberaumt werden, wie die Stadt mitteilt, eine Entscheidung über den Standort soll aber auf jeden Fall 2020 erfolgen. Bei den Stadtwerken spricht man von einem Grunderwerb, was nicht für eine Sanierung des alten Bades spricht. „Es ist vorgesehen, nach dem Grunderwerb die notwendigen Schritte für die Architektenauswahl einzuleiten“, so Christian Schneider.

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