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Oberbürgermeisterwahl

Stimmen aus der Lokalpolitik zur Oberbürgermeisterwahl

Klaus Herrmann (CDU)

„Es hat sich bestätigt, was sich schon lange in Gesprächen gezeigt hatte: Werner Spec hat in der Stadt keine Mehrheit mehr. Wir wollten in dieser Situation sicherstellen, dass weiter gut regiert wird und haben in Matthias Knecht einen hervorragenden Kandidaten gefunden. Er ist kein Ideologe, weder stramm grün, sozialdemokratisch oder konservativ, er wird die Stadt gut voranbringen.“

Margit Liepins (SPD)

„Ich bin überwältig von diesem klaren Ergebnis, da ich persönlich mit einem zweiten Wahlgang gerechnet hatte. Das eindeutige Ergebnis zeigt deutlich, dass die Bürger einen Wechsel wollten. Ich erwarte jetzt eine faire, sachorientierte Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat. Das wird Herrn Knecht gelingen.“

Michael Vierling (Grüne)

„Der Erdrutschsieg ist das gute Ergebnis einer klugen Koalition, die gesagt hat, dass sie wichtige Themen sachorientiert behandeln will. Bei schwierigen Fragen wie der Verkehrspolitik werden Entscheidungen in Zukunft nicht immer einfach, aber sicher besser als unter dem Amtsinhaber. Anerkennung für Herrn Spec, der mit einer aktiven Kampagne gekämpft hat.“

Florian Lutz (FW) „Wir sind definitiv überrascht worden von diesem deutlichen Ergebnis. Das ist den Verdiensten von Werner Spec als Oberbürgermeister nicht würdig. Er hat unglaublich viel für die Stadt geleistet. Er war auch im Wahlkampf inhaltlich mit seinen Positionen sehr überzeugend. Wir nehmen das aber als demokratische Entscheidung ganz sportlich. Matthias Knecht steht jetzt vor einer großen Herausforderung.“

Johann Heer (FDP)

„Das ist eine bittere Niederlage für Amtsinhaber Werner Spec. Seine Arbeit wurde nicht so honoriert, wie das vielleicht von ihm selbst erwartet worden ist. Aus unserer Sicht hat er sehr gute Arbeit geleistet und die Stadt in vielen Bereichen vorangebracht. Die FDP hofft, dass diese gute Arbeit fortgesetzt wird und gratulieren Herrn Knecht zum überzeugenden Wahlsieg.“

Jürgen Müller (Linke) „Das Thema Wohnungsnot ist sehr prägend in der Stadt. Das zeigt auch das gute Abschneiden des Kandidaten Novotny. Ich hoffe, dass es mit dem neuen OB eine gute Zusammenarbeit gibt. Dass insgesamt nur 36,5 Prozent der Ludwigsburger gewählt haben, finde ich bedauerlich.“

Elga Burkhardt (Lubu)

„Herr Spec ist ein Wirtschaftsförderer, die sozialen und ökologischen Folgen bedenkt er nicht. Ich finde es nötig, dass der OB die Probleme unserer Zeit im Blick hat und menschenfreundliche Lösungen findet. Nach seinen Aussagen kann das Herr Knecht.“

Hayrettin Dogan (Vielfalt)

„Ich möchte zuerst Herrn Spec danken und Herrn Knecht nun viel Erfolg wünschen. Mit diesem klaren Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Viele Bürger, mit denen ich gesprochen habe, dachten, es geht noch in die zweite Runde. Aber frischer Wind tut ab und zu gut.“

Kommentar

Erfolge mit neuem Stil:

Jetzt muss der Sieger liefern

von Peter Maier-Stein

In den Jahren seiner ersten Amtszeit verfestigte sich ein Bild von Werner Spec in vielen Köpfen: Er war der Bergführer, der an seinem Seil die Stadt, ihre Menschen und den Gemeinderat auf neue Höhen zog. Nach 16 Jahren und einer bitteren Niederlage zeigt sich: Ein Seil dieser Machart gibt es nicht mehr.

Werner Spec hat sich zu oft alleine auf den Weg gemacht, begeistert von seinen Visionen und immer neuen Zielen wollte er sich nicht mehr bremsen lassen, er fühlte sich in der Position des wegweisenden Machers stark und unangreifbar, er machte sich zum Maß einer Stadt, die auf dem Weg in die Zukunft ganz vorne dran sein soll.

Dabei verliert man leicht den Seilkontakt. Und das führte letztlich auch zum Bruch nicht nur mit der SPD, sondern überraschend auch mit der CDU. Beide dürfen sich jetzt im Bund mit den Grünen bestätigt sehen in der Überzeugung, dass sich eine Wechselstimmung in der Stadt breitgemacht hatte. Und dass sie mit Matthias Knecht genau den richtigen Mann gefunden hatten, um diese Stimmung in Stimmen gegen Spec zu verwandeln.

Wobei die Wahlkampftaktik des Siegers auch Teile seiner Anhängerschaft zeitweise durchaus strapazierte. Immer wieder war zu hören, der Herausforderer wirke zu blass, suche zu selten einmal die harte Konfrontation mit Spec, müsse mehr mit konkreten politischen Projekten punkten. Knecht blieb aber im Wesentlichen bei der Linie, mit der er ins Rennen gegangen war: Er beschwor ein besseres Miteinander, ein anderes politisches Klima in der Stadt, aus dem sich dann die erfolgreichen Projekte auch ergeben würden.

Werner Spec hat für viele seiner Erfolge gestern zu Recht viel Applaus bekommen, auch von denen, die im Wahlkampf seine Gegner waren. Matthias Knecht hat viele Hoffnungen geweckt. Die über 58 Prozent Zustimmung gleich im ersten Wahlgang dürfen ihn nicht blenden. Er gab und gibt sich nicht als Machtpolitiker, sondern als Moderator. Einer der es aushält, wenn er mal das Tempo rausnehmen muss. Und einer, der wenn nötig auch Entscheidungen herbeiführen kann. Jetzt muss er liefern.

Splitter

Schlechtes Klima

Matthias Knecht warb auf seinen Wahlplakaten mit einem besseren Klima für die Stadt. Gestern Abend im Kulturzentrum allerdings war das Klima alles andere als gut. Die Luft war stickig und heiß. Da blieb kaum ein Hemd trocken. Zum Glück hatte die Stadtverwaltung für ausreichend Getränke gesorgt.

Eine Hymne für den neuen Oberbürgermeister

„Preisend mit viel schönen Reden“, die Hymne der Württemberger, spielte der Musikverein Oßweil Stadtkapelle Ludwigsburg, zu Ehren des neuen Oberbürgermeisters. Der Text über Herzog Eberhard im Barte stammt aus der Feder des Ludwigsburger Dichters Justinus Kerner und wird traditionell auch immer bei der Stadtgründungsfeier im Ordenssaal des Ludwigsburger Schlosses gesungen.

Zu viel Blitzlichter für Sohn Jakob

Den Blumenstrauß für Ehefrau Ulrike Krauß konnte Matthias Knecht erst nach dem offiziellen Teil übergeben. Der Grund: Sohn Jakob (5) war das Blitzlichtgewitter ein bisschen zu viel geworden. Die beiden hatten nach dem Verkünden des Wahlergebnisses vor der Türe Luft geschnappt.

Nachbar-Bürgermeister zu Gast

Zahlreiche Bürgermeister der umliegenden Gemeinden waren ebenfalls ins Kulturzentrum gekommen. Darunter unter anderem Ursula Keck (Kornwestheim), Dirk Schaible (Freiberg, ehemals Pressesprecher von Werner Spec) und Andreas Hesky (Waiblingen, ehemals Erster Bürgermeister in Ludwigsburg).

Der Alltag geht weiter

Noch ist Werner Spec im Amt. „Bis morgen dann, acht Uhr, zur Dezernentenrunde“, rief er Bürgermeister Michael Ilk zu. (je)