Logo

Trotz Wegfall der Maskenpflicht: Nicht jeder Ludwigsburger Einzelhändler will auf die Maske verzichten

Einkaufen mit oder ohne Maske? Diese Frage stellt sich ab nächster Woche. Denn die Pflicht zum Tragen einer Maske entfällt ab Sonntag, 3. April. Wie gehen Ludwigsburger Einzelhändler damit um? Machen sie von der Möglichkeit Gebrauch, ihre Kunden per Hausrecht zum Tragen einer Maske zu verpflichten?

Auf Einsicht setzt man bei Thabea Floristik: Auf einem Schild werden die Kunden freundlich gebeten, eine Maske aufzusetzen. Foto: Holm Wolschendorf
Auf Einsicht setzt man bei Thabea Floristik: Auf einem Schild werden die Kunden freundlich gebeten, eine Maske aufzusetzen. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Ob Mitarbeiter oder Kunde: „Bei uns ist es jedem freigestellt, ob er eine Maske tragen will oder nicht“, macht Slavica Novosel vom Haushaltswarengeschäft Lotter in der Oberen Marktstraße deutlich. Sie hält es für schwierig, wenn einige Geschäfte von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und ihren Kunden nur mit Maske den Zutritt erlauben würden. „Unterschiedliche Regelungen sind schwierig, das würde zu Verunsicherung führen“, ist sie überzeugt. Abgesehen von den Diskussionen an der Ladentür, die unweigerlich folgen würden.

Froh über die Rückkehr zur Normalität

„Bei uns im Geschäft mit einer Fläche von mehr als 1000 Quadratmeter ist das ohnehin kein Problem“, sagt sie. Auch wenn sie den Wegfall der Maskenpflicht für einen „gewagten Schritt“ hält, sei sie froh über die Rückkehr zu mehr Normalität. „Ich bin schon gespannt, ob die Leute mit oder ohne Maske zu uns kommen“, so Slavica Novosel.

Leser Sie hier, wie sich große, überregionale Handelsketten zur Maske positionieren.

Auf das Prinzip Einsicht setzt Thabea Seitel, Inhaberin des kleinen, aber feinen, Blumengeschäfts an der katholischen Kirche. „Ich appelliere an die Eigenverantwortung und die Vernunft unserer Kunden“, erklärt sie. Bei der jüngsten Teamsitzung habe man besprochen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. „Danke, dass Sie weiterhin eine Maske tragen. Wir tun es auch für Sie. Ihre Tabea“, steht deshalb auf dem Schild im Eingangsbereich, das Kunden indirekt auffordert, ebenfalls Maske zu tragen.

„Sollten die jeweiligen Landesverordnungen die Aufhebung der Maskenpflicht für Kunden vorsehen, werden wir diesen folgen,“ hieß es gestern aus der Schwarz-Gruppe, zu der auch die Supermarkketten Lidl und Kaufland gehören. Im Klartext bedeutet dies, dass Kunden keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr tragen müssen. Festhalten will man aber an einem umfangreichen Hygiene- und Schutzmaßnahmenkonzept und damit einen Beitrag zur Gesundheitspräsention leisten. Auch wenn die Maskenpflicht fällt, will Aldi Süd sowohl Kunden als auch Beschäftigten empfehlen, weiterhin auf freiwilliger Basis eine Maske zu tragen, wie die Pressestelle auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt.

Oberpaur überlässt die Entscheidung Kunden und Mitarbeitern selbst

„Wir werden auf die Masken verzichten“, sagt Christoph Sprenger, Geschäftsführer des Modehauses Oberpaur. Es solle jeder für sich entscheiden, wie er das handhaben möchte, das gelte für Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen.

Bei Naturzeit in der Seestraße haben sich Geschäftsleitung und Mitarbeiter darauf verständigt, freiwillig Maske zu tragen. „Wir sind bislang gut durch die Pandemie gekommen“, sagt Geschäftsführer Thomas Hofmeister. Sein Team und er wollen auch künftig größere Quarantäneausfälle durch Infektionen so gut es geht vermeiden. „Von unseren Kunden werden wir das Tragen der Maske allerdings nicht einfordern.“

Veranstaltungsbranche hält sich noch zurück

Auch bei Veranstaltungen und Konzerten muss künftig keine Maske mehr getragen werden. Michael Scholz, Geschäftsführer der Ludwigsburger Veranstaltungsagentur Eventstifter, möchte das Branchenverhalten zunächst einmal beobachten. „Wir haben jetzt in den nächsten Wochen keine Veranstaltungen und werden schauen, welche Auswirkungen der Wegfall der Maskenpflicht auf das Kaufverhalten der Kunden aber auch auf das Infektionsgeschehen hat.“

Württemberger Hof will bei 3G-Regel für Gäste bleiben

Auch im Traditionslokal Württemberger Hof hat man sich schon Gedanken gemacht, wie es ab Sonntag im Restaurant weitergehen soll. „Wir haben uns noch nicht definitiv entschieden, aber wir werden wohl bei der bisherigen 3G-Regelung für die Gäste und Maskenpflicht für die Mitarbeiter bleiben“, sagt Küchenchef Marius Geiß. „Mir sind die Infektionszahlen zu hoch, um jetzt einfach alles laufen zu lassen.“ Dass es zu Kritik vonseiten der Gäste kommen könnte, befürchtet er nicht. „Die meisten unserer Gäste sind ohnehin entsprechend geimpft. Ich kann mir vorstellen, dass das vielleicht sogar eher positiv aufgenommen wird und ein Gefühl von Sicherheit vermittelt.“

Autor: