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Corona

Uneinigkeit über Gastro-Heizpilze

Der Wirtschaftsausschuss trifft keine Entscheidung, ob Restaurantbesitzer im Winter Heizpilze aufstellen dürfen, und vertagt das Thema auf die Gemeinderatssitzung in der nächsten Woche.

Ludwigsburg. Städte wie Stuttgart, Pforzheim und Heilbronn haben die Entscheidung bereits getroffen: Gastronomen dürfen in diesem Winter Heizpilze in ihren Außenbereichen aufstellen, damit es die Gäste warm haben. Doch in Ludwigsburg tut man sich mit dieser Entscheidung noch schwer. Bei der Sitzung des Wirtschaftsausschusses machte die Stadtverwaltung den Vorschlag, Heizpilze zu erlauben. Mit einer Einschränkung: Gasbetriebene Heizungen würden wegen der hohen Brandgefahr weiterhin verboten bleiben.

Die FDP hatte bereits vor der Sitzung einen Antrag gestellt, auch die gasbetriebenen Heizpilze zu erlauben. Durch das Verbot müssten Gastronomen neue Geräte anschaffen, obwohl sie gasbetriebene Heizpilze noch im Keller hätten, erläuterte Sebastian Haag. Das sei in der aktuellen Situation nicht zumutbar.

„Heizstrahler sind der Gipfel der Klimaunvernunft“, machte Michael Vierling den Standpunkt der Grünen klar. Statt die Luft zu heizen, sollten sich Gäste winterlich kleiden oder Gastronomen Decken und Heizkissen ausgeben. Die CDU-Fraktion sei bei diesem Thema geteilter Meinung, so Klaus Herrmann. Ebenso gehe es den Freien Wählern, sagte Reinhardt Weiss. Seine Meinung: „Vier Monate Heizpilze müsste das Klima überleben.“ Auch seine Fraktion sei sich uneinig, so Daniel O’Sullivan (SPD). Auf keinen Fall könne man dem Antrag der FDP folgen, zu groß sei die Brandgefahr durch gasbetriebene Heizpilze. Einigkeit im Gremium nur über eine Sache: Das Thema soll in großer Runde bei der Gemeinderatssitzung nächste Woche nochmals diskutiert werden.

Ebenso wurde das Thema vertagt, ob die Sondernutzungsgebühr für die Außenflächen auch in der Wintersaison erlassen werden soll. Im Sommer bezahlten Gastronomen für die Nutzung der Außenflächen 25Prozent der eigentlichen Gebühr. Das auch für die Wintersaison von November bis Februar so zu belassen, hatte die Stadt vorgeschlagen. Die Grünen stellten in der Sitzung den Antrag, die Sondernutzungsgebühr im Winter ganz zu erlassen, nur in dem Monat, in dem die Weihnachtsmeile stattfindet, soll 25Prozent verlangt werden. „Wäre es so viel mehr, wenn wir 100 Prozent statt 75 Prozent erlassen?“, fragte Reinhardt Weiss (Freie Wähler). Daniel O’Sullivan (SPD) sprach sich dagegen aus, bei der Sondernutzungsgebühr noch weiter nach unten zu gehen: „Auch viele kleine Beträge reißen ein Loch in unsere Kasse.“ Klaus Herrmann (CDU) hingegen brachte die Frage auf, ob die Gastronomen am Marktplatz während des Weihnachtsmarktes nicht 100Prozent bezahlen sollten. „Die Weihnachtsmeile ist ein besonderer Anziehungspunkt.“ Während dieser müssten die Restaurantbesitzer am Marktplatz ihre Außenfläche jedoch verkleinern, erklärte der Wirtschaftsförderer der Stadt, Frank Kleinert. Deshalb habe die Stadtverwaltung in ihrem Vorschlag alle Gastronomen gleich behandelt.

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