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Bier-Sommelière aus Ludwigsburg
Vanessa Pantoudis führt als "Hop around the World" durch die Welt der Biere

Vanessa Pantoudis aus Ludwigsburg ist ausgebildete Bier-Sommelière. Bild: Holm Wolschendorf
Vanessa Pantoudis aus Ludwigsburg ist ausgebildete Bier-Sommelière. Bild: Holm Wolschendorf
Bier muss nicht langweilig sein. Bild: Holm Wolschendorf
Bier muss nicht langweilig sein. Bild: Holm Wolschendorf
Biere gibt es für jeden Geschmack. Bild: Holm Wolschendorf
Biere gibt es für jeden Geschmack. Bild: Holm Wolschendorf
Eine junge Frau aus Ludwigsburg erobert die Bier-Welt. Vanessa Pantoudis (32) ist Bier-Sommelière und hat sich im März dieses Jahres selbstständig gemacht. Ihr Spezialgebiet: Biere aus aller Welt.

Ludwigsburg. Sie kommt aus dem Handwerk. Hat Kauffrau für Marketingkommunikation gelernt und als Werbetechnikerin gearbeitet. Die Corona-Zeit sei eine Zäsur gewesen, sagt sie. Zeit, etwas Neues zu wagen.

So passt sie gut zum „Hi.Francky“, dem neuen Pop-Up Space auf dem Franck-Areal am Bahnhof. Donnerstags bis samstags baut sie hier ihr Pavillonzelt auf, bietet Bierproben an und schenkt Bier aus aller Herren Länder aus.

„Die Themen Reisen und Bier haben mich nicht losgelassen.“ 2010 sei der Funke bei ihr übergesprungen. „Ich hatte Urlaub in Irland gemacht und erkannt, wie vielseitig Bier sein kann. Als ich da in den Pub kam, gab es zehn bis 20 Zapfhähne, alle mit einer jeweils anderen Biersorte.“

Vanessa ging auf Entdeckungstour und ließ sich in Bamberg ausbilen

Von da an ging sie auf Entdeckungstour. Hat überall auf der Welt kleine Brauereien ausfindig gemacht und deren Produkte getestet. „Bier ist ein sehr geselliges Getränk. Und ich bin sehr gesellig.“ Als die Zeit da war, etwas Neues zu beginnen, wusste Vanessa Pantoudis schnell, was sie wollte: Eine Bierhandlung in Ludwigsburg eröffnen.

An der Bier-Akademie in Bamberg lässt sie sich zur Bier-Sommelière ausbilden und macht sich nach ihrem Abschluss selbstständig. „Einen eigenen Laden habe ich noch nicht.“ Dafür aber den Platz im „Hi.Francky“ und diverse Engagements außerhalb. „Man kann mich buchen“, sagt sie frei heraus, zum Beispiel für Firmenfeiern, Hochzeiten oder das passende Bier zum Menü.

Eine Frau in der Bierbranche sei nicht ungewöhnlich, meint sie. Inzwischen gebe es immer mehr Frauen, in diesem Bereich, auch als Brauerinnen. „Was viele nicht wissen: Früher war das Bierbrauen Frauensache. Bis die Kirchen das an sich genommen haben.“

Sauer, fruchtig, schokoladig - Geschmack sind beim Bier keine Grenzen gesetzt

Pantoudis hat Sauerbiere, die nach Erdbeere oder Maracuja schmecken, Gin-Weizenbier, kräftige, dunkle Stouts, italienisches Bier, das mit Weintrauben vergoren wurde, Bier, das nach Kaffee und Bitterschokolade schmeckt, Bier aus Indonesien, Neuseeland oder den USA und natürlich auch zahlreiche alkoholfreie Biere („die liegen gerade sehr im Trend“). Mit vielen kleinen Brauereien, insbesondere aus Deutschland, steht sie in direktem Kontakt, internationale Biere bezieht sie über den Großmarkt.

Bei Bier-Tastings, in denen sie als Qualified Beer Judge in der Jury sitzt, lernt sie immer wieder Neues kennen und bildet sich weiter. Anders als beim Wein müsse man das Bier dabei auch tatsächlich trinken. „Aber immer nur ganz wenig.“ Dennoch: „Nach einem Wettbewerb trinke ich eine Woche lang keinen Alkohol.“ Und auch sonst ist sie konsequent. Zwei Tage Alkoholpause pro Woche hält sie ein. „Man darf sich nichts vormachen, Sucht ist ein Problem.“ Vanessa Pantoudis will auf ihren Körper Acht geben und ein Vorbild sein.

Bei Biertastings geht es um den Genuss

Für sie geht es um den Genuss, und darum, immer wieder Neues zu entdecken. Ihr Tipp: „In Brauereigaststätten gehen. Die bieten oft Tastings an, eine kleine Auswahl der eigenen Biere in Probiergläsern.“ Und wer im Supermarkt vor dem Bier-Regal steht, der solle „einfach mal eine andere Marke trinken als sonst und dabei nicht auf den Preis schauen.“ Ein gutes Bier, so sagt sie, sei preislich wie eine gute Flasche Wein. Zehn Euro könne das schon mal kosten.

Hop around the World“ hat sie ihr Unternehmen genannt. „Der englische Begriff für Hopfen und meine Leidenschaft fürs Reisen passen wunderbar zusammen.“ Und irgendwann soll der Traum von der eigenen Bierhandlung in Ludwigsburg Wirklichkeit werden.