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Ungewöhnliche Aktion in Ludwigsburg
Verlorene Pakete werden im Ludwigsburger Marstall verkauft

Pakete wie diese werden an den fünf Tagen im Marstall verkauft.
Pakete wie diese werden an den fünf Tagen im Marstall verkauft. Foto: Sebastian Kahnert
Erstmals verkauft das französische Unternehmen King Colis verloren gegangene Pakete in Ludwigsburg. Jedes davon ist eine Überraschung.

Ludwigsburg. Zum ersten Mal wird in Ludwigsburg ein großer Bestand an „verlorenen Paketen“ aus ganz Europa verkauft. Fünf Tage, von Dienstag, 15. Oktober, bis Samstag, 19. Oktober, kann jeder sein Glück im Pop-up-Store des französischen Unternehmens King Colis im Marstall versuchen. Insgesamt werden Pakete mit einem Gesamtgewicht von sieben Tonnen verkauft.

Niemand weiß, was in den Paketen steckt

Das Kuriose daran: Was in ihnen steckt, weiß niemand. „Hightech? Markenkleidung? Schuhe? Uhren und Schmuck?Lederwaren? Schönheitspflege? Videospiele? Mit verlorenen Paketen sind Überraschungen und Schnäppchen garantiert“, schreibt King Colis. Natürlich können in den Paketen auch wertloser Plunder oder Dinge sein, mit denen der Käufer absolut nichts anfangen kann. Aber davon geht bei dieser modernen Form der Schatzsuche zunächst wohl kaum jemand aus.

Eine ähnliche Aktion habe vor wenigen Tagen in Dresden stattgefunden und sei ein voller Erfolg gewesen, schreibt das Unternehmen. „Wir erwarten daher eine große Besucherzahl für unsere zweite Aktion in Deutschland.“ In Frankreich habe sich diese Art des Paket-Verkaufs schon etabliert und sei dort überaus erfolgreich.

Jedes Jahr mehrere Millionen verlorene Pakete

Doch woher kommen die verlorenen Pakete? Laut King Colis gehen in Europa jedes Jahr Millionen von online bestellten Paketen verloren. Die Gründe dafür seien ganz unterschiedlich. Mal sei die Adresse fehlerhaft, mal unleserlich. Andere Pakete können nie zugestellt werden oder werden einfach nie abgeholt. „Früher wurden diese nicht zugestellten Pakete, nachdem die Empfänger entschädigt worden waren, von den Logistikplattformen, die für ihre Lieferung zuständig waren, vernichtet“, so das Unternehmen weiter.

Das will King Colis mit seiner Geschäftsidee verhindern. Das französische Start-up habe sich dieses Jahr dazu entschlossen, die verlorenen Pakete aufzukaufen und „ihnen ein neues Leben zu geben, indem sie entweder auf der Website oder bei besonderen Veranstaltungen in den wichtigsten Einkaufszentren Europas zum Verkauf angeboten werden“.

100 Gramm kosten zwischen 1,99 und 2,79 Euro

Dies sei ein umweltbewusster Ansatz, der Abfälle reduziere.

Und wie genau funktioniert der Verkauf?

Die Pakete werden nach Gewicht verkauft. Normale Pakete kosten 1,99 Euro pro 100 Gramm. Pakete des Online-Versandhändlers Amazon - in ihnen werden offenbar die besseren Überraschungen vermutet - kosten 2,79 Euro pro 100 Gramm.

Im Geschäft hat jeder Kunde lediglich zehn Minuten Zeit, um seine Auswahl zu treffen. Es ist absolut verboten, die Pakete vorher zu öffnen. Was in ihnen steckt, bleibt damit bis nach dem Kauf eine Überraschung. Der Verkauf findet an den fünf Tagen jeweils von 9.30 Uhr bis 20 Uhr statt. Der Pop-up-Store liegt in der Nähe des Haupteingangs in den Marstall. Minderjährige müssen von einem Erwachsenen begleitet werden.