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Öffentliche Plätze
Videoüberwachung ist auf dem Akademiehof in Ludwigsburg nicht zulässig

So könnte die Beleuchtung aussehen: Scheinwerfer an Masten, die notfalls in schwierigen Situationen eingeschaltet werden können, und Beleuchtung an den Gebäuden. Illustrationen: Stadt Ludwigsburg
So könnte die Beleuchtung aussehen: Scheinwerfer an Masten, die notfalls in schwierigen Situationen eingeschaltet werden können, und Beleuchtung an den Gebäuden. Illustrationen: Stadt Ludwigsburg
Seitlich der Treppe und des Tiefgaragen-Zugangs sollen dunkle Ecken ausgeleuchtet werden.
Seitlich der Treppe und des Tiefgaragen-Zugangs sollen dunkle Ecken ausgeleuchtet werden.
Polizei sieht im Akademiehof keinen Kriminalitätsschwerpunkt – Stadtverwaltung will jetzt den Platz stärker ausleuchten

Ludwigsburg. Der Akademiehof ist schon immer ein Treffpunkt für junge Leute gewesen, während der Pandemie wurde er zur Partymeile – und gegen Mitternacht musste die Polizei oft eingreifen. Es gab übers Jahr verteilt vereinzelt Schlägereien, eine Messerstecherei, Ordnungswidrigkeiten, Einzelne mussten wegen zu hohem Alkoholkonsum versorgt werden. Doch: Die Polizei sieht im Akademiehof keinen Kriminalitätsschwerpunkt. Eine Überwachung per Video sei deshalb „rechtlich nicht umsetzbar“, wie es in einem Schreiben an die Stadt heißt, die dazu eine Anfrage gestellt hatte.

Die Stadt empfiehlt nun den Stadträten, die am Donnerstag kommende Woche im Bauausschuss darüber beraten, darauf zu verzichten. Denn ein weiterer Punkt spricht gegen eine Überwachung. Diese wäre nur gerechtfertigt, wenn, so das Polizeigesetz des Landes, auch rechtzeitig eingeschritten werden könnte, um eine Straftat zu verhindern. Ohne diese Möglichkeit dürfen Plätze nicht überwacht werden. Auch in anderen Städten ist man noch recht vorsichtig, was derartige Überwachungen angeht. In Stuttgart sind nach den sogenannten „Krawallnächten“ Kameras etwa im Bereich des Schlossplatzes installiert worden. Dort kontrolliert die Polizei jeweils in Echtzeit die Situation vor Ort.

Mehrere Fraktionen hatten in einem gemeinsamen Antrag die Stadt gebeten, den Sachverhalt zu klären, verlangten aber auch ein Konzept, wie alle infrage kommenden „Hot Spots“ – dazu zählten sie Akademiehof, Bahnhofsplatz, Bärenwiese und Rathaushof – sicherer gemacht werden können, etwa durch bessere Beleuchtung. Auch für eine entsprechend ausreichende Zahl an Toiletten soll die Stadtverwaltung sorgen.

Flutlicht und Bewegungsmelder für den Platz

Weil alle Plätze aus Sicht der Polizei keine strafrechtlich relevanten „Hot Spots“ sind, die Ausleuchtung ausreichend sei und laut Verwaltung bei der Bärenwiese auch Naturschutz und Denkmalschutz gegen eine weitere Beleuchtung sprächen, beschränkt man sich auf den Akademiehof. Dafür wird ein Beleuchtungskonzept vorgelegt. Bis zum 1.April sollen Flutlichtmasten aufgestellt werden, die bei Bedarf den Platz „unangenehm“ ausleuchten sollen. Dies ist auch spontan bei Nacht oder an Wochenenden machbar. Zudem sollen dunkle Ecken etwa zwischen den Kuben und an den Rampen mehr Licht erhalten, damit diese nicht zum Pissoir werden. Es werden Bewegungsmelder angebracht.

Gleichzeitig sollen mehr Toiletten aufgestellt werden, um das Wildpinkeln einzudämmen. Bisher gibt es nur zwei davon. Eine „Aufstockung wird als sinnvoll erachtet“, heißt es in der Vorlage für die Stadträte. Kosten von etwa 200000 Euro werden angegeben. Schon in der Vergangenheit hat sich die Stadt mit dem Thema schwergetan, bis die ersten Toiletten aufgestellt wurden, hat es mehrere Jahre gedauert. Manche Stadträte sehen, wie sie in bisherigen Diskussionen deutlich gemacht haben, in dem Wildpinkeln auch ein hausgemachtes Problem.

Der Platz soll auch ein einfacher Treffpunkt für junge Leute bleiben. Ein ständiges Programm – sei es Theater, Kino, Flohmarkt oder Open Stages – soll es nicht geben. So etwas soll es nur begleitend und unregelmäßig geben. Nicht ausgeschlossen wird das Thema „Food Truck“, also ein mobiler Verkaufsstand. Die auch von der Rathausspitze angesprochene Gastronomie ist nicht gestorben und soll weiter in der Planung bleiben, die Stadt vertröstet jedoch auf spätere Jahre. In den nächsten zwei Jahren sei dies nicht machbar.