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Notfälle

Voll vernetzt ins Krankenhaus

Für die Rettungsdienste im Landkreis ist es mittlerweile Standard, dass wichtige Patientendaten schon während der Fahrt in die Notfallaufnahme übermittelt werden. Moderne Technik macht es möglich, dass so wertvolle Zeit gewonnen wird.

In den vergangenen Jahren sind die Rettungswagen des ASB immer besser mit dem Krankenhaus vernetzt worden. Archivfoto: Holm Wolschendorf
In den vergangenen Jahren sind die Rettungswagen des ASB immer besser mit dem Krankenhaus vernetzt worden. Foto: Holm Wolschendorf
Mit Hilfe eines Tablet-PCs können Daten am Einsatzort direkt vom Rettungswagen an die Klinik geschickt werden.Foto: Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg
Mit Hilfe eines Tablet-PCs können Daten am Einsatzort direkt vom Rettungswagen an die Klinik geschickt werden. Foto: Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg

Ludwigsburg. Die digitale Vernetzung aller ist eine Herausforderung für den Rettungsdienst der Zukunft. In der Reform der Notfallversorgung des Bundesgesundheitsministeriums ist diese Vernetzung eine der zentralen Forderungen. In Ludwigsburg ist das allerdings heute schon Alltag, wie die Kliniken-Holding in einer Pressemitteilung schreibt: „Der Rettungsdienst des Arbeiter-Samariter-Bunds und die Notaufnahmen der RKH-Kliniken kommunizieren digital. Patienten- und Einsatzdaten samt der Dokumentation des gesamten Notfalleinsatzes werden vom Rettungswagen direkt in die Notaufnahme und ins Krankenhausinformationssystem übertragen.“

Was früher nur per Telefon oder sogar erst beim Eintreffen im Krankenhaus möglich war, geschieht heute, dank der digitalen Übertragungswege, schon während der Fahrt ins Krankenhaus. Bei einem Notfall komme es auf jede Minute an. Je schneller beispielsweise bei einem Patienten mit Herzinfarkt im Herzkatheterlabor die Engstelle in den Herzgefäßen beseitigt wird, desto höher seien seine Heilungschancen, so die Kliniken in ihrer Mitteilung.

Wertvoller Zeitgewinn für Patienten

Dies gelinge aber nur, wenn die wichtigsten Daten des Herzpatienten wie EKG-Daten, Vitalparameter und andere schon vom Rettungswagen aus in die Klinik geschickt und dort angeschaut werden. In Ludwigsburg haben die Regionale Kliniken Holding (RKH) und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) alle Voraussetzungen für eine solche effektive und effiziente medizinische Versorgung in Notfällen geschaffen: Die digitale Vernetzung von Rettungswagen und Notaufnahme sei hier seit rund drei Jahren Alltag und wurde stetig ausgebaut.

Mithilfe von Tablets werden alle Patienten- und Einsatzdaten im Rettungswagen digital erfasst. Diese werden samt der Notfalldokumentation direkt in die Kliniken-Notaufnahme und dort ins Krankenhausinformationssystem übertragen. Die Ärzte wissen so schon vor Ankunft des Patienten in der Klinik, was passiert ist und was dem Patienten fehlt. „Dieser Informationsvorsprung, den wir mit der digitalen Kommunikation erreichen, spart wertvolle Zeit für die Behandlung des Patienten“, erklärt Daniel Groß, stellvertretender Landesgeschäftsführer des ASB. Und das alles funktioniert natürlich nicht nur mit Herzpatienten, sondern im Prinzip bei allen Notfällen – auch Unfällen, ergänzt Alexander Tsongas, der Pressesprecher der Kliniken-Holding auf Rückfrage unserer Zeitung. Bei schweren Autounfällen könnten sogar Fotos der Unfallwagen an die Chirurgie übermittelt werden, so dass man sich dort auf die schwere der Verletzungen vorbereiten kann.

Bei einem medizinischen Notfall wolle sich jeder darauf verlassen können, dass er schnellst- und bestmöglich versorgt werde. Vom Absetzen des Notrufs über die Alarmierung des Rettungswagens durch die Leitstelle, medizinische Versorgung am Notfallort und während der Rettungsfahrt bis zur Übergabe in der Kliniken-Notaufnahme und der Weiterbehandlung in der Klinik: Der Erfolg eines Notfalleinsatzes hänge auch davon ab, wie gut die einzelnen Akteure der Notfallkette miteinander vernetzt sind.

Als Verantwortlicher für den Rettungsdienst hat Groß das Projekt der digitalen Vernetzung gemeinsam mit Professor Dr. Jörg Martin, dem Geschäftsführer der Kliniken-Holding sowie Professor Dr. Götz Geldner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Dr. Stefan Weiß, Leiter des Notarztdienstes Ludwigsburg, initiiert und umgesetzt. „Wir arbeiten schon seit einigen Jahren mit Tablets im Rettungswagen. Und das mit guten Ergebnissen. Nach einer Pilotphase haben wir 2017 Tablets auf allen unseren Rettungswagen eingeführt. Seither steht auch die digitale Vernetzung mit dem RKH Klinikverbund im Kreis Ludwigsburg“, erklärt Groß.

Auch das Rote Kreuz übermittelt Daten

Die Einsatzdokumentation diene aber nicht nur der Datenübergabe an die Klinik und längst nicht mehr nur der Abrechnung mit den Kostenträgern, sondern erfülle vielfältige Anforderungen der Qualitätssicherung. Die einsatzrelevanten Informationen werden nämlich gleichzeitig an die Kliniken und an die Stelle zur trägerübergreifenden Qualitätssicherung im Rettungsdienst Baden-Württemberg übertragen. Die Erkenntnisse aus jeder einzelnen Einsatzdokumentation seien wichtig für die Qualitätssicherung der Notfalleinsätze.

Auch das Rote Kreuz – der zweite große Rettungsdienst, mit dem die Kliniken zusammenarbeiten –, übermittelt mittlerweile wichtige Daten schon während der Fahrt ins Krankenhaus. (red/wa)