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Hitzewelle

Von Grillverbot bis Vogeltränke

Die hohen Temperaturen und extreme Trockenheit lassen die Brandgefahr steigen – auch in Ludwigsburg. Deshalb hat die Stadt ab sofort das Grillen auf allen öffentlichen Grillplätzen verboten. Die Sommerhitze hat noch weitere Schattenseiten: Wurst und Fleisch verderben leicht, Gartenhecken fangen schnell Feuer und Wildvögel finden kein Wasser.

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Auf öffentlichen Grillplätzen in Ludwigsburg, Sachenheim und Ditzingen herrscht derzeit Grillverbot. Fotos: Stock.adobe.com
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Wildvögeln kann man helfen, indem man Vogeltränken aufstellt.

Ludwigsburg. Derzeit ist Dauerschwitzen angesagt. Die Sonne brennt erbarmungslos herunter und die Temperaturen sollen weiter steigen. Die einen genießen die Hitze, die anderen leiden darunter. Wie auch immer: Jetzt heißt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und vorsichtig zu sein. Die Brandgefahr ist nämlich sehr hoch.

 

Grillverbot auf öffentlichen Plätzen: Die Stadt Ludwigsburg hat aufgrund der Brandgefahr das Grillen auf öffentlichen Grillplätzen verboten. Dies gelte bis auf Weiteres. Die Verwaltung weist darauf hin, dass in den öffentlichen Grünanlagen ohnehin nur an extra eingerichteten Stellen gegrillt oder Feuer entfacht werden darf. Die fünf offiziellen Grillplätze sind: Hörnle, Sommerhalde, Seeschlossallee, Kugelberg und Waldspielplatz Grasiger Weg. Dort stünden Schilder, die auf das aktuelle Grillverbot hinweisen. Auch in anderen Kreiskommunen wie Sachsenheim und Ditzingen herrscht derzeit auf öffentlichen Plätzen Grillverbot.

 

Transport von Grillgut: Wer bei sich im Garten den Grill aufstellt, kann auch einiges beachten. Das beginnt schon beim Einkauf. „Empfindliche Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Fisch, Milch, Milchprodukte und Eis können schnell schlecht werden. Krankheitskeime vermehren sich rasant bei der Hitze“, warnt Beate Ramminger-Guderlei. Die Haushaltsökonomin ist stellvertretende Leiterin des Ernährungszentrums Mittlerer Neckar in Ludwigsburg. Sie empfiehlt daher, den Einkauf in einer Kühltasche mit Kühlakkus zu transportieren. „Am besten bringt man die Lebensmittel schnell nach Hause und legt sie sofort in den Kühlschrank.“ Auf der Grillparty sollte man darauf achten, dass auch Salate mit Rohkost nicht die ganze Zeit in der Hitze stehen. „Kartoffelsalat wird oft mit rohen Zwiebeln zubereitet. Diese enthalten Keime, die sich schnell vermehren“, sagt die Ernährungsexpertin. Ihr Tipp: Lieber eine kleine Schlüssel Salat bereitstellen, den Rest im Kühlschrank lagern und nachfüllen. „Es schmeckt auch besser, wenn es gekühlt ist“, sagt Ramminger-Guderlei.

 

Trockene Hecken im Garten: Bevor man den Grill im Grünen anwirft, sollte man die umliegende Fläche gut bewässern und einen Feuerlöscher parat stehen haben, empfiehlt der stellvertretende Kommandant der Ludwigsburger Feuerwehr, Hans-Peter Peifer. „Auch Hecken können derzeit leicht in Brand geraten, weil sie sehr trocken sind“, sagt er. Daher gelte auch bei der Gartenarbeit Vorsicht. Die Ludwigsburger Wehr musste erst kürzlich ausrücken, weil jemand Gestrüpp um seine Hecke herum mit dem Gasbrenner abbrennen wollte. Ein anderer Einsatz wurde ausgelöst, weil Reisig im Garten angezündet wurde. „Das Feuer ist größer geworden als geplant“, berichtet Peifer. Es hätte aber gar nicht erst so weit kommen dürfen, denn so ein Feuer sei im Wohngebiet nicht erlaubt. Insgesamt seien die derzeitigen Einsätze trotz der sehr hohen Brandgefahr überschaubar. „Es hält sich noch in Grenzen“, sagt Peifer.

 

Hilfe für Wildvögel: Unter der anhaltenden Hitzewelle leiden auch Tiere. Pfützen etwa, aus denen Tiere trinken, sind schnell ausgetrocknet. „Wildvögel benötigen jetzt dringend unsere Hilfe“, ruft Ursel Gericke, Leiterin des Ludwigsburger Tierheims, zur Mithilfe auf. Am besten sei es, flache Wasserschalen für Vögel und nachts für Igel aufzustellen. „Vor allem junge Vögel, die sich noch nicht gut auskennen und die auch nicht genügend Energie haben, um lange Strecken zur nächsten Wasserstelle zu fliegen, sind jetzt dringend auf sauberes, frisches Wasser angewiesen“, so Gericke. Auch der Nabu Ludwigsburg empfiehlt Vogeltränken. „Am besten sollte man diese frei aufstellen, damit sich keine Katzen anpirschen können“, sagt der Nabu-Vorsitzende Frank Handel. Wichtig sei zudem, die Tränken regelmäßig mit frischem Wasser aufzufüllen.

 

Kostenloses Trinkwasser für alle: Auch der Mensch sollte in diesen heißen Tagen ausreichend Wasser zu sich nehmen. Deshalb startet die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Landeswasserversorgung jetzt eine Aktion: Ein Wasserwagen steht am Samstag, 4. August, sowie von Montag bis Freitag, 6. bis 10. August, für alle Bürger auf der Südseite der evangelischen Kirche am Marktplatz bereit. Jeweils von 10 bis 17 Uhr gibt es dort neben kostenlosem Trinkwasser auch Informationen rund um das regionale Trinkwasser und Tipps, wie man heiße Tage am besten übersteht.

Darüber hinaus will die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Ludwigsburger Innenstadtverein Luis den Menschen, die in der Stadt unterwegs sind, die Möglichkeit anbieten, ihre Trinkflaschen kostenlos aufzufüllen. Damit beteiligt sich die Stadt an der bundesweiten Refill-Initiative. Das Konzept Refill sieht vor, dass Cafés, Bars, Läden oder Einrichtungen kostenfrei mitgebrachte Flaschen oder Gläser mit Leitungswasser befüllen. „Das hilft gegen Durst und gegen den zunehmenden Plastikmüll“, heißt es aus dem Rathaus. Die Aktion werde derzeit vorbereitet. Cafés und Läden, die mitmachen möchten, können sich bei der Stadtverwaltung an Charlotte Klose, E-Mail: c.klose@ludwigsburg.de, wenden.

 

Hitzewelle geht weiter: Der Hochsommer legt sich auch weiterhin ordentlich ins Zeug. Heute soll es bis zu 32 Grad warm werden. Zum Wochenende können die Temperaturen in Baden-Württemberg sogar weiter steigen – auf bis zu 38 Grad. „Ein Wetterumschwung ist bis nächste Woche nicht in Sicht“, teilt der Deutsche Wetterdienst der Deutschen Nachrichtenagentur mit. Das große Schwitzen geht also weiter.