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Initiative für Menschen in Not
Von Kleiderkammer bis Wohngeld: In Ludwigsburg gibt‘s alle Hilfsangebote auf einen Blick

In der Kleiderkammer und Kleiderkiste der Kirchen gibt es gebrauchte Kleidung zu günstigem Preis. Archivfoto: dpa
In der Kleiderkammer und Kleiderkiste der Kirchen gibt es gebrauchte Kleidung zu günstigem Preis. Foto: dpa
Auch wenn die aktuellen Herausforderungen und finanziellen Belastungen gewaltig sind, soll niemand verzweifeln. Mit der Initiative „Zusammen gibt Halt“ zeigt die Stadt Ludwigsburg gemeinsam mit den Kirchen und sozialen Einrichtungen vielfältige Hilfsangebote auf.

Ludwigsburg. Erst die Corona-Pandemie, jetzt Krieg in der Ukraine, exorbitante Energiekosten und steigende Lebensmittelpreise. Das bringt auch viele Menschen, die bislang noch einigermaßen über die Runden gekommen sind, in finanzielle Notlage. Armut wiederum kann zu Vereinsamung und Verbitterung über soziale Ungleichheit führen. „Doch niemand muss alleine zurechtkommen, es gibt in Ludwigsburg zahlreiche Hilfsangebote“, erklärte die Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz in einem Pressegespräch zur neu ins Leben gerufenen Initiative „Zusammen gibt Halt“. Gemeinsam mit den Kirchen und sozialen Einrichtungen will die Stadt auf einen Blick sichtbar machen, wo es in Ludwigsburg Rat und Hilfe gibt. Die drei Säulen sind Beratung, Begegnung und wirtschaftliche Hilfe.

Eine Website für alles

Ein Werbebüro hat den Slogan „Zusammen gibt Halt“ und ein Logo mit sich gegenseitig haltenden Händen sowie einen Flyer entwickelt. Mit Scannen des QR-Codes werden die Hilfsangebote aufgelistet, die auch auf der Homepage www.zusammenhalt-ludwigsburg.de zu lesen sind. Einige Angebote wie der Gebrauchtwarenladen auf der Karlshöhe werden mit einem Trailer näher vorgestellt. „Außerdem ist noch ein Heft mit Auflistung der Angebote geplant, da nicht alle Menschen digitalen Zugang haben“, erzählte Susanne Karstedt, die für die Koordination zuständig ist. Die breit angelegte Werbeaktion wird aus einem Fördertopf des Ministeriums Soziales, Gesundheit und Integration finanziert.

Viele Menschen, die bislang noch keine Hilfe in Anspruch genommen haben

„Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen, die sich noch nicht auskennen, weil sie bislang keinen Beratungsbedarf hatten, zum Beispiel bei Wohngeld oder Schuldnerberatung“, erklärte Raphael Dahler, Leiter des städtischen Fachbereichs Gesellschaftliche Teilhabe, Soziales und Sport. Man hoffe zudem auf Multiplikatoren.

„Dass es bei vielen Menschen finanziell eng wird, beobachten wir auch in beiden Kirchen. Rund 40 Prozent der Bevölkerung hat keine finanziellen Reserven und kommt jetzt an ihre finanziellen Grenzen“, erzählte Dekan Alexander König (katholisches Dekanat Ludwigsburg). Caritas und Diakonie bieten Beratungsangebote, aber auch konkrete Hilfen. Dazu zählen die immer stärker frequentierten Tafelläden ebenso wie Kleiderkammer und Kleiderkiste. Aber auch zunehmende Vereinsamung wird beobachtet, dem sollen Begegnungsangebote für verschiedene Altersgruppen entgegenwirken.

Engagement für sozialen Zusammenhalt

„Die Wohlfahrtsverbände wollen den Rahmen schaffen für Engagement zum sozialen Zusammenhalt“, sieht Diakon Martin Strecker, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands, ein Zusammenrücken der Gesellschaft in den kommenden Jahren als zunehmend wichtig an. Das bedürfe der Anstrengung vieler.

Eine konkrete Hilfe, um wichtige soziale Strukturen aufrechtzuerhalten, nannte Schmetz: „Die Bürgerstiftung hat beschlossen, einen Fond zur Unterstützung der Vereine einzurichten, die sich die Energiekosten nicht mehr leisten können.“ Einen Fond für Einzelfallhilfe planen die Kirchen, dieser soll im Januar vorgestellt werden.

Hilfsfond von der Bürgerstiftung Ludwigsburg

Viele der jetzt gebündelt kommunizierten Hilfsangebote existieren bereits, andere sind neu dazugekommen. Dazu zählen die Tipps und Informationen für ältere Menschen mit kleinem Geldbeutel oder die Begegnung bei einem kostenlosen Heißgetränk. „Es war uns wichtig, die Initiative noch vor Weihnachten vorzustellen. Die Angebote sollen Zuversicht vermitteln und helfen, die Schwermut zu vertreiben“, hofft Bürgermeisterin Schmetz. Mit Rat und Hilfe, die es überall in Ludwigsburg gebe, solle auch das Wir-Gefühl vor Ort gestärkt werden.