Logo

Klimaschutz

Wie Schulen Energie sparen können

Erste Gespräche mit dem Mörike-Gymnasium – Stadt und Landkreis wollen möglichst viele Schulen für Aktion gewinnen

Schulleiterin Sylvia Jägersberg (links) und Manuel Holler vom Mörike-Gymnasium Ludwigsburg sowie Projektleiterin Ellinor Hoyer sind für den Klimaschutz am Start. Foto: Landratsamt
Schulleiterin Sylvia Jägersberg (links) und Manuel Holler vom Mörike-Gymnasium Ludwigsburg sowie Projektleiterin Ellinor Hoyer sind für den Klimaschutz am Start. Foto: Landratsamt

Schulen haben das Potenzial, junge Menschen schon früh für den Klimaschutz zu sensibilisieren und wichtige Grundlagen alltagsnah zu vermitteln. Aus diesem Grund stehen für das Projekt Energiesparmodelle des Landkreises und der Stadt Ludwigsburg die Schulen im Vordergrund. Im Herbst dieses Jahres soll das Projekt offiziell mit allen Schulen in Form einer Auftaktveranstaltung beginnen.

„Unser Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler zu motivieren, bewusster und sparsamer mit Energie und den natürlichen Ressourcen umzugehen“, sagt Ellinor Hoyer, Projektleiterin Klima- und Umweltbildung im Landratsamt. „Schon allein ein geändertes Nutzerverhalten kann bis zu 15 Prozent an Energie und natürlichen Ressourcen an Schulen einsparen. Das sind wichtige Einsparungen, die auch die Klimaziele des Landkreises und der Stadt unterstützen werden.“

Das von Stadt und Landkreis Ludwigsburg initiierte Projekt startet mit vielen Schulen und Schulformen – von Grund- bis Berufsschule ist fast alles vertreten. Ein erster Schritt ist die Bildung von Energieteams, im Projekt „E-Teams“ genannt. Sie sind das Kernstück der Initiative und vergleichbar mit einer Schul-AG.

In diesen E-Teams setzen sich alle Interessierten mit dem Energiesparen im Schulalltag auseinander. Gemeinsam entwickeln und planen sie Aktionen wie zum Beispiel Projektwochen sowie Maßnahmen, die dann über die vier Projektjahre an den Schulen umgesetzt werden. Bei Gebäudebegehungen mit Wärmebildkameras und Personalschulungen wird der Energieverbrauch in den Schulen analysiert und Einsparpotenziale ermittelt. Daraus resultiert ein persönlicher Maßnahmenplan für jede Schule.

Erste Gespräche fanden mit Schulleiterin Sylvia Jägersberg und Manuel Holler vom Mörike-Gymnasium Ludwigsburg statt. Gemeinsam wurde überlegt, wie das Projekt an der Schule umgesetzt werden kann und welche ersten Maßnahmen getroffen werden sollen.

„Endlich geht es los! Für uns ist das ein wichtiger, nachhaltiger Schritt mit einem starken Partner an der Seite“, meint Manuel Holler. Er hat die nachhaltige Schulentwicklung vor drei Jahren am Mörike-Gymnasium unter dem Motto „#machhaltigkeit“ initiiert. „Es gibt so viele Möglichkeiten, nachhaltig zu handeln.“ Man müsse „halt machen“, ergänzt er.

Die Projektideen, die sich aus dem Gespräch mit dem Mörike-Gymnasium ergeben haben:

Für die Qualifikation der E-Teams werden am Mörike-Gymnasium Schülerinnen und Schüler als Umweltmentoren ausgebildet. Unterstützt werden sie dabei von der Jugendstiftung, die vom Land Baden-Württemberg gefördert wird. Umweltmentoren können nicht nur den Treibhauseffekt erklären und kennen sich bei erneuerbaren Energien aus. Sie multiplizieren ihr Wissen in der Schule, starten eigene Projekte und werden dadurch selbst aktiv in Sachen Klima- und Umweltschutz.

Eine weitere wichtige Maßnahme am Mörike-Gymnasium wird die Etablierung eines „Energiedienstes“ sein, vergleichbar mit dem Tafel- und Ordnungsdienst. „Es sind viele kleine Energiesparmaßnahmen, wie zum Beispiel die Kontrolle von angelassenem Licht oder Geräten beim Verlassen eines Zimmers, mit denen man viel erreicht. Sie fließen in den Schulalltag ein – und darauf kommt es an“, beschreibt Holler den Ansatz für die nächsten Jahre.

Eine weitere Idee ist, nachhaltige Inhalte in den Unterrichtsfächern aufzugreifen. In dieser Form existiert bereits das Standby-Projekt in Zusammenarbeit mit der LEA (Energie-Agentur Kreis Ludwigsburg) mit Energiesparmaßnahmen in allen Physik-Klassen der Stufe8 am Mörike-Gymnasium.

Am Ende liebäugelt Manuel Holler noch mit einer kleinen Windkraftanlage als Wasserpumpe auf dem Pausenhof. Sie soll das Wasser aus dem darunter liegenden Feuersee in einen Brunnen pumpen, nach dem Motto: „Alltagsnah und im Blick unserer Schülerinnen und Schüler.“