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FReisprechung

„Wir sind froh über Sie“

Kreishandwerksmeister Albrecht Lang hat Lehrlinge als Gesellen in Berufsleben entlassen

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Einige der Besten der frischgebackenen Handwerksgesellen mit Jürgen Hangstörfer (stellvertretender Kreishandwerksmeister, ganz rechts), Kreishandwerksmeister Albrecht Lang (Zweiter von rechts) und Geschäftsführerin Nicole Ackermann (Dritte von rechts) sowie Manfred Ebert von der Kreissparkasse (links). Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Für den Festtag mussten 124 Frauen und Männer „dreieinhalb Jahre ordentlich schwitzen“, sagte Kreishandwerksmeister Albrecht Lang am Donnerstagabend, als die jungen Leute von allen Pflichten aus dem Ausbildungsverhältnis freigesprochen wurden. Aus Sicht der Handwerkskammer Region Stuttgart hätte die Zahl gerne noch größer sein dürfen. „Aber wir sind froh über Sie“, sagte Lang im Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse Ludwigsburg.

Im Namen seiner Kollegen beglückwünschte er die 119 jungen Männer und fünf Frauen für ihre Entscheidung fürs Handwerk und dass sie durchgehalten hätten. „Wir brauchen junge Menschen wie Sie. Eigentlich ist es so, dass wir gerne noch viel mehr begrüßen würden.“ Die, die es nun geschafft hätten, seien mit dem Gesellenbrief sehr gut gerüstet für den weiteren Werdegang, sagte er und ermutigte sie dazu, Verantwortung zu übernehmen. Lang riet zudem dazu, sich in einem Verein, der Innung oder – „bei uns ist es ja Tradition in ländlichen Gebieten“ – im Gemeinderat der Heimatgemeinde zu engagieren.

Viele Auszubildende geben auf

Clemens Kitzberger, der bei der Schreinerei Friedrich Braun in Vaihingen gelernt hat, steuerte einen Erfahrungsbericht aus seiner Lehrzeit bei, die ihn langsam an eine „harte und auch staubige Realität“ heranführte. Und er bestätigte, was die alten Hasen seit Jahren beklagen: den Fachkräftemangel. Zumindest bei den Schreinern sei die Hälfte der anfangs 50 Angemeldeten bis zum dritten Lehrjahr abgesprungen. Sinnbildlich für die Entwicklung der letzten Jahre: Fast jährlich sinke die Zahl der Auszubildenden weiter, in Industrie und Handel wie im Handwerk. „Natürlich ist das irgendwo erschreckend und auch ein Stück weit traurig, allerdings kann das auch als Chance gesehen werden“, meinte Kitzberger. Eine Chance für die, „die es doch anpacken“.

Manfred Ebert gratulierte als Vertreter des Gastgebers und ermunterte die jungen Leute, sich als gestandene Junghandwerker „mit besten Perspektiven und Grundlagen“, den Herausforderungen zu stellen, vor allem den technologischen. Als Stichwort nannte Ebert die Digitalisierung 4.0 auch im Handwerk.

Vertreter aus dem Handwerk, aus Behörden, Schulen, der Agentur für Arbeit, der Innungen und der Landes- und Kommunalpolitik waren zu Ehren der jungen Handwerkskräfte gekommen. Für Unterhaltung sorgten die Band Krämer’s Kit und ein Dutzend Seilspringerinnen zu fetzigen Beats.

Am stärksten vertreten unter den 124 Freigesprochenen sind die Anlagenmechaniker (31), die Elektroniker (23), Feinwerkmechaniker (22) und die Metallbauer (11).

Jürgen Hangstörfer, stellvertretender Kreishandwerksmeister, ehrte die Besten.

Auszeichnungen für die Besten

Von den ersten Bundessiegern bat er den Zweiradmechatroniker Motorradtechnik Gernot Schober, ausgebildet bei City-Roller (Vaihingen), auf die Bühne. Ebenfalls Bundessieger wurde als technischer Modellbauer Jan Pokorny (Walheim), ausgebildet bei Reisinger Modellbau (Erligheim).

Erste Landessieger wurden Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker Maximilian Hintzenstern (Gechingen), ausgebildet bei Kienle Automobiltechnik in Ditzingen sowie Maßschneiderin Inken Agnetha Hamlescher (Fellbach), ausgebildet von Iris Gassner Modellwerkstatt in Bietigheim-Bissingen. Zweiter Landessieger wurde die Vaihingerin Katharina Auch, Verfahrenstechnologin in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft, ausgebildet durch Firma Auch in Vaihingen.Als dritte Landessiegerinausgezeichnet wurde Sattlerin Laura Beinschrodt (Oldenburg), Ausbildungsbetrieb Lederkonzept Kaai & Bosch in Ludwigsburg.

Kammersieger wurden bei den Fotografen: Patrizia Cialfi (Remscheid) von Blitz + Pixel Fotostudio Martin Schäuble in Eberdingen; bei den Malern und Lackierern Achim Gigler (Ludwigsburg), ausgebildet bei Heinrich Schmid in Ludwigsburg. Einen Preis für sehr gute Leistungen von der Innung erhielten Clemens Kitzberger, Schreiner bei der Firma Friedrich Braun in Vaihingen; Maurer Max Bschlangaul bei Firma BEN in Oberriexingen; Maurer Florian Kirchhoff bei der Firma TPW Bau in Ingersheim. Belobigungen gab es für: Marcel Müller, Anlagenmechaniker bei Scholz in Freiberg; Sascha Berger, Elektroniker, Firma Elbo in Bietigheim-Bissingen; Tom Hertler, Feinmechaniker bei der Firma Stickel in Löchgau; Luca de Masi, Schreiner bei Hartmut Blank in Remseck); Sebastian Gaulrapp, technischer Modellbauer bei der Firma Rudolf Gaulrapp in Kornwestheim sowie für Ole Rennstich, Zimmerer bei der Firma Schäfer in Oberstenfeld.