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Weihnachtsmarkt

Wo geht’s hin: Marktplatz oder Schlosshof?

Ludwigsburg wird in diesem Jahr eine Veranstaltung bekommen, die dem Weihnachtsmarkt ähnlich ist. Dafür haben sich die Stadträte wie bereits berichtet, in ihrer Sitzung am Dienstagabend ausgesprochen. Allerdings steht noch nicht fest, wo diese Veranstaltung stattfinden wird: auf dem Marktplatz oder im Schlosshof und im Südgarten des Blüba.

Kein Weihnachtsmarkt auf dem Ludwigsburger Marktplatz. Lediglich die Lichter-Engel werden aufgestellt. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Kein Weihnachtsmarkt auf dem Ludwigsburger Marktplatz. Lediglich die Lichter-Engel werden aufgestellt. Foto: Holm Wolschendorf

Stuttgart, Esslingen, Heilbronn – alle haben sie am Dienstagabend nach Ludwigsburg geschaut. Die Entscheidung in Ludwigsburg, sie gilt als richtungsweisend für die ganze Region.

Ludwigsburg ist die erste Stadt mit einem vergleichbaren Weihnachtsmarkt, die sich schon jetzt positionieren will. „Wir brauchen vor der Sommerpause eine Entscheidung“, sagt Melanie Mitna, Veranstaltungsleiterin bei Tourismus & Events Ludwigsburg. Ludwigsburg habe einen besonders geringen Anteil an Schaustellern. Der liegt beim Barockweihnachtsmarkt bei zehn Prozent, beim Stuttgarter Weihnachtsmarkt bei 70 Prozent. „Die Schausteller können viel kurzfristiger agieren. Einen Glühweinstand kann man auch drei Tage vor Eröffnung noch organisieren“, so Mitna. Anders sehe es beim Kunsthandwerk und beim Weihnachtssortiment aus. „Die Ware muss jetzt bestellt werden“, die Händler bräuchten eine Perspektive.

„Ludwigsburg ohne Weihnachtsmarkt können wir uns nicht vorstellen“, sagte Grünen-Stadtrat Max Girrbach am Dienstagabend und sprach damit allen im Gremium aus dem Herzen. Einzig Teile der Freien Wähler könnten sich vorstellen, in diesem Jahr auf den Weihnachtsmarkt zu verzichten.

Aufgrund der Coronaverordnung, die derzeit auch noch nach dem 31. Oktober Abstands- und Hygieneregeln für Veranstaltungen fordert wird es einen Weihnachtsmarkt in der gewohnten Form nicht geben. Folgende Alternativen stehen zur Wahl: Eine Veranstaltung auf dem Marktplatz mit circa 80 Ständen (sonst sind es rund 180 Stände), ohne Gastronomie und mit einem Zaun außen rum. Die Marktplatz-Gastronomie könnte sich jedoch einbringen, so Mario Kreh, Geschäftsführer von Tourismus & Events. Denkbar sei auch eine Gastro-Option rund um die katholische Kirche.

Die zweite Variante sieht eine Kombination von Schlosshof und Blüba vor. Aufgrund des großzügigeren Platzes hätten rund 100 Stände Platz, auch Gastronomie. Allerdings könnte die Veranstaltung hier nur 16 Tage dauern, und Besucher ab 16 Jahren müssten einen Eintritt von zwei Euro bezahlen. „Das ist nicht das, was wir wollen“, so Kreh, aber ohne Eintritt wäre eine Veranstaltung in Schlosshof und Blüba zu teuer. „Normalerweise erwirtschaftet der Weihnachtsmarkt ein Plus, mit dem wir andere Veranstaltungen wie zum Beispiel den Pferdemarkt finanzieren. In diesem Jahr muss es unser Ziel sein, kostendeckend zu arbeiten.“

„Eine Veranstaltung auf dem Marktplatz würde die dortige Gastronomie und den Handel stärken“, meinte Girrbach in seiner Stellungnahme für die Grünen. Edith Klünder sprach sich für die CDU ebenfalls tendenziell für den Marktplatz aus, und erhielt Zustimmung von Daniel O’Sullivan von der SPD. „Wir sehen den Charme der Schlosslösung, aber die kürzere Dauer und der Eintritt sprechen dagegen“, so Sebastian Haag (FDP). Außerdem brauche die Innenstadt Unterstützung. Ebenfalls für den Marktplatz sprach sich Hayrettin Dogan vom Bündnis der Vielfalt aus.

Obgleich das Stimmungsbild anscheinend eindeutig war: Auf Vorschlag von Oberbürgermeister Matthias Knecht wurde die Entscheidung auf kommenden Dienstag vertagt.

Ob eine vorweihnachtliche Veranstaltung am Ende tatsächlich stattfinden kann, hängt schlussendlich auch von der Landesregierung ab. Derzeit sind ab dem 31.Oktober Veranstaltungen mit über 500 Personen erlaubt, vorausgesetzt es gibt ein entsprechendes Abstands- und Hygienekonzept. Sollte sich die Pandemielage verschlechtern, könnte diese Bestimmung verschärft werden. „Das ist ein Risiko, dessen wir uns bewusst sind“, so Melanie Mitna. Am Ende komme es auch darauf an, ob die Händler mitziehen.

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