Logo

Klinikum

Zahl der Beatmungsgeräte soll weiter wachsen

Derzeit 20 Patienten auf der Intensivstation in Behandlung – Räumliche und personelle Kapazitäten für Aufnahme von Coronafällen deutlich erweitert

64 neue Beatmungsplätze entstanden allein in Ludwigsburg – dafür fielen in allen KLB-Häusern viele andere Behandlungen aus. Foto: privat
64 neue Beatmungsplätze entstanden allein in Ludwigsburg – dafür fielen in allen KLB-Häusern viele andere Behandlungen aus. Foto: privat

Ludwigsburg. „Es zieht allmählich an.“ So beschreibt Klinkensprecher Alexander Tsongas die Lage im Ludwigsburger Klinikum. Auch in den anderen Häusern der Regionalen Kliniken Holding (RKH) wie Bietigheim, Mühlacker oder Bruchsal sei eine große Welle an Coronakranken bislang ausgeblieben.

Derzeit werden in Ludwigsburg 59 und in Bietigheim fünf Coronapatienten stationär behandelt. Mit rund 20 Patienten ist ein Drittel davon so schwer erkrankt, dass die Behandlung mit einem Beatmungsgerät notwendig wurde. Wobei diese Behandlung je nach Patient unterschiedlich lange dauern kann, bei manchen zeige sich nach ein bis drei Wochen eine Besserung. Am Coronavirus gestorben sind bisher vier Patienten.

Die Kapazität bei den Beatmungsgeräten, die man kurzfristig für die Behandlung von Coronapatienten einsetzen kann, hat der RKH-Klinikenverbund mit den beiden COVID-Zentren in Ludwigsburg und Bruchsal in den vergangenen Wochen deutlich ausgebaut und ist imstande, in der Endstufe bis zu 150 Beatmungsplätze vorzuhalten.

Und der Verbund arbeite daran, berichtet der Klinikensprecher weiter, in dieser und der nächsten Woche zusätzliche Geräte heranzuholen. Das könne über die koordinierten Beschaffungsversuche der Bundesregierung gehen. Die Bundesregierung hatte zur Aufstockung der Kapazitäten in den Krankenhäusern 10.000 neue Beatmungsgeräte bestellt. Es gibt zusätzlich eigene Bemühungen des hiesigen Klinikenverbunds, Geräte zu kaufen oder zu leihen.

Die Betreuung der Coronapatienten verteilt sich – Beispiel Ludwigsburg – auf mehrere Stufen. Patienten mit Corona-Befund oder einem Verdacht werden in der Regel vom Hausarzt, wenn es einer stationären Versorgung bedarf, in das Klinikum eingewiesen. Es kommen aber auch Verdachtsfälle direkt an. Sie alle werden zunächst in der Notaufnahme gesichtet und entsprechend ihres Schweregrads unterschiedlichen Stationen zugewiesen. Dies kann bei leichteren Verläufen eine Corona-Isolierstation sein, bei schwereren Verläufen eine Überwachungsstation für isolierte Coronapatienten oder im Falle einer notwendigen Beatmung eine speziell isolierte Intensivstation. Das ist ein Verfahren, wie es in der Vergangenheit bei Influenza-Wellen bereits üblich war.

„Wir haben den sonstigen Betrieb im Ludwigsburger Klinikum um rund 50 Prozent heruntergefahren“, berichtet Tsongas. Das bringt die räumlichen Kapazitäten für die speziellen Coronastationen. Und es schafft personelle Ressourcen, dies zum Teil auch im Vorgriff auf zu erwartenden Mehrbedarf oder krankheitsbedingten Ausfall von Mitarbeitern. „Teile der Mitarbeiter gehen in Minusstunden“, sagt Tsongas, haben also jetzt frei, um dann im Bedarf voll einsatzbereit zu sein.

Herunterfahren, das bedeutet den Verzicht „auf alles, was medizinisch nicht unbedingt notwendig ist“. Das könne zum Beispiel die Operation für eine neue Hüfte oder ein neues Knie sein. Tsongas: „Aber wir sind nach wie vor in der Lage, andere Operationen schnell durchzuführen, etwa wenn man bei einem Tumorpatienten einen Darmkrebs entfernen muss.“ Auch andere Notfälle wie Patienten mit Herzinfarkt, Schlaganfall oder Opfer von Unfällen könne man nach wie vor behandeln.

In der Coronakrise zeige sich der Vorteil eines Verbunds wie der RKH-Kliniken, sagt Tsongas. Man könne die jeweils bestehenden Kapazitäten bedarfsgerecht einsetzen und auch umverteilen. Also zum Beispiel für Coronapatienten Beatmungsgeräte dort vermehrt hinbringen, wo der Bedarf möglicherweise stärker zunimmt als in anderen Häusern.

Oder, wie bereits geschehen, in der Orthopädischen Klinik Markgröningen eine neue Einheit in Betrieb nehmen, wo Menschen aufgenommen werden, die im normalen Klinikalltag in Ludwigsburg oder Bietigheim gesundet sind, aber weiterhin betreuungsbedürftig sind. Es geht dabei meist um ältere Menschen, die derzeit wegen der Coronakrise in Alten- und Pflegeheimen keinen Platz finden. Sie können jetzt nach Markgröningen kommen, womit in anderen RKH-Häusern Betten- und Personalkapazitäten für Coronapatienten frei bleiben.

Autor: