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Leukämie

Zu Weihnachten gab’s den Spender

Seit etwa einem Jahr kämpft der zweijährige Johannes aus Ludwigsburg mit der Krankheit Leukämie. Nachdem feststand, dass nur eine Stammzellenspende helfen kann, organisierten seine Familie und Freunde eine Typisierungsaktion Mitte Dezember. „Ein passender Spender wäre das größte Weihnachtsgeschenk“, sagten seine Eltern damals. Pünktlich zu Weihnachten, am 24. Dezember, dann die gute Nachricht: Ein Spender für Johannes ist gefunden.

Hoffnung für den leukämiekranken Johannes: Es gibt einen Stammzellenspender für den zweijährigen Jungen aus Ludwigsburg. Foto: privat
Hoffnung für den leukämiekranken Johannes: Es gibt einen Stammzellenspender für den zweijährigen Jungen aus Ludwigsburg. Foto: privat

Ludwigsburg. Manchmal gehen Wünsche tatsächlich in Erfüllung. Die Eltern des zweijährigen Johannes, die in Ludwigsburg wohnen und ihren Namen nicht veröffentlichen wollen, haben nicht zu träumen gewagt, dass sich ihr sehnlichster Wunsch erfüllt. Johannes ist an Leukämie erkrankt, die einzige Chance für ihn ist eine Stammzellenspende. Als seine Familie gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eine Typisierungsaktion für Mitte Dezember plante, bot sich der Titel „Ein Spender zu Weihnachten“ an. Dass sich tatsächlich am 24. Dezember Johannes’ Arzt meldet und den Eltern mitteilt, dass ein Spender gefunden wurde, war kaum vorstellbar. „Es ist eine Riesenerleichterung und unser schönstes Weihnachtsgeschenk“, sagt der Vater von Johannes. „Wir freuen uns ganz arg.“

Im Juli wurde bei Johannes Leukämie diagnostiziert – nach sechs unsicheren Monaten, in denen die Eltern nicht wussten, was mit ihrem Sohn ist, warum er plötzlich weder laufen noch sitzen konnte. Die Chemotherapie gab zuerst Grund zur Hoffnung, denn die Zahl der Krebszellen in seinem Körper ging zurück. Ende November, an Johannes’ Geburtstag, kam dann der Rückschlag: Die Chemo schlug nicht mehr an, eine Stammzellenspende war plötzlich der einzige Ausweg. Da stand für die Eltern fest, dass sie eine Typisierungsaktion machen wollen, um einen passenden Spender für ihren Sohn und andere Erkrankte zu finden.

Johannes’ Geschichte berührte viele Ludwigsburger, denn zu der Typisierungsaktion Mitte Dezember kamen fast 800 Menschen und registrierten sich in der Datei. Dass sich Johannes’ Spender an diesem Tag in Ludwigsburg typisieren hat lassen, ist ausgeschlossen. „Das kann auf keinen Fall sein“, sagt Laura Riedlinger von der DKMS. Die Typisierungsaktion ist jetzt vier Wochen her, bis die Daten aus solch einer Aktion über die Datenbank abgerufen werden können, dauere es für gewöhnlich sechs bis acht Wochen. Außerdem sei der Spender im Regelfall bereits untersucht und gefragt worden, ob er noch zur Verfügung steht, bevor die Betroffenen von ihm erfahren. Laura Riedlinger vermutet, dass der Spender zwei Wochen, bevor Johannes’ Familie von ihm erfuhr, kontaktiert wurde. Schließlich wolle sich der Arzt auch sicher sein, dass der Spender weiterhin zur Verfügung steht und gesund ist.

Über den Menschen, der womöglich das Leben ihres Kindes rettet, wissen die Eltern nichts – außer dass er zur Spende bereit und gesund ist. „Wir hoffen, dass sowohl der Spender als auch Johannes bis zur Spende gesund bleiben“, sagt der Vater von Johannes. Die Stammzellenspende ist für Mitte Februar in Tübingen geplant, schon heute findet für die Familie dort die erste Vorbesprechung statt.

Die Freude, dass ein Spender gefunden wurde, ist bei den Eltern riesig. „Aber wir zittern trotzdem“, gibt der Vater zu. Denn sie seien sich darüber bewusst, dass die nächsten Wochen nicht einfach werden. Vier Wochen lang wird Johannes nun eine Antikörper-Therapie bekommen. Schon vor Weihnachten hat er eine solche Therapie, die Krebszellen vernichtet, erhalten. „Die Therapie schlägt bei ihm zum Glück an“, so sein Vater.

Doch die Vorbereitungen auf die Spende, bei der das Immunsystem von Johannes ganz heruntergefahren wird, sowie die Spende selbst und das Risiko, dass die neuen Stammzellen abgestoßen werden – das macht den Eltern Sorgen. „Die nächste Zeit wird sicher schwierig, aber wenn das der einzige Weg ist, dass unser Sohn wieder ganz gesund wird, machen wir es“, sagt Johannes’ Vater. Bei der Art von Krebserkrankung, der akuten lymphatischen Leukämie, sei eine Heilung durchaus möglich. Das hätten Ärzte den Eltern zugesichert.

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