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Untere Stadt

Zwei Menschen sterben bei Wohnungsbrand

Die Feuerwehr wurde am Donnerstagmorgen um kurz vor neun von einem Handwerker in die Bogenstraße gerufen. Doch für die zwei Bewohner in der Erdgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses kommt die Hilfe zu spät.

Brand in der Bogenstraße: Die Feuerwehr konnte am Donnerstagmorgen einen 73 Jahre alten Mann und seine 66 Jahre alte Frau nur noch tot bergen. Foto: Holm Wolschendorf
Brand in der Bogenstraße: Die Feuerwehr konnte am Donnerstagmorgen einen 73 Jahre alten Mann und seine 66 Jahre alte Frau nur noch tot bergen. Foto: Holm Wolschendorf

In der schmalen Einbahnstraße in der Unteren Stadt reihen sich die Einsatzfahrzeuge aneinander, das Blaulicht spiegelt sich in den Fensterscheiben. 35 Feuerwehrleute sind an diesem Morgen in der Bogenstraße vor Ort. „Sagen Sie bitte, dass den beiden nichts passiert ist“, die Nachbarin ist aufgeregt, sorgt sich um das gehbehinderte Ehepaar. „Es geht ihnen doch gut, oder?“

Doch Alexander Huppert, stellvertretender Kommandant und Einsatzleiter, hat keine guten Nachrichten für die Nachbarin, die das Ehepaar seit vielen Jahren kennt. Der 73 Jahre alte Mann und seine 66 Jahre alte Ehefrau, die in der Erdgeschosswohnung lebten, konnten nicht rechtzeitig gerettet werden. Die Tochter, die ebenfalls im Haus wohnt, war der Feuerwehr zufolge zum Zeitpunkt des Brandes nicht im Haus.

Ein Handwerker ist morgens im Nachbarhaus beschäftigt, als er bemerkt, dass Rauch durch die Wand tritt. Flammen sind jedoch nirgends zu sehen. Er alarmiert die Feuerwehr. Schnell wird den Einsatzkräften klar, dass das blaue Haus in der Bogenstraße betroffen ist. Die Fensterscheiben sind schon schwarz vor Rauch. Im Erdgeschoss schlagen sie ein Fenster ein, verschaffen sich so Zutritt zur Erdgeschosswohnung. Im Wohnzimmer finden sie zwei leblose Personen.

„Ersten Erkenntnissen nach ist das Feuer im Wohnzimmer ausgebrochen“, so Alexander Huppert. Die übrige Wohnung ist stark verraucht. Als der Brand am Donnerstagvormittag gelöscht ist, beginnen die Brandermittler mit ihrer Arbeit. Die Polizei sichert Spuren und sammelt Hinweise für die Brandursache. Am Nachmittag geben Polizei und Staatsanwaltschaft weitere Informationen bekannt.

Den ersten Ermittlungen zufolge ist das Feuer vermutlich bereits in der Nacht zum Donnerstag im Wohnzimmer ausgebrochen und führte zu einem sogenannten Glimmbrand mit starker Rauchentwicklung. Da alle Türen und Fenster geschlossen waren, erloschen die Flammen vermutlich wieder, so dass der Brand in der Nacht außerhalb des Gebäudes nicht bemerkt wurde. Die eigentliche Brandausbruchstelle wurde von den Ermittlern vor der Couch lokalisiert.

Eine technische Ursache für das Unglück konnte noch nicht ausgeschlossen werden, so der Stand der Ermittlungen am Donnerstag. Die Höhe des entstandenen Schadens ist ebenfalls noch nicht bekannt.

Wie die Polizei mitteilte, haben sich bisher keine Hinweise auf ein Verschulden Dritter am Tod des Ehepaars ergeben. Seitens der Staatsanwaltschaft Stuttgart wurde zur Klärung der Todesursache eine Obduktion der beiden Toten beantragt. Die Ermittlungen dauern an.

Es ist in dieser Woche bereits der zweite Brand im Kreis Ludwigsburg, bei dem Menschen zu Tode gekommen sind. Erst in der Nacht zum Montag starb in Steinheim beim Brand in einem Mehrfamilienhaus ein 53 Jahre alter Mann. Im Steinheimer Fall konnte ein Verschulden Dritter ausgeschlossen werden, teilte die Polizei dazu mit.

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