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Wandern im sagenumwobenen Stauferland

Kaiser Rotbart und seine Wäscherin

Menschen, Orte und Landschaften haben ihre Legenden, Sagen und Märchen. Kennen Sie die Schöne Lau aus dem Blautopf, die Eduard Mörike verewigt hat? Das Glasmännlein und die Sibylle von der Teck? Oder die Liebesgeschichte von Friedrich Barbarossa, der einst auf dem Weg von der Grablege des Staufer-Geschlechts im Kloster Lorch zum Stammsitz Hohenstaufen in der kleinen Burg Wäscherschloss seine Liebe gefunden haben soll – eine schöne Wäscherin.

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Die rote Linie kennzeichnet die Wanderstrecke, die gelben Linien Varianten des Weges.
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Ein Blick auf das Kloster Lorch. Foto: Hubert Dreher
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Ludwigsburg. Romantische Geschichten wie diese sind Ausflüge der Fantasie. Die liebliche Landschaft um den Hohenstaufen, das Herzland der Staufer, eignet sich auch für Ausflüge. Doch die Legende vom verliebten Kaiser, der die Burg der Wäscherin geschenkt haben soll, ist wohl zu schön, um wahr zu sein. Aber lebendig. So ziert das Wappen von Wäschenbeuren bis heute eine Wäscherin mit Zuber und Waschbrett.

Allerdings muss es sich um einen Vorgängerbau gehandelt haben. Denn historisch geht der Name auf Konrad den Wascher zurück. Das Wappenbild wurde dem Ort 1491 von König Maximilian I. verliehen. Der Überlieferung nach hat sich Friedrich Barbarossa auf der Burg Hohenstaufen aufgehalten. Er könnte also ins nahe Wäschenbeuren geritten sein. Denn der Stammsitz des Kaisergeschlechts und das malerisch über dem Remstal gelegene Kloster Lorch liegen dicht beieinander. Nahe genug, um auf Kaisers Spuren zu wandeln oder zu radeln. Dazu gibt es zwischen Wäscherschloss, Lorch, dem Hohenstaufen und Hohenrechberg viele Möglichkeiten (siehe der Literaturtipp, oder im Internet: www.stadt-lorch.de und www.schloesser-und-gaerten.de). Auch dort finden sich Routen. Diejenigen, die gut zu Fuß sind, können sie kombinieren.

Anfahrt: B 29, Ausfahrt Lorch, rechts hinauf die B 297 Richtung Wäscherhof.

Wanderroute: „Anspruchsvoll, aber schön“, nennt Hansi Ginglseder, Wanderwart von Wäschenbeuren (Schwäbischer Albverein), eine Strecke vom Wäscherschloss zum Kloster und wieder zurück. Bergab und bergauf überwindet man dabei etwa 400 Höhenmeter. Etwa vier Stunden benötige man für die etwa 14 Kilometer lange Rundwanderung. Ginglseder empfiehlt, die Wanderung am Waldparkplatz des Wäscherschlössles zu beginnen, das man auch besichtigen kann (Donnerstag bis Sonntag 13 bis 17 Uhr). Wir wandern also die Wäscherburgsteige oder das Beutental-Sträßchen, das an Wochenenden und Feiertagen für den Verkehr gesperrt ist, bergab in Richtung Beutental/Lorch (Wanderzeichen blaues Kreuz, W1). Es geht am Waldcafé Beutental und der Beutenmühle vorbei.

An der Weggabelung unweit der B 29 verlassen wir das Sträßchen und biegen links auf den Weg mit dem blauen Punkt ab – in Richtung Muckensee. Kurz vor dem See gabelt sich der Weg, halb rechts geht es direkt über die B 297 zum Waldcafé Muckensee. Halblinks geht es weiter im Wald zum Muckensee und dem Waldcafé. Dort gibt es auch einen Wanderparkplatz. Beim Muckensee geht es über die B 29, geradeaus auf das Kloster Lorch zu. Wir folgen der Straße ein kurzes Stück, um nach rechts in den Fußweg hinauf zum Kloster abzubiegen. Dort lockt am 20. und 21. September wieder der Historische Staufermarkt – mit Lager, Schwertkämpfen, Gauklern, Spielleuten, Händlern und Tavernen. Die Tageskarte für Familien kostet inklusive der Führungen 17 Euro ( www.kloster-lorch.com).

Auf dem gleichen Weg können wir zurück zum Wäscherschloss. Wir gehen am See entlang, biegen nach links (blauer Punkt) ab, um an der nächsten Weggabelung rechts bergaufwärts Richtung Oberkirneck zu gehen. Am Querweg halten wir uns rechts, verlassen den Wald, kommen zum Verbindungsweg zwischen Schnellhöfle und Oberkirneck. Dort wenden wir uns nach rechts, laufen ins Dorf hinein, biegen links in die Wäscherhofstraße ab, die uns in 2,6 Kilometern ans Ziel bringt. Das Zeichen roter Strich des Wanderweges 7 weist uns den Weg. Wir spazieren am Golfplatz vorbei, biegen an der nächsten Kreuzung, wo es nach Lindenbronn geht, rechts ab – Richtung Wäscherhof, vorbei am Gasthof Wäscherschloss, hin zur Burg.

Leibliches Wohl. Neben den genannten Einkehrmöglichkeiten kann man sich bei Kaffee und Kuchen auch im Burgcafé stärken, ebenso wie im Klostercafé in Lorch.

Karten: Mit dem passenden Kartenmaterial kann man verschiedene Wanderungen planen. Freizeitkarte F521 Göppingen, die Karte 13 Göppingen/Schorndorf des Schwäbischen Albvereins oder ein Navi mit Fußgängermodus.