Katis Trends
10. April 2018

Mode nach Maß – Besuch in einem Maßschneider-Atelier

Perfekt sitzende Kleidungsstücke ohne Kompromisse: genau das bietet die Maßschneiderei. Ulrike Mayer, Textilbetriebswirtin und Expertin für „Kleidungskompetenz“ mit eigenem Atelier in Besigheim, erklärt uns, wie der individuelle Beratungsprozess funktioniert und was die Maßkleidung einzigartig macht.

Fotos: kalü/LKZ
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Die meisten Kunden kommen mit einem bestimmten Wunsch in ihr Atelier, sagt Ulrike Mayer. Die Expertin hat stets ein Ziel vor Augen: die vollkommene Zufriedenheit der Kunden. So kann in der Beratung kann auch eine ganz neue Idee entstehen. Für jemanden, der noch nie ein Maßschneider-Atelier besucht hat, ist ein extravagantes Kleidungsstück, das womöglich selten getragen wird, kein idealer Anfang. Der Kunde soll im Alltag am neuen Kleidungsstück viel Freude haben, und das heißt auch, dass sein Geld gut angelegt ist. Für Ulrike Mayer ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Maßkleidung nicht mit einem elitären Gedanken verknüpft wird. Einige Kunden können sich eher selten ein individuelles, auf dem eigenen Leib geschnittenes Lieblingsstück leisten, dafür aber erhalten sie Perfektion ohne Einschränkungen.

 

Wenn das gewünschte Kleidungsstück feststeht, geht es zunächst um das Maßnehmen, das bei den Damen durch das Halbmaß-Verfahren erfolgt. Das heißt, dass ein Musterstück angezogen wird, dessen Maße an den Körper perfekt angepasst werden. Ein Maß kann für mehrere Kleidungsstücke genommen werden. Ein Blazer kann kürzer (moderner Schnitt) oder länger (klassischer Schnitt) angefertigt werden, und bei einer erheblicher Verlängerung wird ein Gehrock oder eine lange Übergangsjacke daraus. Maßkleider erzeugen nicht nur ein anderes Körpergefühl, sagt Ulrike Mayer, sie können auch je nach Wunsch eine besondere Optik abbilden. Zum Beispiel würde ein kräftig gebauter Mann bei der Konfektionskleidung womöglich nie in einen Slim-Line-Anzug reinpassen, bei dem maßgeschneiderten Stück ist es möglich, mit kleinen Anpassungen eine schmale Optik zu erzeugen.

 

Nach dem Maßnehmen geht es zunächst um die Grundschnitte in der Beratung weiter. Ulrike Mayer leitet ihre Kunden mit geschultem Auge und Fingerspitzengefühl durch die zahlreichen Modelle und Möglichkeiten bei dem werdenden Kleidungsstück. Das Modell wird typgerecht ausgewählt, aber damit ist die Arbeit noch längst nicht getan. Die Details wie zum Beispiel Reversform, Länge, Abnäher, Abstiche, Taschen bestimmen das Wesen eines Blazers. Die Zahl der Knöpfe am Ärmel ist auch zu definieren und man ahnt nicht, wie viel die Farbe der Knopflöcher und Abnäher ausmachen kann. Auch bei den Hemden und Blusen aus feinster ägyptischer Baumwolle werden diese wichtigen Details anhand einer Knopflochkarte und Knopfkarte ausgewählt. Das eigene, eingenähte Monogramm vollendet ein Oberteil perfekt.

 

Ulrike Mayer bietet eine Auswahl von mehr als 20 000 Stoffen. Erfahrungsgemäß reicht aber ein Stoffbündel, wenn sich im Beratungsgespräch die Vorstellungen konkretisiert haben. Sie arbeitet mit den fünf größten europäischen Stoffwebereien zusammen, die die feinsten Cord, Baumwoll, Tweed-, Seide- und Leinenstoffe anbieten. Alle Stoffe stehen für beide Geschlechter zur Auswahl. Bei den Herren im Business-Bereich ist Innenfutter noch ein Thema für sich. Die Firma BusinessPunks bietet ein breites, künstlerisch gestaltetes Sortiment für das kreative Innenleben der Sakkos. Das hebt den Träger nicht nur von der Masse ab, sondern bietet auch gediegenen Geschäftsmännern einen spannenden Spielraum.

 

KALÜ
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