Basketball
Ludwigsburg | 13. Oktober 2017

Doppelspieltag im Bundesliga-Alltag

Basketball zwischen Bundesliga-Alltag und Champions-League-Stress: Die Ludwigsburger Riesen wollen sich trotz des Mammutprogramms nicht aus der Spur bringen lassen. Zum Auftakt des Doppelspieltags in der Bundesliga gastiert heute Abend Gießen 46ers in der MHP-Arena (20.30 Uhr), am Sonntag geht’s nach Braunschweig.

Legt sich für die MHP-Riesen mächtig ins Zeug: Neuzugang Dwayne Evans.Foto: Baumann
Legt sich für die MHP-Riesen mächtig ins Zeug: Neuzugang Dwayne Evans.Foto: Baumann

Ludwigsburg. Nach inzwischen neun Pflichtspielen mit neun überzeugenden Siegen bleibt John Patrick nichts anderes übrig, als in Optimismus zu schwelgen. „Ich bin begeistert über einige Dinge, insbesondere darüber, wie wir die Energie halten und als Team zusammenarbeiten“, lobt der Coach seinen neu formierten Kader, der auf dem Feld längst als eine eingeschworene und homogene Einheit, die den Gegnern das Fürchten lehrt, operiert.

Doch Patrick wäre nicht Patrick, wenn er die Euphorie nicht bremsen und den Erfolg auf Normalmaß relativieren würde: „Am Ende waren es nur ein Champions- League- und zwei Bundesligaspiele, das andere zählt nicht“, sagt der Coach nach dem 103:70-Erfolg gegen Paok Saloniki und blickt trotz der „vielen positiven Dinge“ und der erreichten Zwischenziele bereits nach vorn: „Es ist wichtig, auf dem Boden zu bleiben, denn noch liegen 32 Bundesligaspiele und mindestens 13 Champions-League-Partien vor uns – vermutlich deutlich mehr.“

Wie schon in der vergangenen Saison wird Patrick nicht müde, auf die außergewöhnliche Belastung hinzuweisen. Hauptziel sei wiederum das Erreichen der Play-offs in der BBL. Davor stehen aber nach dem „überstandenen Abenteuer“ in der Champions-League-Qualifikation mit Reisen nach Bosnien, Rumänien und Brüssel in den nächsten Monaten je zehn Spiele, also mindestens zwei Spiele pro Woche. „Das ist eine Belastung, die andere nicht hatten“, so der Coach.

Nach den jeweils geglückten Heimdebüts in der BBL und der Champions League geht es für die Riesen also Schlag auf Schlag weiter. Heute Abend empfangen die Ludwigsburger die Gießen 46ers in der MHP-Arena. Ein Spiel, das vor allem für die Ludwigsburger Zugänge Dwayne Evans und Justin Sears von besonderer Bedeutung sein dürfte. Beide waren noch in der Vorsaison für die Mittelhessen aktiv. „Das ist alles andere als business as usual“, meinte Evans, der bisher starke erste Auftritte abgeliefert hat.

Für John Patrick haben sich sowohl Evans als auch Sears bislang gut integriert. Obwohl beide Spieler im Grunde „No names“ gewesen seien, passten sie sehr gut ins Mannschaftsgefüge der Riesen. Evans sei „enorm hungrig“, was er mit 15 Punkten (7 davon im Schlussviertel) gegen Paok unterstrichen habe. Sears, von Haus aus eher Power Forward, habe auch als Brettspieler seine Rolle gefunden. Wie Ludwigsburg hat auch Gießen ein rundum erneuertes Team. Mit Benni Lischka, Marco Völler und Jahenns Mannigat stehen aus der Vorsaison nur noch drei Spieler im Team. Unter den Neuzugängen ist auch der ehemalige Liga-MVP John Bryant. Der ehemalige Bayern-Profi markierte bis dato 7,3 Punkte pro Spiel und 8,7 Rebounds. Topscorer Gießens ist im bisherigen Saisonverlauf Small Forward Jamar Abrams mit 14,7 Punkten. Neu an der Seitenline ist der frühere Ludwigsburger Spieler und langjährige Hagener Coach Ingo Freyer. Gießen ist mit drei Niederlagen gestartet. Zuletzt gab es ein 71:96 gegen den Liganeuling Oettinger Rockets.

Am Sonntag geht es für die Ludwigsburger gleich weiter mit dem Duell gegen die Löwen Braunschweig. Die Braunschweiger konnten aus ihren ersten vier Spielen einen Sieg (gegen Bremerhaven) einfahren. Am Mittwoch unterlag das Team von Trainer Frank Menz in Frankfurt mit 71:78, zuvor gegen Bonn. „Braunschweig hat geführt und erst am Ende verloren“, warnt Patrick vor den Niedersachsen, die im Gegensatz zu den Riesen „ausgeruht und frisch ins Spiel gehen werden“.

von andreas steimann
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