Basketball
München | 11. Dezember 2017

Gegen den Spitzenreiter fehlt den Riesen die Erfahrung

Das Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga war eine klare Sache. Mit 71:90 unterlagen die MHP-Riesen Ludwigsburg beim Tabellenführer FC Bayern München.

Schwerer Stand: Riese Dwayne Evans (links) gegen Danilo Barthel (links) und Maik Zirbes.Foto: Eibner
Schwerer Stand: Riese Dwayne Evans (links) gegen Danilo Barthel (links) und Maik Zirbes.Foto: Eibner

Den Ausflug in die bayerische Landeshauptstadt haben sich die meisten der gut 200 mitgereisten Fans der MHP-Riesen Ludwigsburg anders vorgestellt. Und auch das Team hatte sich vom Duell mit Spitzenreiter FC Bayern München mehr erhofft.

Doch das Aufeinandertreffen der bisher besten Teams der Basketball-Bundesliga war eine klare Sache. Beim 91:71-Sieg untermauerten die Bayern am Samstagabend in aller Deutlichkeit ihre Ansprüche auf den ersten Platz. Mit Applaus versuchten die Ludwigsburger Fans ihre Mannschaft nach der Schlappe zu trösten. Vergeblich, der Frust saß tief bei den gelb-schwarzen Spielern. „Das war ein klarer Sieg. Bayern war über das ganze Spiel athletischer. Sie haben uns mit vielen Fastbreaks wehgetan“, sagte Riesen-Trainer John Patrick.

Dabei ging für Ludwigsburger gut los. Unter anderem durch zwei erfolgreiche Dreipunktewürfe von Kerron Johnson erarbeiteten sich die Riesen nach drei Minuten eine 12:2-Führung. Auch zwei Minuten später sah es noch gut aus. Center Johannes Thiemann traf ebenfalls aus der Distanz zum 7:17 – danach bekam Ludwigsburg Nervenflattern. München riss die Partie an sich.

Das gelang, weil die Konzentration bei einigen Riesen nachließ. In der Defensive wurden Würfe nicht mehr konsequent unterbunden und im Angriff mehrten sich die Ballverluste. Zudem wurden freie Würfe oft abgebrochen und der Ball lief nicht mehr rund in den schwarz-gelben Reihen. „Das waren keine Tricks, sondern fundamentales und schnelles Basketball“, analysierte Patrick die Stärken des Gegners. 19 Punkte erzielte der Spitzenreiter durch Tempogegenstöße.

Es dauerte nicht lange, bis die Bayern die Führung eroberten und ausbauten. Nach dem ersten Durchgang lag Ludwigsburg mit 23:27 zurück, im zweiten Viertel ging es gerade so weiter. „Wir hatten zwischen der sechsten und 13. Minute einen Blackout“, beschrieb Patrick die spielentscheidende Phase. Erst in Fahrt gekommen ließ sich der FCB nicht mehr stoppen. Zu breit war der Kader. Durch die Rotation entstand kein Leistungsgefälle und das, obwohl Spielmacher Stefan Jovic in der 5. Minute verletzt ausgewechselt werden musste. Dem zollte auch Patrick Respekt: „Ich bin beeindruckt von der Tiefe des FC Bayern.“

Der US-amerikanische Coach wirkte nach der unerwartet hohen Niederlage gegen den Spitzenreiter recht gelassen. „Natürlich hätten wir besser spielen können, aber daraus müssen wir lernen. Wir haben viele Spieler, für die so ein Spiel von der Bedeutung und der Atmosphäre etwas neues war“, bilanzierte Patrick. Auch als sich die Mannschaft nach der Begegnung enttäuscht in einem Spielerkreis zusammen kam, sagte er seinen Jungs: „Wir sind besser, als wir es heute gezeigt haben.“

Ob die Niederlage bei den Ludwigsburgern Spuren hinterlässt, wird sich schon bald zeigen. „Jetzt ist jeder erstmal geknickt. Aber durch den internationalen Basketball können wir nicht die Köpfe hängenlassen, sondern müssen nach vorne schauen“, sagte der Nationalspieler. Am Mittwoch (19.30 Uhr) geht es in der Champions League gegen Paok Saloniki, am Samstag kommt um 20.30 Uhr in der Bundesliga Spitzenteam Bayreuth in die MHP-Arena.

Marco Jaisle
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