Basketball
Ludwigsburg | 11. Mai 2017

Ligaprimus zeigt seine wahre Stärke

Das Play-off-Viertelfinale zwischen Ludwigsburg und Ulm ist wieder völlig offen. Gestern Abend zeigte der Ligaprimus in der ausverkauften MHP-Arena vor allem in der zweiten Spielhälfte sein ganzes Potenzial und glich mit dem verdienten 82:76 (40:40)-Erfolg die Best-of-Five-Serie zum 1:1 aus.

Play-off-Viertelfinale hautnah: Drew Crawford (rechts) gegen den Ulmer Raymar Morgan. Foto: Baumann
Play-off-Viertelfinale hautnah: Drew Crawford (rechts) gegen den Ulmer Raymar Morgan. Foto: Baumann

Bis Mitte des dritten Viertels war die Partie ausgeglichen, als sich in der Schlussphase aber die Fehler bei den Gastgebern häuften, hatten die MHP-Riesen trotz starker Moral der Routine und Energie des Hauptrundenersten nicht mehr genug entgegenzusetzen.

Erstmals seit Mitte April konnte Trainer John Patrick wieder auf eine Zwölfer-Rotation zurückgreifen. Kelvin Martin stand im Aufgebot. Für Tekele Cotton, am Freitag erneut an der Hand operiert und mit dickem Verband am Spielfeldrand, kam ein Einsatz aber noch zu früh. Auf Ulmer Seite fehlten weiterhin Tim Ohlbrecht sowie Da‘Sean Butler.

Im schon fünften Vergleich dieser Saison (Stand bislang 3:1 für Ludwigsburg) ging es von Beginn an zur Sache. Nach zwei vergebenen Distanzwürfen von Ulms Per Günther eröffneten DJ Kennedy und Drew Crawford die Partie zum 4:0. Neben Kennedy gingen Rocky Trice – am Samstag in Ulm mit 25 Punkten der Topscorer – und Martin voll motiviert in den Kampf. Keine fünf Sekunden auf dem Feld, legte Trice seinen ersten Dreier zur 12:7-Führung.

Doch wie schon in Ulm hatten beide Teams auch diesmal ihre Schwachpunkte. „In den Play-offs geht es immer um Verbesserungen und Umstellungen. Gerade in der Defensive müssen wir einen besseren Job machen und zu unserem Spiel zurückkehren“, hatte Patrick gewarnt. Tatsächlich ging das Rebound-Duell (29:44) auch diesmal klar an den Hauptrundenersten. Das Team von Thorsten Leibenath zeigte lediglich aus der Distanz Defizite (am Ende 30 Prozent). Mit einer knappen 21:20-Führung der Gastgeber ging es ins zweite Viertel.

Dank Johannes Thiemann, Martin, Trice und Kennedy sowie einem Dreipunktwurf von Cliff Hammons, der nach einem Steal von Thiemann mustergültig bedient wurde, zogen die Riesen mit einem 10:0-Lauf auf 33:25 davon. Leibenath nahm binnen weniger Minuten zwei Auszeiten, Ulm rückte durch Casey Prather heran und ging durch Chris Babb mit 36:35 in Führung. Nach einem Dreier von Martin ging es ausgeglichen beim Stand von 40:40 in die Pause.

Fortan wurde die intensive Partie wie schon im Hinspiel ein echter Krimi und ein Spiel der Nerven. Schrittfehler und Ballverluste wechselten mit sehenswerten Ballgewinnen und Blocks. Und plötzlich zeigten die Ulmer, warum sie als der souveräne Ligaprimus in die Play-offs gestartet sind. Traumhaft sichere Kombinationen brachten dank Braydon Hobbs die 62:54-Führung vor dem Schlussviertel.

Ludwigsburg wackelte, kam durch Hammonds und McCray aber noch einmal auf 67:73 und wenig später auf 70:75 heran. Dann aber lief den Riesen die Zeit davon und Ulm brachte unter dem Jubel seiner mitgereisten Fans den Auswärtssieg ungefährdet unter Dach und Fach. Am Samstag steht in Ulm Spiel 3 auf dem Plan – es könnte die Vorentscheidug werden.

von andreas Steimann
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