Play-off-Viertelfinale
Ludwigsburg | 17. Mai 2017

MHP-Riesen erzwingen mit Kraftakt das fünfte Spiel

Basketball am Rande des Wahnsinns. Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben gestern Abend in einer an Dramatik nicht zu überbietenden Partie ein fünftes Play-off-Viertelfinale erkämpft. Am Ende hatte die entnervten Ulmer dem Kampfgeist der Ludwigsburger nichts mehr entgegenzusetzen, sie verloren 76:84. Bereits am Donnerstag kommt es zum Showdown in Ulm.

Jack Cooley nicht zu bremsen. Seiner Energie haben Raymar Morgan (l.), Karsten Tadda und Chris Babb (r.) kaum etwas entgegenzusetzen. Foto: Baumann
Jack Cooley nicht zu bremsen. Seiner Energie haben Raymar Morgan (l.), Karsten Tadda und Chris Babb (r.) kaum etwas entgegenzusetzen. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Play-off-Feeling pur in der erneut ausverkauften MHP-Arena. Wie schon in Spiel 3 in Ulm starteten die Riesen nervös, fingen sich dann aber in der zweiten Spielhälfte dank ihrer unerschütterlichen Moral und dürfen beim Stand von 2:2 weiterhin von zweiten Halbfinaleinzug nach 2007 träumen.

Dabei fing es hanebüchen an. Cliff Hammonds leistete sich nach der 3:2-Führung ebenso wie Kelvin Martin einen Fehlversuch aus der Distanz. Riskante Zuspiele in der Offensive häuften sich, die Ulmer hingegen waren von Beginn an hellwach und gingen entschlossen zur Sache. Chris Babb und Augustine Rubit brachten Ulm mit 18:12 in Führung.

Doch dann hatten auch die Riesen ihre höchste Betriebstemperatur erreicht. DJ Kennedy und Chad Toppert mit seinem ersten von drei Dreiern brachten die Gastgeber auf 19:18 nach vorn. Nach dem bisher besten Play-off-Auftritt in Spiel drei hatte Ulms Coach Thorsten Leibenath die Anpassungsfähigkeit seines Teams gelobt, Riesen Coach John Patrick vor neuerlichen „Blackouts“ gewart. Ulm behielt auch diesmal kühlen Kopf, während sich auf Ludwigsburger Seite die einfachen Fehler häuften.

Viele Nahdistanzwürfe verfehlen ihr Ziel

In einer hitzigen und intensiv geführten Partie fanden viele Würfe aus der Nahdistanz – ob von Hammonds oder vom erneut ungestümen Kennedy – nicht ihren Weg ins Ziel. Mit einer Trefferquote von 37 Prozent und einer mageren Freiwurfquote hatten die Gastgeber größte Probleme, das Spiel offen zu gestalten. Weil auch Ulm nicht fehlerfrei spielte, ging es beim Stand von 34:35 in die Pause.

Danach nahm die Partie endgültig Fahrt auf. Brad Loesing und Jack Cooley – mit 23 Punkten erneut Topscorer des Spiels – waren nun nicht mehr zu bremsen. Beide zogen mit ihrer Energie die Riesen zum hochverdienten Triumph. Noch ist alles offen, am Donnerstag muss das fünfte Spiel in Ulm über den Halbfinaleinzug entscheiden. Der Gegner in der Runde der letzten Vier wird Oldenburg sein.

von andreas Steimann
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