Basketball Champions League
Ludwigsburg | 17. Januar 2018

Riesen im Schongang ins Achtelfinale

Am elften Spieltag der Champions League haben die Ludwigsburger Basketballer vorzeitig die Play-offs festgezurrt. Gegen das lettische Team von BK Ventspils gewannen die MHP-Riesen gestern Abend mit 84:68 (38:33) und können damit nicht mehr von einem der ersten vier Plätze verdrängt werden.

Die Topscorer unter sich: Ludwigsburgs Dwayne Evans erzielt 20 Punkte (l.), Ingus Jakovics von Ventspils bringt es auf 17 Zähler. Foto: Baumann
Die Topscorer unter sich: Ludwigsburgs Dwayne Evans erzielt 20 Punkte (l.), Ingus Jakovics von Ventspils bringt es auf 17 Zähler. Foto: Baumann

Just in dem Moment, als Trainer John Patrick nach vier Spielminuten wegen zu vieler Nachlässigkeiten seines Teams die erste Auszeit nahm, war das Spiel in Saloniki entschieden: Paok setzte sich mit 90:81 gegen den einzig verbliebenen Konkurrenten um den Achtelfinaleinzug der Gruppe B, Elan Chalon, durch. Damit war früh klar: Bei einem Sieg hätten die MHP-Riesen die Play-offs sicher.

Von einem Aufschwung fürs Spiel war zu diesem Zeitpunkt allerdings wenig zu sehen. Die Riesen leisteten sich von Beginn an etliche Unkonzentriertheiten. Ventspils ging mit dem nötigen Elan in die Partie, wohl wissend, dass nur ein Sieg in Ludwigsburg den Letten die Chance zum Weiterkommen offen halten würde. Erst ein Dunking von Justin Sears und ein energischeres Zupacken in der Defensive von Johannes Thiemann und Dwayne Evans sicherte die knappe 19:18-Führung nach dem ersten Viertel.

Evans, am Ende mit 20 Punkten bester Riesen-Scorer, eröffnete mit vier Punkten in Folge das zweite Viertel. Und als Roberts Freimanis nach einem eigenen Foul verletzt vom Feld musste, war der Weg zu einem beherzteren Auftritt der Gastgeber frei. Erneut Evans schnappte sich den Ball bei einem Einwurf der Letten und traf zur beruhigenden 34:20-Führung. Die Partie blieb dennoch auf mäßigem Niveau. Kein einziger Dreier der Ludwigsburger fand in der ersten Spielhälfte sein Ziel. Weil sich Ventspils aber zu viele Ballverluste leistete und aus dem Fed nur schwach traf, ging es mit einer 38:33-Führung der Gastgeber in die Pause.

Danach bewiesen die Riesen, dass sie jederzeit zulegen können. Endlich war Feuer unterm Dach der MHP-Arena. Kerron Johnson, Adika Peter-McNeilly und Elgin Cook trafen aus der Distanz und brachten mit einem 12:0-Lauf die 50:35-Führung. Ventspils resignierte nicht, hatte aber den Gastgebern, die nun cool ihr Pensum absolvierten, nichts mehr entgegenzusetzen.

In den ausstehenden drei Vorrundenspielen geht es für die Ludwigsburger Riesen vor allem um eine günstige Platzierung in der Gruppe B. Für das Achtelfinale werden die vier erstplatzierten Mannschaften der vier Gruppen in einen Topf gegeben, sie werden den jeweils Viertplatzierten der Gruppen zugelost. Die jeweils Zweiten spielen gegen die Dritten. Das Achtelfinale steht am 6. März und am 14. März statt. Zuvor warten Bundesliga und Pokal: Am Wochenende will sich die Mannschaft von John Patrick bei Alba Berlin für die schmerzliche Niederlage in der BBL revanchieren – und für das Pokal-Final Four qualifizieren.

Andreas Steimann
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