Basketball-Bundesliga
Frankfurt/Ludwigsburg | 05. Februar 2018

Riesen kämpfen Frankfurt nieder

Mit einem Kraftakt und einem überragenden Thomas Walkup setzen die MHP-Riesen Ludwigsburg ihren Höhenflug in der Basketball-Bundesliga fort. Den 88:81 (45:49)-Sieg gestern in Frankfurt reißen sie in den letzten vier Minuten an sich.

Intensives Spiel: Riese Adika Peter-McNeilly (rechts) im Duell mit Frankfurts Tai Webster.Foto: Hübner
Intensives Spiel: Riese Adika Peter-McNeilly (rechts) im Duell mit Frankfurts Tai Webster.Foto: Hübner

36 Minuten waren gestern vor 4860 Zuschauern gespielt, da begann die intensive Basketball-Partie in der Fraport-Arena von vorne. Beim Stand von 76:76 schwang sich Thomas Walkup zum Matchwinner auf, obwohl auch er schon rechtschaffen müde war. Erst lieferte er seinem Kapitänskollegen David McCray einen perfekten Assist, dann markierte er die letzten zehn Zähler des Spiels für Ludwigsburg höchstpersönlich.

„Wenn wir gut verteidigen, dann sind wir schwer zu schlagen“, erklärte der Amerikaner nach der Liveübertragung bei Telekombasketball.de. Es war ein hart erkämpftes Happy-End, nachdem die von Verletzungen gebeutelten Skyliners lange Zeit geführt hatten. Das Fehlen von Center Johannes Thiemann (Riss der Bizepssehne im rechten Oberschenkel), der Ausfall von Spielmacher Kerron Johnson im Schlussviertel (5. Foul), ein leidenschaftlich um seine Play-off-Chance kämpfender Kontrahent – es schien, als würden die Probleme der vom internationalen Geschäft gestressten Patrick-Truppe über den Kopf wachsen. Allen Widrigkeiten zum Trotz fand sie jedoch noch einen Ausweg.

Gäste führen nur zweimal

Nur zweimal führten die Gäste in der ersten Halbzeit (24:23 und 29:28), ansonsten gestatteten sie den wurffreudigen Frankfurtern zu viele Freiheiten. Tai Webster (24 Zähler), der Ex-Ludwigsburger Shawn Huff (17) und Quantez Robertson (10) versenkten ihre Drei-Punkte-Würfe nach Belieben. Insgesamt standen für die Skyliners 15 (!) erfolgreiche Dreier zu Buche. Zudem wuchsen die jungen Akteure aus Frankfurts Pro-B-Team über sich hinaus.

Bei Halbzeit lagen die Riesen 45:49 zurück, suchten auch danach vergeblich ihre sonstige Abwehrstärke und agierten in der Offensive zu hektisch. Frankfurt nahm eine 72:63-Führung mit ins Schlussviertel, zollte dann aber seinem immensen Aufwand Tribut, obwohl Johnson entgeistert sein 5. Foul akzeptieren musste.

Angeführt von Walkup gelang Ludwigsburg in den letzten zehn Minuten ein 25:9-Lauf. In der Defensive packten die Riesen endlich entschlossen zu. „Wir haben dem Druck nicht mehr Stand gehalten“, räumte Flügelspieler Marco Völler ein. 17 Ballverluste leistete sich Frankfurt in der zweiten Hälfte. Davon profitierten insbesondere Walkup (27 Punkte), Justin Sears (13), Elgin Cook (13) und Dwayne Evans (12). Letzterer trug mit neun eroberten Abprallern entscheidend dazu bei, dass die Riesen den Reboundvergleich mit 33:26 für sich entschieden.

„Unsere Pressverteidigung hat erst im vierten Viertel Früchte getragen“, atmete Coach John Patrick auf.

Erich Wagner
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