Basketball Champions League
Ludwigsburg | 20. Dezember 2017

Riesen zollen Titelverteidiger Tribut

War das schon das vorweggenommene Finale der diesjährigen Champions League? Was Kampfgeist und Defensivstärke der MHP-Riesen auf der einen und Intensität und Spielklasse von Iberostar Teneriffa auf der anderen Seite betrifft, durchaus möglich. Wie schon im Hinspiel behielten die Spanier die Oberhand und gewannen vielleicht einen Tick zu deutlich mit 83:62..

In die Zange genommen: Dwayne Evans (links) und Johannes Thiemann (rechts) attackieren Fran Vazquez (Teneriffa).Foto: Baumann
In die Zange genommen: Dwayne Evans (links) und Johannes Thiemann (rechts) attackieren Fran Vazquez (Teneriffa).Foto: Baumann

Ludwigsburg. Dass sich mit Iberostar Teneriffa den 2201 Zuschauern in der MHP-Arena nicht nur ein würdiger Titelverteidiger präsentieren würde, sondern auch ein reifes und abgeklärtes Team, das diese Auszeichnung gerne bestätigen möchte, zeigte sch von Beginn an. Athletisch, flink, ballsicher und zielstrebig – so präsentierte sich das Ensemble von den Kanaren bis zur schnellen 5:12-Führung.

Ludwigsburg spielte nervös, Schrittfehler und kompliziertes Passspiel sowie eine hohe Fehlerquote bei den Wurfversuchen prägten das Spiel der Gastgeber, die nach ihrem Husarenritt gegen Bayreuth in der Basketball-Bundesliga etwas überheblich wirkten und nicht zu ihrem Rhythmus fanden. Teneriffa schaltete souverän. Mateusz Ponitka, der schon im ersten Viertel zweistellig traf, Spielmacher Rodrigo San Miguel sowie Routinier Davin White bauten die Führung zum 26:17 aus.

Kräfteverschleiß wird deutlich

Nur 30 Prozent ihrer Feldwürfe und schwache 20 Prozent von der Dreierlinie fanden anfangs ihr Ziel. Doch die Nervosität der Gastgeber wirkte ansteckend. Mehr als fünf Minuten traf zu Beginn des zweiten Viertel keines der beiden Teams. Erst eine Auszeit zunächst von John Patrick, wenig später von Teneriffa-Coach Fotis Katsikaris brachten die Wende. Plötzlich war Feuer unterm Dach, die Ludwigsburger Defensivmaschine kam auf Touren. Ein Block von Justin Sears war der Weckruf zu einer kleinen Aufholjagd zum 24:29, beim Stand von 30:35 ging es in die Pause. Danach offenbarten beide Teams, warum sie zurecht um die Tabellenspitze in der Gruppe B der Champions League und den Einzug in die Play-offs kämpfen. Die Partie gewann an Tempo und Klasse, aber auch an Härte. Mit Thomas Walkup (am Ende 20 Punkte) kamen die Riesen dem Ausgleich nahe (39:41). Doch Teneriffa hielt dagegen und zog dank seiner Rebound-Überlegenheit und der starken Dreierquote (50 Prozent) bis zum Viertelschluss auf 45:57 davon.

Im Schlussviertel machte sich der Kräfteverschleiß bei beiden Teams deutlich bemerkbar. Die müden Riesen hatten der Aggressivität der Spanier wenig entgegenzusetzen und vernachlässigten ihre Defensivarbeit. Dann aber ging noch einmal ein Ruck durch das Team. Angeführt von Walkup versuchten die Ludwigsburger, doch noch heranzukommen.

Allein Kostas Vasileiadis, der mit seinen Distanzwürfen immer wieder Nadelstiche setzte und am Ende mit 17 Punkten Topscorer der Gäste war, machte alle Anstrengungen der Riesen zunichte.

von andreas steimann
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