Deutsche Eishockeyliga 2
Garmisch-Partenkirchen | 23. April 2018

Steelers feiern vierte Meisterschaft

Der Jubel bei rund 700 mitgereisten Bietigheimern kannte keine Grenzen: Die Bietigheim Steelers haben beim SC Riessersee nach nur fünf Spielen in der Finalserie der Deutschen Eishockeyliga 2 den Gewinn der vierten Zweitliga-Meisterschaft mit einem 2:0-Sieg perfekt gemacht.

Wie eine Wand: Ausgelassen feiern die Bietigheim Steelers mit ihren Fans nach dem Triumph in Garmisch-Partenkirchen ihre nun schon vierte Zweitliga-Meisterschaft.Fotos: Baumann
Wie eine Wand: Ausgelassen feiern die Bietigheim Steelers mit ihren Fans nach dem Triumph in Garmisch-Partenkirchen ihre nun schon vierte Zweitliga-Meisterschaft.Fotos: Baumann
Kevin Gaudet
Kevin Gaudet

Es waren bemerkenswerte Szenen, die sich in den Schlusssekunden ereigneten: Helme und Handschuhe flogen mit der Schlusssirene in die Luft, eine grün-weiße Jubeltraube bildete sich auf dem Eis und aus dem Gästeblock flog buntes Konfetti auf die Spielfläche. Gleichzeitig mit dem überschwänglichen Bietigheimer Jubel feierten die Riessersee-Fans – wie bereits die gesamte Schlussphase – ihr Team für eine starke Saison, auch wenn da schon deutlich war, dass Bietigheim als Gewinner der Best-of-seven-Serie vom Eis gehen wird.

Zuvor hieß es „alles oder nichts“ für den SC Riessersee gegen die Steelers. Und das merkte man den Spielern vor heimischer Kulisse im Olympia-Eissport-Zentrum Garmisch-Partenkirchen an. Von Beginn an bauten die Blau-Schwarzen vor 3783 Zuschauern enormen Druck auf. Mehrfach musste Ilya Sharipov im Bietigheimer Tor in den Anfangsminuten eingreifen.

Der erste ernstzunehmende Entlastungsangriff der Steelers traf den bis dahin furios auftretenden SCR dann mitten ins Mark: Benjamin Zientek setzte sich links an der Bande durch, legte sich die Scheibe auf die Rückhand und an Riessersee-Keeper Andrew Hare vorbei ins Tor. Nach dem überraschenden 1:0 entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Vor allem Sharipov rettete den Bietigheimern aber die Führung in die Drittelpause.

Der zweite Abschnitt begann mit einem Paukenschlag und einem weiteren Schock für die Gastgeber. Shawn Weller setzte sich auf links durch und brachte die Scheibe aufs Tor. Wie versteinert ließ der scheinbar überraschte Hare zwischen den SCR-Pfosten den Puck über seinen Kopf hinweg in den langen Torwinkel segeln. Die Möglichkeit, das Momentum wieder in eigene Bahnen zu lenken, hatte dann Riessersee-Angreifer Jared Gomes. Der Kanadier tanzte einen Steelers-Verteidiger aus und hatte die Chance auf den Anschlusstreffer. Die Scheibe landete jedoch in Sharipovs Fanghandschuh. Es sollte nach nur vier Minuten im zweiten Drittel die letzte nennenswerte Chance der Gastgeber sein, bei denen plötzlich die Luft raus war.

Auf der anderen Seite spielten reifer wirkende Steelers souverän und sehr diszipliniert. Norman Hauner kassierte die einzige Strafe der ersten beiden Drittel in der 27. Minute. Alexander Preibisch (31.) und Marcus Sommerfeld (40.) verpassten die Entscheidung für die Gäste, in deren Fanblock sich bereits gut 700 mitgereiste Fans lautstark auf die Meisterschaft einstimmten. Besonders gefeiert wurde dabei auch Sharipov. Der Ex-Riesserseer hielt auch im Schlussdrittel alles, was auf seinen Kasten flog und brachte die SCR-Angreifer zur Verzweiflung. So auch bei den Versuchen von Andreas Driendl (45.) oder gleich mehreren nun fast schon verzweifelten Abschlussversuchen der Bayern (54.).

Und so kam es zu besagten Jubelszenen am Spielende, die noch lange andauern sollten. Selbst als das Spiel schon eine gute Stunde vorbei war, ließen sich Spieler und vor allem Trainer Kevin Gaudet von den Fans feiern.

Philipp Böhl
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