eishockey
Ludwigsburg | 22. April 2017

Steelers wie Phönix aus der Asche

Wetten auf Eishockey-Zweitligist SC Bietigheim-Bissingen wurden kaum noch angenommen. Doch die Steelers widersetzten sich dem Trend und sendeten gestern Abend in der Play-off-Finalserie gegen Frankfurt ein Lebenszeichen.

Belagerungszustand: Steelers-Stürmer Sebastian Alt (links) bedrängt Löwen-Torhüter Brett Jaeger.Foto: Eibner
Belagerungszustand: Steelers-Stürmer Sebastian Alt (links) bedrängt Löwen-Torhüter Brett Jaeger.Foto: Eibner

Mit 3:2 behielten die Schwaben in einem dramatischen Match bei den Löwen die Oberhand, verkürzten den Rückstand in der Best-of-seven-Serie auf 1:3 und verdienten sich damit zumindest ein weiteres Heimspiel am Sonntag um 17 Uhr in der Ege Trans-Arena. Die favorisierten Frankfurter, die sich in den ersten drei Spielen mit 7:5, 4:0 und 4:2 behauptet hatten, mussten dagegen die eigentlich fest eingeplante Meisterfeier wieder vertagen.

Steelers-Trainer Kevin Gaudet ereilte vor dem Match eine neue Hiobsbotschaft: Denn nach Freddy Cabana und David Wrigley fiel mit Marcus Sommerfeld ein weiterer Stürmer verletzungsbedingt aus.

In der brodelnden Frankfurter Eissporthalle, die mit knapp 7000 Zuschauern einmal mehr rappelvoll war, setzten die Löwen die ersten Akzente. Als Richard Mueller im Gewühl am schnellsten schaltete, war die Führung für die Gastgeber nach 11 Minuten perfekt.

Die Steelers ließen sich jedoch nicht hängen, zogen ihr System durch und wurden gegen Ende des ersten Drittels belohnt. In der 19. Minute war es schließlich Rene Schoofs, der den Puck am bislang überragend haltenden Keeper Brett Jaeger vorbei ins Tor stocherte. Es war in dieser Saison der zweite Play-off-Treffer des Bietigheimer Urgesteins.

Frankfurt war inzwischen längst nicht mehr so dominant wie in den ersten drei Partien. Die Gäste befreiten sich vom Druck und kamen immer besser in die Spur. Die Folge war die 2:1-Führung in der 30. Minute durch Verteidiger Dominic Auger, dessen Schuss von der blauen Linie für Jaeger offenbar nicht zu sehen war. Und der Vizemeister legte nach: Shawn Wellers Vorlage verwertete Marcel Rodman in der 33. Minute zum 3:1.

Topscorer Matt McKnight hatte in der 43. Minute sogar das 4:1 auf dem Schläger, doch der Kanadier blieb an Jaeger hängen. Wenige Minuten später überstanden die Steelers ein turbulentes Powerplay der Löwen, die mit Vehemenz auf den Anschlusstreffer drängten, der bei der nächste Überzahlchance fiel: In der 51. Minute verkürzte Nils Liesegang zum 2:3. Mehr ließ die stabile Defensive der Schwaben jedoch nicht zu.

von karl-heinz ullrich
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