Fußball
Ludwigsburg | 26. Mai 2018

Tomislav Maric startet von 07 aus seine internationale Karriere

Vor 40 Jahren qualifizierte sich die SpVgg 07 Ludwigsburg 1978 für die neue Oberliga Baden-Württemberg. Die Schwarz-Gelben waren über Jahrzehnte gesetzt in der höchsten Amateurliga und im württembergischen Fußball. Was ist aus den einstigen Drittligagrößen geworden, was treiben sie heute?

Jubelt 1999 im Trikot der Stuttgarter Kickers: Tomislav Maric.Foto: Baumann
Jubelt 1999 im Trikot der Stuttgarter Kickers: Tomislav Maric.Foto: Baumann

Es gab auch einst Kicker bei den Schwarz-Gelben, die es von Ludwigsburg nicht nur in die Bundesliga schafften – sondern sogar Nationalspieler wurden. Tomislav Maric etwa. Der spätere Zweitliga-Torschützenkönig bei den Stuttgarter Kickers und Bundesliga-Akteur war für sein Heimatland Kroatien neunmal im Einsatz und schoss dabei zwei Tore.

„07 machte damals das Rennen nach der A-Jugend bei mir, obwohl es auch Gespräche mit dem VfB Stuttgart gab, der mich für die Zweite holen wollte“, blickt Maric auf das Jahr 1992 zurück.

Der Heilbronner kam Anfang der 90er Jahre über seine Jugendvereine TSV Talheim, den ESV und den VfR Heilbronn auf den Fuchshof. „Damals waren meine Ansprechpartner beim VfB plötzlich weg und ich habe mich für die SpVgg entschieden“, erinnert er sich noch genau an seinen Weg nach Ludwigsburg: „Meine Eltern wollten, dass ich meine Lehre als Industrie-Mechaniker in Heilbronn fertig mache. Da war 07 dann besser.“

Bis 1994 kickte er dann unter den Trainern Klaus Stärk und Horst Hägele für den einstigen Drittligisten in der Barockstadt, 14 Treffer machte er für die Schwarz-Gelben. „Es war eine schöne Zeit für mich damals als junger Spieler und auch eine sehr erfolgreiche“, sagt er, „Spieler wie Martin Deutsch und Jürgen Feyhl haben mich da sehr unterstützt, es gab eine klare Hierarchie in und außerhalb der Kabine, das hat mir gutgetan.“

Schließlich war er schlicht zu gut für die 3. Liga, er brach zu einer beeindruckenden internationalen Karriere auf: Karlsruher SC, Wattenscheid 09, Stuttgarter Kickers, VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach waren seine Stationen.

Der Bruder des einstigen SGV Freiberg-Trainers Marijo Maric hatte seine letzte Stationen als Spieler bei Urawa Red Diamonds in Japan und bei der TSG 1889 Hoffenheim. In der Bundesligasaison 2001/2002 schrieb er sogar Geschichte: Er stellte im Wolfsburg-Trikot den Rekord von Lothar Emmerich ein, indem er an vier aufeinanderfolgenden Spieltagen jeweils einen Doppelpack erzielte. 30 Erstligatore machte er für den VfL in rund 70 Spielen.

Bei der TSG 1899 in Hoffenheim startete er unter Ralf Rangnick als Co-Trainer dann bei einem der ambitioniertesten Projekte im deutschen Fußball auch seine Trainerlaufbahn. Dann war der schwäbelnde Kroate für den VfB Stuttgart als Scout tätig, später als B-Juniorencoach. Schließlich war der einstige Weltenbummler an der Seite von Chefcoach Thomas Schneider Co-Trainer bei den VfB-Profis.

„Situativ immer individuell je nach Spielertyp entscheiden“, gibt er als seine damalige Trainermaxime an: „Es ging uns um ein gutes Umschaltspiel, eine frühe Balleroberung, möglichst hoch auf dem Feld zu stehen und um eine Dominanz auf dem Platz.“

Beim schwäbischen Traditionsverein wurde er jedoch nach wenigen Monaten entlassen. Von Januar 2015 bis Juni 2016 war er zuletzt Cheftrainer bei einem slowakischen Erstligisten in Streda. „Gerade mache ich ganz bewusst eine Auszeit vom Fußball“, erklärte er. In Kroatien baut der heute 45-Jährige gerade ein Ferienhaus, „ich will mich zwei Jahre weiterbilden und mir vielleicht auch neue Trainingsmethoden der jungen Übungsleitergeneration anschauen.“

Klaus Teichmann
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