Bietigheim | 18. Oktober 2017

Bietigheimer Frustbewältigung im Ligaalltag

Nach zwei Pleiten in der Champions League wollen die Frauen der SG BBM ihre Serie im Oberhaus ausbauen

Bietigheim. In der Champions League sind die Frauen der SG BBM Bietigheim nach zwei Begegnungen ohne Punkt, in der Bundesliga hat das BBM-Team bisher alle vier Spiele gewonnen. Der fünfte Sieg soll heute (20 Uhr) gegen die HSG Blomberg-Lippe gefeiert werden.

Nach 153 Tagen kehren die Bietigheimerinnen erstmals in dieser Saison in die Halle am Viadukt zurück. Vielleicht löst die heimische Umgebung die Verkrampfung beim Titelverteidiger: Nachdem die SG in der letzten Runde durch die Bundesliga brauste, ungeschlagen deutscher Meister wurde und im EHF-Cup das Finale erreichte, kam das Ellental-Team aktuell noch nicht so richtig auf Touren. Die große Qualität des Kaders reichte zwar in der Bundesliga für Siege, international konnten Susann Müller, Fie Woller und Co. ihr Potenzial aber noch nicht abrufen.

Vor der Partie gegen Blomberg fordert Kapitänin Kim Naidzinavicius von ihrer Mannschaft eine Leistungssteigerung: „Wir müssen die dummen Abwehrfehler abstellen und dieses Spiel unbedingt gewinnen!“ Die in Bundesliga-Heimspielen seit über zwei Jahren ungeschlagenen Bietigheimerinnen gehen als klarer Favorit in das Duell mit dem Gast aus Ostwestfalen. Das sieht auch Andre Fuhr so. „Wir sind krasser Außenseiter“, sagt der seit 15 Jahren als HSG-Cheftrainer tätige Handballlehrer.

Blombergs Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz, trotz aktuell 2:6 Punkten: „Gegen Oldenburg haben wir zwei Zähler verpasst, in Neckarsulm aber gewonnen. Gegen Metzingen und den Thüringer HC war nichts zu holen. Wenn wir jetzt Bietigheim hinter uns haben, können wir wieder ans Punktesammeln denken“, so Fuhr. Seine Formation ist die jüngste der Liga. Von den 18 Akteurinnen sind nur vier vor 1994 geboren. Mit der 21-jährigen Alicia Stolle trägt eine Spielerin des deutschen WM-Kaders das HSG-Trikot. Mit 23 Toren, alle aus dem Spiel heraus erzielt, ist sie Blombergs beste Werferin. Erfolgreicher war bisher nur Iveta Luzumova vom Thüringer HC mit 24 Feldtoren.

Jede Menge Treffer gab es in der letzten Saison bei den Begegnungen zwischen Bietigheim und Blomberg. Die SG gewann 39:31 und 37:27. In den Partien klingelte es im Schnitt alle 54 Sekunden. Auf ein solches Feuerwerk hofft heute auch der BBM-Anhang. Martin Albertsens Schützlinge wollen sich den Champions-League-Frust von der Seele schießen.

von Paul Herbinger
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