Frauenhandball-Bundesliga
Ludwigsburg | 02. Januar 2018

BietigheimerAbwehr als Prunkstück

Ein guter Schluss ziert alles. Mit dem unerwartet klaren 26:21-Heimsieg gegen den Pokalsieger Buxtehuder SV setzten die Bundesliga-Handballerinnen der SG BBM Bietigheim einen perfekten Schlusspunkt hinter das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte.

Auch mit unfairen Mitteln nicht zu stoppen: Charris Rozemalen (SG, vorne) setzt sich gegen Lisa Prior durch.Foto: Baumann
Auch mit unfairen Mitteln nicht zu stoppen: Charris Rozemalen (SG, vorne) setzt sich gegen Lisa Prior durch.Foto: Baumann

Vor 1445 Zuschauern in der MHP-Arena ließen die Bietigheimerinnen von Beginn an keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie die desolate Leistung beim 24:24 in Bensheim korrigieren wollten. Die Abwehr wurde zum Prunkstück. „Wir haben heute unser Herz mit aufs Feld gebracht“, freute sich Antje Lauenroth und hob den Teamgeist hervor: „Ich hatte in jeder Situation das Gefühl, dass ich mich bedingungslos auf meine Nebenspielerinnen verlassen kann.“

Als perfekte Kapitänin ging Karolina Kudlacz-Gloc voran. Mit großem körperlichen Einsatz nervte sie Friederike Gubernatis. Die BSV-Nationalspielerin kam nur zu einem Tor, verlor aber viele Bälle.

Bevor sich „Buxte“ auf die aggressive BBM-Abwehr eingestellt hatte, stand es schon 3:0. Einmal vorne, immer vorne. Bietigheim ließ sich die Führung nicht mehr nehmen, war vor allem mit schnellen Gegenstößen erfolgreich.

Nach einer Viertelstunde verhalf SG-Trainer Martin Albertsen Jungtalent Jana Scheib zu ihrem Bundesliga-Debüt, kurz danach überraschte er beim Stand von 8:6 mit einer taktischen Finesse. Mangels Rückraumspielerinnen stellte er Kreisläuferin Antje Lauenroth auf die Spielmacherposition. Dort leitete sie die Aktionen ein und setzte sich dabei an den Kreis ab. Das Angriffsspiel wurde so variabler und Bietigheim konnte gegen die stärker werdenden Gäste eine 14:12 Halbzeitführung behaupten.

Nach dem Wechsel glückte dem BSV sofort der 14:13-Anschluss. Die SG wackelte, hatte aber die lautstarken Fans im Rücken und eine eiskalte Angela Malestein am Siebenmeterpunkt. Elf Minuten lang glückte dem deutschen Meister gegen die nun aktivere Abwehr des Pokalsiegers kein Feldtor. Die einzige Ausbeute waren drei Strafwürfe, die Malestein verwandelte und damit Bietigheim bis zum 17:15 auf Kurs hielt.

Fie Woller brach mit einem Heber den Bann und leitete die beste BBM-Phase ein. Innerhalb fünf Minuten zog die SG auf 22:15 davon. Zum Abschluss servierte Fie Woller noch einen besonderen Leckerbissen. Artistisch drehte sie die Harzkugel von Linksaußen zum 26:19 ins Netz. Die Zuschauer waren begeistert, SG-Trainer Albertsen glücklich: „Ich bin stolz darauf, wie sich diese Mannschaft heute präsentiert hat. Das war die richtige Reaktion!“

SG BBM Bietigheim: Wester (1 Tor), Salamakha; Biltoft (1), Rozemalen (3), Lauenroth, Kynast, Ivancok, C. Woller (1), Schulze (1), Kudlacz-Gloc (7 Tore/davon 5 Siebenmeter), Hundahl, Scheib, F. Woller (4), Malestein (8/3).

Paul Herbinger
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