Handball
Ludwigsburg | 16. September 2017

Das doppelte Bundesliga-Spektakel

Handball-Hochburg Ludwigsburg – dank der SG BBM Bietigheim! Am Sonntag bieten die Enzstädter in der MHP-Arena sogar das doppelte Bundesliga-Spektakel. Zwei Spiele, ein Preis. Um 15.30 Uhr erwarten die Zweitligamänner der SG die HG Saarlouis, ab 18 Uhr wollen die BBM-Frauen im schwäbischen Derby mit Frisch Auf Göppingen den zweiten Saisonsieg einfahren.

Bereit für das Handballfest in der MHP-Arena: Christian Schäfer (links) und Karolina Kudlacz-Gloc von der SG BBM Bietigheim. Fotos: Baumann
Bereit für das Handballfest in der MHP-Arena: Christian Schäfer (links) und Karolina Kudlacz-Gloc von der SG BBM Bietigheim. Fotos: Baumann

Ludwigsburg. Nur 42 Stunden nach dem 33:28-Sieg in Dresden erwarten die Bietigheimer Männer die HG Saarlouis. Die sorgte schon vor dem Meisterschaftsstart für Schlagzeilen, ließ im DHB-Pokal mit einem Sieg über den VfL Gummersbach aufhorchen und zog überraschend ins Achtelfinale ein. Rückenwind für die ersten Spiele gab das nicht. Es setzte anfangs drei Niederlagen, ehe am Freitag gegen Konstanz (36:27) der erste Sieg glückte.

Den nächsten HGS-Erfolg will Bietigheim verhindern. „Wenn wir so spielen, wie in den ersten Partien, werden wir gewinnen“, ist Patrick Rentschler überzeugt. Der vor Saisonbeginn zum neuen BBM-Kapitän gewählte 26-jährige Student der Immobilienwirtschaft hat gegen Saarlouis eine persönliche Scharte auszuwetzen. Im letzten Duell blieb er ohne Treffer. Das lag auch am damals überragenden HGS-Torwart Patrick Schulz. „Wir haben gleich fünf Siebenmeter versemmelt“, ärgert sich Rentschler noch immer über die unnötige 29:31-Niederlage im Saarland.

Die größte Gefahr droht jetzt möglicherweise von den Außen der HGS. Martin Murawski und Lars Weißgerber, dem in der letzten Runde 184 Treffer glückten, bilden eine starke Flügelzange. Mit den Leistungen seines Rückraums war Gästetrainer Jörg Bohrmann in den ersten Partien nicht zufrieden. Allerdings feierte kürzlich der zuvor verletzte Arthur Muller sein Comeback. Bietigheims Coach Hartmut Mayerhoffer dürfte den starken Auftritt des 23-jährigen Franzosen registriert und seine Abwehr entsprechend eingestellt haben.

In der spielt auch Patrick Rentschler eine zentrale Rolle. Als Mittelblocker soll der aus einer Handballfamile stammende Bietigheimer, dessen Bruder bei Frisch Auf Göppingen unter Vertrag steht, zum dritten Heimsieg beitragen. „Wir wollen vorne mitspielen. Wenn wir unser Potenzial ausschöpfen ist das möglich, genau wie der Sieg gegen Saarlouis.“ Im Gegensatz zum Spiel der Männer gibt es bei den Frauen einen klaren Favoriten – der deutsche Meister aus Bietigheim. Beim Auftaktspiel gegen Leverkusen fand die SG im zweiten Durchgang ihren Rhythmus und gewann klar. Daran muss das Team von Martin Albertsen anknüpfen. Der Däne weiß, dass sich seine Mannschaft gegen die Grün-Weißen keine Nachlässigkeiten erlauben kann. „Vor Göppingen habe ich großen Respekt“, so Albertsen, „Frisch Auf ist abwehrstark und hat in Michaela Hrbkova eine überragende Spielerin.“

Die 30-jährige Tschechin war mit 210 Treffern Torschützenkönigin und wurde auch zur „Spielerin der Saison“ gewählt. Die unglaublich bewegliche und trickreiche Hrbkova freut sich gleich zweimal auf Bietigheim. Am Sonntag beim Punktspiel in der MHP-Arena, dann vom 2. bis 8. Dezember auf die WM-Spiele mit der tschechischen Nationalmannschaft in der EgeTrans-Arena. „Da muss ich dabei sein“, sagt das bisher in 127 Länderspiele eingesetzte Rückraum-Ass vom Hohenstaufen.

Mit Hrbkovas Landsfrau Petra Adamkova, der Holländerin Maxime Struijs und der Schweizerin Karin Weigelt hat Frisch Auf-Coach Aleksandar Knezevic weitere Trümpfe in der Hand. Für „Kneze“, wie alle den Frisch Auf-Trainer nennen, ist die Aufgabe in Ludwigsburg dennoch schwer. „Bietigheim ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und damit der ganzen Welt, eine absolute Spitzenmannschaft.“ Doch chancenlos sieht der frühere jugoslawische Nationalspieler sein Team nicht: „Wir schauen nach vorne. Vielleicht ist eine Überraschung möglich.“

von paul herbinger
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