Handball
Ludwigsburg | 08. September 2018

Erst Bietigheim, dann Barcelona

Die SG BBM Bietigheim trifft in der Handball-Bundesliga auf die Rhein-Neckar Löwen. Siegchancen rechnet sich der Bietigheimer Außenseiter keine aus. Für die Löwen ist das Spiel eine Pflichtaufgabe vor dem Champions-League-Auftakt.

Patrick Weber könnte gegen die Löwen eine größere Rolle als zuletzt einnehmen. Foto: Baumann
Patrick Weber könnte gegen die Löwen eine größere Rolle als zuletzt einnehmen. Foto: Baumann

Am Mittwoch beginnt für die Rhein-Neckar Löwen mit dem Spiel gegen den FC Barcelona die Champions-League-Saison. Drei Tage zuvor, am morgigen Sonntag (16 Uhr/Sky), wartet aber mit der SG BBM Bietigheim in der Ege Trans-Arena zunächst der Ligaalltag auf den haushohen Favoriten. Während das Spiel für die Mannheimer eine Pflichtaufgabe darstellt, steht das Team von SG-Trainer Ralf Bader vor einer scheinbar unlösbaren Herausforderung – das zeigen alleine die Vorsätze vor der anstehenden Partie: Drei Niederlagen kassierte der Bietigheimer Aufsteiger in den ersten drei Bundesligapartien. Gleichzeitig marschierten die Rhein-Neckar Löwen durch den Wettbewerb und holten drei Siege mit durchschnittlich sieben Toren Vorsprung. Auch deshalb stapelt Bader tief und rechnet sich zunächst nichts Zählbares aus. „Uns irgendwelchen Illusionen hinzugeben, brauchen wir nicht“, bleibt der 37-Jährige realistisch. Stattdessen lautet das Ziel: „Dagegenhalten mit allem, was wir haben“, schließlich gehe es gegen die „beste Mannschaft in Deutschland“, so der Trainer.

Ein Spiel als Entwicklungshilfe

Das kommende Spiel diene viel eher, mannschaftsinterne Ziele voranzubringen und auch Spieler, die noch nicht so viele Minuten in dieser Saison auf dem Feld standen, heranzuführen. Gerade in den bisherigen Spielen schien der SG BBM in den entscheidenden Phasen die Luft auszugehen. „Da müssen wir die Last auf mehrere Schultern verteilen können“, blickt Bader voraus und nennt besonders die Neuzugänge Vetle Rønningen, Patrick Weber und Rückraumspieler Valentin Schmidt als Kandidaten für mehr Spielzeit.

Die Mammutaufgabe gegen die Löwen soll somit helfen, sich weiter einzuspielen. Druck verspürt Bader trotz des vorletzten Tabellenplatzes ohnehin nicht. „Das Umfeld hier kann die sportliche Situation sehr gut einschätzen“, gibt er zu verstehen. Bei den Bietigheimern plant man trotz der trostlosen Ausbeute zu Saisonbeginn langfristig und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Erst recht nicht gegen einen Gegner wie die Mannheimer. „Die sind extrem schwer ausrechenbar“, sagt Bader über den amtierenden Vizemeister.

Schwächen konnte er bei den Gelb-Schwarzen ohnehin noch keine ausmachen. „Die habe ich dieses Jahr noch nicht erkannt“, gibt Bader zu. Vergangene Saison war den Löwen gegen Saisonende die Luft ausgegangen. „Da hatten sie ein bisschen Probleme, die Konzentration zu halten. Aber man merkt, dass sie unbedingt was holen wollen dieses Jahr“, so Bader. Zudem haben sie mit Andy Schmid den laut Bader „weltbesten Spieler“ in ihren Reihen.

Bald könnte auch Uwe Gensheimer wieder zum Löwen-Kader gehören. Laut einem Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung steht der Linksaußen vor einer Rückkehr zu den Mannheimern nach der aktuellen Saison. Zumindest mit diesem Weltklassespieler müssen sich die Bietigheimer morgen noch nicht beschäftigen. Schwer genug wird die Aufgabe aber auch so werden.

Philipp Böhl
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