2. Handball-Bundesliga
Bietigheim-Bissingen | 09. Februar 2018

SG-Team will gegen Coburg auf Kurs bleiben

Neustart in der 2. Bundesliga. Nach 45 Tagen EM-Pause sind die Bietigheimer Handballer heute wieder am Ball. Los geht es mit einem Spitzenspiel. Die SG empfängt um 19.30 Uhr in der EgeTrans Arena den hoch gehandelten HSC Coburg.

Von den 38 Spieltagen sind 20 absolviert. Erwartungsgemäß führt der mit internationalen Assen gespickte Bergische HC (38:2) die Tabelle an. Dahinter hatte man mit Coburg und Balingen-Weilstetten die beiden Clubs erwartet, die zusammen mit den Bergischen aus dem Oberhaus abgestiegen waren und als Ziel die sofortige Rückkehr in die Eliteliga ausgaben.

Zweiter ist aber die SG BBM Bietigheim (31:9). Eine dicke Überraschung, denn im Vergleich zur finanzstarken Konkurrenz musste die SG bei der Kaderzusammenstellung eher kleine Brötchen backen. Das hinderte die Mannschaft und Hartmut Mayerhoffer (Foto: bm) aber nicht daran, eine verblüffende Erfolgsserie zu starten. Der zum Saisonende auf eigenen Wunsch ausscheidende Trainer formte ein Team, das aus einer starken Abwehr heraus das erfolgreichste Umschaltspiel der ganzen Liga praktiziert und mit durchschnittlich 30,5 Treffern pro Spiel auch den torgefährlichsten Angriff stellt. Einen großen Anteil daran haben die fünf Neuzugänge, die sich allesamt als Verstärkungen erwiesen.

So kann es weitergehen. Darauf hoffen die Mannschaft und die Fans. In der Vorbereitung auf den zweiten Teil der Saison zeigte sich die SG bei den Testspielen gegen die Erstligisten Erlangen (28:30) und Göppingen (32:35) bereits wieder gut in Form.

Heute wird es schwerer. Mit Coburg hat Bietigheim noch eine Rechnung offen. In der Vorrunde bezog die SG bei den Franken eine von nur vier Niederlagen, die aber mit 27:33 deutlich ausfiel. Da Coburg als Meisterschaftsfavorit gehandelt wurde, war das Resultat damals keine Überraschung. Das, was danach passierte, schon eher. Bietigheim startete nach oben durch während der HSC sich einige unerwartete Ausrutscher leistete. Aktuell liegt Coburg mit 24:16 Zählern auf Platz sechs. Wenn Platz zwei und damit der Aufstieg noch realisiert werden soll, muss heute ein Sieg her.

Hartmut Mayerhoffer traut den Gästen noch einiges zu. „Das ist eine Mannschaft mit viel Erfahrung und Klasse, die zu Recht auf die Bundesliga schielt.“ Das bewies die Formation von Jan Gorr auch im letzten Meisterschaftsspiel beim 24:21-Sieg gegen den Tabellendritten VfL Lübeck-Bad Schwartau. Zu Coburgs Top-Leuten zählen Nationalspieler Florian Billek, der mit 138 Treffern Vierter der Torschützenliste ist, Linkshänder Stefan Lex, der nachverpflichtete Mazedonier Marko Neloski sowie die ehemalige BBM-Spieler Jan Kulhanek und Romas Kirveliavicius. Großen Respekt hat Mayerhoffer vor Coburgs schwedischem Spielmacher: „Tobias Varvne hat uns im Hinspiel enorme Probleme bereitet und wie Billek zehn Tore erzielt. Das müssen wir heute besser lösen.“

Zuletzt meldete BBM fast täglich Vertragsverlängerungen. „Klasse!“, freut sich Mayerhoffer über diese positive Entwicklung, „man sieht, dass die sportliche Leitung und das Geschäftsführungsteam um Bastian Spahlinger einen guten Job machen. Das spricht auch für das ganze Umfeld.“ Die personellen Erfolgsmeldungen stärken die ohnehin schon gute Stimmung der Ellental-Mannschaft und Mayerhoffer verspricht sich davon einen Leistungsschub. „Die Jungs zeigen, dass sie gemeinsam etwas erreichen und die erfolgreiche Entwicklung der letzten Monate fortführen wollen.“

Vom Sprung in die 1. Liga redet Bietigheims Erfolgstrainer nicht. „Die Fans dürfen das gerne tun und diese Bestätigung unserer Arbeit macht uns auch stolz“, sagt der 48-jährige Handballlehrer. „Wir selbst versuchen aber die restlichen 18 Spiele genauso ohne Druck anzugehen, wie die ersten 20 Partien. Damit sind wir gut gefahren und es gibt keinen Grund abzuheben. Der bisherige Saisonverlauf zeigt, dass man in dieser Liga keine Ergebnisse und Siege einplanen kann – weder zu Hause noch auswärts. Entschieden ist noch lange nichts. Das wird bis zum Ende ein Hauen und Stechen um jeden Punkt!“

Sein Team sieht Mayerhoffer trotz des Ausfalls von Panagiotis Erifopoulos (Schulterprobleme), für die kommenden Aufgaben gut gerüstet. „Nach dem letzten Spiel am 2. Weihnachtsfeiertag in Düsseldorf gönnten wir uns einige Tage Pause. Die Vorbereitung auf die Rückrunde begann vor fünf Wochen. In dieser Zeit haben wir intensiv trainiert. Die Früchte wollen wir heute ernten.“ (joh)

von paul herbinger
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